Montag, 10. Dezember 2018

Fokus Medizin

iStock/Ivannag82

19.11.2018
Von: kas
Artikel Nummer: 26445
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Vom Sushi-Restaurant auf die Notfallstation

Den Besuch in einer Frankfurter Sushi-Bar dürfte eine japanische Familie wohl nicht so schnell vergessen. Nach dem Essen entwickelte die knapp zweijährige Tochter eine anaphylaktische Reaktion.


Welche Zutat der Auslöser für die generalisierte Urtikaria, Heiserkeit und das Erbrechen bei dem kleinen Mädchen war, versuchte das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt herauszufinden. Mittels spezifischen IgE wiesen die Kollegen Sensibilisierungen gegen Senfsaat, Hausstaubmilben und Hühnerei nach. Zahlreiche andere Befunde, darunter auch die für Lachs und Thunfisch, waren dagegen negativ. Auf was hatte das Mädchen bloss reagiert?

In Japan zählt Lachsrogen (Ikura) zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie bei Kleinkindern. Er findet sich als Zutat unter anderem in Reisgerichten, Sushi-Häppchen und als Dekoration. Tatsächlich reagierte die kleine Patientin im Prick-to-Prick-Test auf Lachsrogen mit einer im Durchmesser 13 mm grossen Quaddel. Ein IgE-Spezialtest – ein ImmunoCAP für Forschungszwecke – ergab mit 2,5 kU/l ebenfalls ein positives Ergebnis.

Fischrogen muss als Lebensmittelinhaltsstoff nicht deklariert werden, bemängeln die Ernährungsberaterin Suzanne van Dullemen und Kollegen in ihrem Poster. Ob man ihn in der traditionellen japanischen Küche strikt meiden kann, erscheint fraglich. Die Patientin bzw. ihre Eltern wurden deshalb mit einem Notfallset einschliesslich Adrenalin-Injektor ausgestattet.

 

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