Samstag, 17. August 2019

Prix Galien Suisse

Die Mitarbeiter von Amgen haben allen Grund, sich zu freuen. (Foto: MT)

16.06.2017
Artikel Nummer: 26223
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Auszeichnung für den PCSK9-Inhibitor

Prix Galien Suisse 2017 für Evolocumab


BASEL – Der Prix Galien Suisse, der Preis für die innovativste pharmakologische Substanz, geht in diesem Jahr an den PCSK9-Inhibitor Evolocumab (Repatha®) der Firma Amgen, der für die Behandlung der Hypercholesterinämie zugelassen ist.

 

Evolocumab ist ein voll-humaner monoklonaler Antikörper, der gezielt gegen PCSK9 wirkt und subkutan verabreicht wird. Die Verfügbarkeit des LDL-Rezeptors auf Leberzellen wird durch eine negative Feedback-Reaktion über die Serin-Protease PCSK9 reguliert.1 PCSK9 bindet an die LDL-Rezeptoren und führt zu deren Abbau. In der Folge befinden sich weniger LDL-Rezeptoren an der Zelloberfläche und es kann weniger LDL-C aus dem Serum in die Leberzellen aufgenommen werden. Im Unterschied zu Statinen, welche die Cholesterinproduktion hemmen, verhindert Repatha® durch die Blockade von PCSK9 den Abbau des LDL-Rezeptors. Dadurch wird mehr LDL-Cholesterin in die Leberzellen aufgenommen und über den Stoffwechsel metabolisiert.1

 

Erfolgreiche Studienergebnisse

Repatha® zeigte in der LAPLACE-2-Studie, dass es in Kombination mit einem moderat oder hoch dosierten Statin bei Patienten mit Hyperlipid­ämie das LDL-C im Vergleich zu Placebo um bis zu 75 % senken kann.2 Zudem zeigte sich unter Repatha® auch eine positive Entwicklung der anderen Lipidparameter. Für die Studie wurden 1899 Patienten auf insgesamt 24 Behandlungsarme randomisiert (verschiedene Statine und Dosierungen in Kombination mit Evolocumab, Ezetimib oder Placebo). Die Rate der unerwünschten Wirkungen unter Evolocumab war dabei mit Placebo oder Ezetimib vergleichbar. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Rückenschmerzen, Arthralgie, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe und Schmerzen in den 
Extremitäten (alle < 2 %)

Die autosomal-dominant vererbte Hypercholesterinämie geht meistens auf eine Mutation im LDL-Rezeptor-Gen zurück. Die Patienten weisen aufgrund der stark erhöhten LDL-C-Werte im Vergleich zur gesunden Bevölkerung bereits im Alter von 20 bis 39 Jahren ein 100-fach erhöhtes kardiovaskuläres Mortalitätsrisiko auf, und eine Statintherapie oder Kombinationstherapie mit anderen lipidsenkenden Medikamenten reicht oft nicht aus, um die LDL-C-Zielwerte zu erreichen.
Bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterin­ämie vermochte Evolocumab den LDL-C-Wert um 23,1 % gegenüber dem Ausgangswert zu reduzieren.3 Bei Patienten mit heterozygoter Hypercholesterinämie wurde eine Reduktion des LDL-C-Wertes um 60 % gegenüber Placebo beobachtet.4
In der Schweiz ist Repatha zur Senkung des LDL-Cholesterins bei Erwachsenen mit klinischer atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD), schwerer heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HeFH) und bei Patienten ab 12 Jahren mit einer homozygoten familiären Hypercholesterinämie (HoFH) zugelassen.5

 

 

1 Norata GD et al. 
Eur Heart J 2013; 34(24): 1783–1789.
2 Robinson JG et al. 
JAMA 2014; 311(18): 1870–1883.
3 Raal FJ et al. 
The Lancet 2014; 385(9965): 341–350.
4 Raal FJ et al. 
The Lancet 2014; 385(9965): 331–340.
5 Fachinformation Repatha® auf 
www.swissmedicinfo.ch