Sonntag, 21. Oktober 2018

Fokus Medizin

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08.06.2018
Von: adb
Artikel Nummer: 26394
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Einer geht noch!

Wie viele Bierchen sind ohne Reue erlaubt und ab wann wird es gesundheitsschädlich? Einer aktuellen Studie zufolge sind die Empfehlungen für einen risikoarmem Alkoholkonsum in vielen Ländern viel zu hoch angesetzt und sollten dringend überdacht werden.


Wer wissen möchte, ob er bedenkenlos auch noch ein zweites (oder drittes) Glas trinken darf, kann sich an offiziellen Empfehlungen orientieren und ist somit auf der sicheren Seite.

 

Ab 100 g Alkohol pro Woche steigt das Sterberisiko

 

Weit gefehlt, widersprechen da aber Wissenschaftler von der University of Cambridge: Die Grenzwerte für unbedenklichen Alkoholkonsum seien nämlich in vielen Ländern eindeutig zu hoch. In einer grossen Übersichtsstudie untersuchten sie 83 Studien aus 19 Wohlstandsländern mit knapp 600 000 Teilnehmern, die gelegentlich oder regelmässig unterschiedliche Mengen Alkohol konsumierten. Dabei kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass bereits ab einer Alkoholmenge von 100 g pro Woche – das entspricht fünfeinhalb Gläsern Wein (à 175 ml) oder 2,5 Litern Bier – das Gesamtsterberisiko sowohl bei Männern als auch bei Frauen ansteigt. Bier- und Spirituosentrinker scheinen zudem stärker gefährdet zu sein als Weinliebhaber.

 

Mit der Trinkmenge steigt das Erkrankungsrisiko

 

Mit der Trinkmenge nimmt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfälle, Herzschwäche oder Bluthochdruck zu, wie die Wissenschaftler fanden. Und das gilt unabhängig von einem Schwellenwert. In den meisten Ländern liegt der empfohlene Grenzwert zudem deutlich höher als 100 g. So gilt in den USA ein Konsum von 196 g (Männer) bzw. 98 g (Frauen) reinem Alkohol pro Woche als tolerabel.

Die Autoren vermuten, dass ein 40-Jähriger, der seinen Alkoholkonsum von knapp 200 g auf 100 g pro Woche reduziert, glatt ein bis zwei Jahre länger leben könnte.

 

 

Wood AM et al. Lancet 2018; 391: 1513–1523.

 

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