Samstag, 22. September 2018

Fokus Medizin

iStock/SilverV

11.07.2018
Von: JL
Artikel Nummer: 26406
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Kaffee in der Schwangerschaft lässt den Nachwuchs aufgehen

Kaffee, Schwarztee oder Schokolade in der Schwangerschaft können gewichtige Folgen für das ungeborene Kind haben. Denn selbst kleine Koffein­mengen scheinen den Fetus für späteres Übergewicht zu prädisponieren.


Was ist dran an der «fetalen Programmierung»? – Diese Hypothese, wonach bereits in utero die Weichen etwa für Stoffwechsel­erkrankungen im späteren Leben gestellt werden können, bekommt durch die Ergebnisse einer umfangreichen Beobachtungsstudie aus Norwegen weiteren Aufwind. Mit zunehmendem Koffeinkonsum der werdenden Mütter, so haben die Wissenschaftler um Dr. Eleni Papadopoulou vom Norwegian Institute of Public Health in Oslo gezeigt, steigt auch das Risiko der Kinder, in den ersten Lebensjahren übermässig an Gewicht zuzulegen.

Im Rahmen der Norwegian Mother and Child Cohort Study hatten die Forscher 50 943 Schwangere zu ihrem täglichen Koffeinkonsum befragt. Neben den verschiedenen Kaffee- und Teesorten berücksichtigten sie auch koffeinhaltige Soft- und Energydrinks, Schokolade, Brotaufstriche, Gebäck, Desserts und Süssigkeiten. Sie fanden, dass selbst geringe pränatale Mengen des Alkaloids die Kinder für die Phase ihrer Vorschulzeit für Übergewicht anfällig machten. Und: Je mehr Koffein die Mütter vor der Geburt ihrer Kinder zu sich genommen hatten, desto wahrscheinlicher waren auch hoher Body-Mass-Index und zu viele Kilos beim Nachwuchs im Alter von drei und fünf Jahren.

Ein merklich erhöhtes Risiko für ein zu hohes Körpergewicht mit acht Jahren bestand schliesslich aber nur noch bei den Kindern, deren Mütter mit extrem starkem Koffeinkonsum (≥ 300 mg pro Tag) aufgefallen waren. Einen «sicheren Grenzwert» konnten die Wissenschaftler nicht ausmachen. Angesichts der Studienergebnisse sollten Schwangere am besten ganz auf Koffein verzichten, folgern die Autoren. Zumindest aber sollten sie den Konsum entsprechender Nahrungs- und Genussmittel deutlich einschränken.

 

Papadopoulou E et al. BMJ Open 2018; 8: e018895.

 

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