Samstag, 23. Juni 2018

Fokus Medizin

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28.05.2018
Von: JL
Artikel Nummer: 26390
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PMS durch Alkohol

Zwischen prämenstruellem Syndrom und Alkoholkonsum scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Dafür spricht eine aktuell erschienene Metaanalyse.


Zahlreiche Frauen leiden an einem prämenstruellen Syndrom (PMS). Als typische Sym­ptome gelten Reizbarkeit, Erschöpfungszustände und depressive Verstimmung. Je nach Ausprägung droht eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bis hin zu regelmässiger Arbeitsunfähigkeit, schreibt Dr. Maria del Mar Fernández von der Universität Santiago de Compostela.

Zusammen mit weiteren Wissenschaftlern hat sie den Einfluss des Alkohols auf das PMS in einer Metaanalyse von 19 Studien untersucht. Das Ergebnis: Frauen, die regelmässig Alkohol trinken, haben ein um 45 % höheres Risiko, ein PMS zu entwickeln. Bei starkem Konsum steigt das Risiko sogar um 79 %.

Ob der Alkohol ursächlich für das PMS ist oder ob die Betroffenen aufgrund ihrer Beschwerden häufiger zur Flasche greifen, kann anhand der Ergebnisse nicht beurteilt werden. Vieles spricht jedoch für einen Kausalzusammenhang. Plausible pathophysiologische Mechanismen sind die Beeinflussung der Hormon- und der Neurotransmitterspiegel durch den Alkohol.

Rund 60 % der Europäerinnen trinken regelmässig Alkohol. Sollten sich die Studienergebnisse bestätigen, wäre jedes fünfte PMS in Europa auf den Alkoholkonsum zurückzuführen und Abstinenz in vielen Fällen eine effektive Präventivmassnahme.

 

Fernández MDM et al. BMJ Open 2018; 8: e019490.

 

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