Mittwoch, 15. August 2018

Fokus Medizin

iStock/Nastco

01.06.2018
Von: abr
Artikel Nummer: 26391
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Body-Mass-Index als Mass aller Dicken?

Der BMI ist sicher das am meisten verbreitete Mass, um den Ernährungszustand zu beurteilen. Aber man sollte die Aussagekraft nicht überschätzen.


Der 82-Jährige hat einen BMI von 28,3 kg/m2, der 83-Jährige von 28,5 kg/m2, also sind beide gleich übergewichtig? Falsch, denn Fett- und Magermasse der beiden unterscheiden sich deutlich und damit ihr kardiovaskuläres Risiko.

 

Senioren ab 65 sollten erst ab 30 kg/m2 abspecken

 

Schon im übergewichtigen Bereich (25 bis ≤ 30 kg/m2) haben viele Menschen einen erhöhten Fettanteil, den der BMI nicht abbildet, erklärte die Ökotrophologin Eva Kiesswetter­ vom Institut für Biomedizin des Alterns in Nürnberg. Und der Wert diskriminiert nicht zwischen viszeralem und subkutanem Fett. Ausserdem muss man immer auch den Taillenumfang ins Kalkül ziehen, der heute als unabhängiger Prädiktor für die Mortalität gilt.

Ganz wichtig: das Alter. Mit den Jahren schrumpfen wir – Frauen um durchschnittlich 8 cm, Männer um 5 cm – , d. h., bei gleichbleibendem Körpergewicht steigt der BMI. Aber damit geht nicht mehr in gleichem Masse wie vorher eine erhöhte Mortalität einher. Daher müssen die Grenzwerte adaptiert werden. Ab dem 65. Lebensjahr besteht daher erst ab einem BMI von ≥ 30 kg/m2 eine Indikation zur Gewichtsreduktion.

 

 

124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin

 

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