Samstag, 21. April 2018

Fokus Medizin

Wikimedia Commons / Eisfelder

09.04.2018
Von: SuK
Artikel Nummer: 26370
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IXORA-Q-Studie: erstes Biologikum bei Genitalpsoriasis getestet

Ist bei einer Psoriasis der Genitalbereich betroffen, so wirkt sich dies besonders negativ auf die Lebensqualität der Patienten aus. Ixekizumab hat in einer Studie seine Wirksamkeit bei genitalen Läsionen unter Beweis gestellt.


Obwohl bis zu 60 % der Psoriasis-Patienten einen Genitalbefall aufweisen, gibt es hierzu nur wenig Daten aus Studien. Diese Lücke wurde jetzt durch die Phase-IIIb-Studie IXORA-Q mit dem IL-17-Blocker Ixekizumab geschlossen. «Bisher hat keine Studie mit einem Biologikum die Genitalpsoriasis untersucht: Wir hoffen, dass diese Studie ein stärkeres Bewusstsein für dieses Problem schafft», so Professor Dr. Caytriona Ryan, St. Vincent´s Hospital, Dublin, bei Vorstellung der Behandlungsergebnisse von Ixekizumab nach einer Therapiedauer von zwölf Wochen.

 

Dermatologen fragen kaum nach genitalem Befall

 

Nach dieser Zeitspanne gelang es sieben von zehn Patienten unter Ixekizumab, eine fast erscheinungsfreie oder eine vollständig erscheinungsfreie Genitalhaut zu erlangen (Punktwerte im genitalen Static Physician’s Global Assessment von 0 oder 1). Nach nur einer Woche konnten sichtbare Ergebnisse erzielt werden. Der Effekt war dabei unabhängig vom Ausmass der betroffenen Körperoberfläche.

Sind die Genitalien betroffen, trägt besonders der Juckreiz zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität Betroffener bei. Ixekizumab zeigte auch hier eine überzeugende Wirksamkeit: Sechs von zehn Patienten erreichten nach zwölf Wochen eine klinisch bedeutsame Verbesserung des genitalen Juckens, nach zwei Wochen Behandlung konnten bereits knapp 34 % der Patienten eine bedeutsame Reduktion erzielen.

«Für mich ist das wichtigste Studienergebnis, dass 78 % der Patienten, deren Sexualleben durch die genitale Erkrankung zu Studienbeginn beeinträchtigt waren, sich nach zwölf Wochen nicht mehr gestört fühlen – und eine signifikante Verbesserung war nach einer Behandlungszeit von nur einer Woche evident», so das Fazit von Prof. Ryan aus dieser Studie.

Der Genitalbefall ist nach ihrer Ausführung der verborgene Teil der Psoriasis. «Leider fragen wir Dermatologen bislang kaum nach einem genitalen Befall. Unsere Patienten wiederum schämen sich und wagen nicht, von sich aus diese Problematik anzusprechen. Wir hoffen, durch unsere Studie das Bewusstsein für diese Manifestation zu stärken», erklärte Prof. Ryan.

 

Enorme Einschränkung der Lebensqualität

 

In die Studie wurden auch zum ersten Mal Psoriasis-Patienten eingeschlossen, bei denen weniger als 10 % der Körperoberfläche betroffen waren. Solche Patienten werden üblicherweise nicht mit einem Biologikum behandelt. Nach Ansicht von Prof. Ryan gibt es jedoch viele Patienten mit genitaler Psoriasis, bei denen weniger als 10 % der Körperoberfläche betroffen sind und die daher kein Anrecht auf eine Behandlung hätten, obwohl sie durch die Lokalisation enorm in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind.

 

 

Ryan C, Abstract Nr. 2413, vorgestellt am 26. EADV-Kongress, Genf.

 

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