Dienstag, 20. August 2019

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iStock/Mohammed Haneefa Nizamudeen

05.06.2019
Von: Dr. Katharina Arnheim
Artikel Nummer: 26565
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Erfolgreich kombiniert

Checkpoint-Blockade bringt Überlebensvorteil in allen Subgruppen beim mCRC


San Francisco – Beim metastasierten Kolorektalkarzinom werden derzeit wie auch bei anderen Tumoren Checkpoint-Inhibitoren geprüft. In einer Phase-II-Studie mit therapie­refraktären Patienten hat jetzt ein Zweierregime aus PD-L1-Inhibitor und CTLA4-Hemmer positive Daten geliefert, hiess es am Gastrointestinal Cancers Symposium (ASCO-GI) 2019.


Die Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren hat sich bislang beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) nur in der Subgruppe von Patienten mit Defekt in der DNA-Mismatch-Reparatur und einer dadurch bedingten hohen Mikrosatelliten-Instabilität als effektiv erwiesen. Die Phase-II-Studie CCTG CO.26 ist jetzt die erste Untersuchung, die die Wirksamkeit der Immun-Checkpoint-Blockade auch bei unselektierten mCRC-Patienten belegt, betonte Professor Dr. Eric X. Chen vom Princess Margaret Cancer Centre in Toronto.

Durvalumab und Tremelimumab getestet

Die Studie umfasste 179 Patienten mit fortgeschrittenem therapierefraktärem mCRC, bei denen Standardregime mit Fluoropyrimidin, Irinotecan, Oxaliplatin, Bevacizumab, Regorafenib und – im Falle eines RAS-Wildtyp-Tumors – mit einem Anti-EGFR-Antikörper versagt hatten. Sie wurden im Verhältnis 1:2 der alleinigen Supportivtherapie (best supportive care; BSC) oder einer BSC plus Durvalumab/Tremelimumab zugeteilt.

PFS verlängert sich nicht

Beim primären Endpunkt Gesamt­überleben (OS) ergab sich nach einem Follow-up von median 15,2 Monaten ein Trend zugunsten der dualen Checkpoint-Blockade: Das mediane OS wurde von 4,1 Monaten im BSC-Arm auf 6,6 Monate verlängert (HR 0,72; p = 0,07 [gefordertes Signifikanzniveau p < 0,10]). Von der dualen Therapie profitierten alle untersuchten Subgruppen, unabhängig von Tumorlokalisation, BRAF- und RAS-Status. Auch bei Patienten mit mikrosatellitenstabilem Tumor wurde das OS signifikant verlängert und das Mortalitätsrisiko um rund ein Drittel gesenkt (HR 0,66; p = 0,024). Das progressionsfreie Überleben unterschied sich dagegen mit 1,8 vs. 1,9 Monaten praktisch nicht.

Einer der 103 auf eine Response evaluierbaren Patienten im aktiven Studienarm sprach mit einer partiellen Remission an, bei 26 (22 %) gelang eine Tumorstabilisierung. Im Kontrollarm lag die Stabilisierungsrate bei 7 %.

Phase-III-Studie soll die Ergebnisse bestätigen

Nebenwirkungen waren im aktiven Studienarm erwartungsgemäss häufiger als bei alleiniger BSC. Dennoch war bei den aktiv behandelten Patienten seltener eine Verschlechterung der körperlichen Funktion im EORTC-Fragebogen QLQ-C30 festzustellen als im Kontrollarm. Die positiven Ergebnisse der Studie CCCTG CO.26 sollten jetzt laut Prof. Chen durch eine konfirmatorische Phase-III-Studie bestätigt werden.



Chen EX et al.
J Clin Oncol 2019; 37 (suppl 4; abstr 481)

 

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