Dienstag, 17. Oktober 2017

Fokus Medizin

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04.10.2017
Von: rft
Artikel Nummer: 26264
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Neue Niere schreit nach dem Dermatologen

Mehrere Faktoren sorgen dafür, dass Nierentransplantierte häufiger an Hautkrebs erkranken als die Allgemeinbevölkerung. Vermeiden kann man die Sonne kaum – umso wichtiger sind Vorsorge und Sonnenschutz.


Mehr als 100 000 Menschen erhielten in den Jahren 2004 bis 2012 in den USA eine neue Niere. Ungefähr 500 davon entwickelten in der Folgezeit ein Melanom, fanden Dr. Mona Ascha und Kollegen des University Hospital Cleveland in einer Studie heraus. Nach Adjustierung der zugrunde liegenden Registerdaten kam der schwarze Hautkrebs bei Patienten mit Nierentransplantat etwa fünfmal häufiger vor als bei Personen ohne Organersatz.

Wie erwartet steigerte eine Immunsuppression die Melanomgefahr, vor allem der Einsatz von Sirolimus und Ciclosporin. Als weitere Risikofaktoren erwiesen sich ein Lebensalter ≥ 75 Jahre, männliches Geschlecht sowie eine weisse Hautfarbe.

Beachtenswert sei laut den Autoren auch die Tatsache, dass Empfänger einer Lebendspende häufiger an schwarzem Hautkrebs erkrankten als Personen, die ihre Niere von einem Verstorbenen erhalten hatten (Hazard Ratio 1,28). Eventuell sei mit einer Lebendspende die Lebenserwartung höher, wodurch sie in höherem Alter Gefahr laufen könnten, Melanome zu entwickeln, so ein Erklärungsversuch.

 

Sonnenschutz wird gerne vernachlässigt

 

Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen die US-Forscher, nierentransplantierte Patienten gründlich über das erhöhte Hautkrebsrisiko aufzuklären. Sie sollten sich möglichst wenig in der Sonne aufhalten und, wenn doch, auf konsequenten UV-Schutz achten. Denn Letzterer wird von Transplantatempfängern offenbar häufig vernachlässigt.

Sinnvoll sei es auch, Haut und Lippen regelmässig selbst zu untersuchen. Ausserdem raten die Autoren zu einem jährlichen Hautkrebs-Check beim Dermatologen.

 

 

Ascha M et al. JAMA Dermatology 2017; online first.

 

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