Mittwoch, 17. Januar 2018

Fokus Medizin

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15.12.2017
Von: bk
Artikel Nummer: 26308
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Symptome im Klimakterium: Hitze und Schweiss, Rotklee vertreibt‘s

Phytoöstrogene helfen vielen Frauen im Klimakterium überraschend gut gegen Hitzewallungen. Dass hinter der Wirkung von Rotklee mehr als nur Einbildung steckt, zeigten Wissenschaftler in einer placebokontrollierten Studie.


Viele Frauen im Klimakterium bevorzugen eine gut verträgliche «Ös­tro­gen­behandlung» auf Pflanzenbasis gegenüber der klassischen Hormonsubstitution aufgrund des fehlenden Krebsrisikos. Eine Option könnte Rotklee bieten. Seine Isoflavone binden überwiegend an Östrogen-β-Rezeptoren, die vor allem in nicht gonadalen Geweben wie Fett, Gehirn und Endothel exprimiert werden.

 

Symptome wurden objektiv an der Haut gemessen

 

Dänische Forscher versetzten die im Rotklee glykosidisch gebundenen Isoflavone mit Probiotika, um die Zucker abzuspalten und die Phytoöstrogene dadurch besser bioverfügbar zu machen, und untersuchten ihre Wirkung. An ihrer randomisierten, doppelblinden Studie nahmen 62 perimenopausale Frauen im Alter von 40–65 Jahren teil. Sie litten an mindestens fünf Hitzewallungen pro Tag und wiesen FSH*-Konzentrationen von über 35 IU/l auf. Randomisiert nahmen sie über zwölf Wochen entweder das Rotklee-Probiotikum mit 34 mg Isoflavonen pro Tag oder ein in Aussehen und Geschmack vergleichbares Placebo ein.

Nach drei Monaten reduzierte sich in der Rotkleegruppe die Frequenz der Hitzewallungen signifikant um ca. 23 %, schreiben die Wissenschaftler um den Endokrinologen Dr. Max Norman­ Tandrup­ Lambert­, Aarhus Universitätshospital. Nach einem Jahr nahm die Intensität der täglichen Hitzewallungen ebenfalls signifikant ab – um knapp 40 %. Beide Werte wurden objektiv mittels ambulanter 24-h-Messung der Hautleitfähigkeit festgestellt. Auch die subjektive, von den Studienteilnehmerinnen berichtete Anzahl ging im Vergleich zu Placebo signifikant stärker zurück. Die modifizierte Green Climacteric Scale besserte sich in beiden Gruppen ähnlich stark, Blutdruck- und Plasmalipidwerte glichen sich.

 

* follikelstimulierendes Hormon

 

 

Lambert MNT et al. PLoS One 2017; 12: e0176590.

 

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