Montag, 10. Dezember 2018

Fokus Medizin

iStock/alexmak72427

23.11.2018
Von: bk
Artikel Nummer: 26446
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Grünanlagen fürs Gemüt

Durch Begrünungsaktionen brachliegender Flächen lassen sich Gefühle von Trübsinn und Wertlosigkeit positiv beeinflussen – besonders bei ärmeren Stadtbewohnern. Bloss den Müll aufzusammeln, reicht dagegen nicht.


Neben Psychotherapie und Pharmaka helfen wohl auch eher unspezifische Interventionen, die Gemütslage zu verbessern. Eine grüne, gepflegte Umgebung heitert auf und lindert depressive Verstimmung, so die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung aus den USA. Dort untersuchten Wissenschaftler um Professor Dr. Eugenia C. South vom Department of Emergency Medicine, University of Pennsylvania, wie sich die Begrünung in der unmittelbaren Wohnnähe auf die mentale Gesundheit von Grossstädtern auswirkt.

Einbezogen in die populationsbasierte Untersuchung waren 442 Erwachsene im mittleren Alter von 45 Jahren, die im Stadtgebiet von Philadelphia leben. Aufgeteilt in drei Gruppen machten sie auf einem Selbstbeobachtungsfragebogen Angaben zu ihrer Befindlichkeit. Gruppe eins tat dies jeweils, bevor und nachdem eine «Blumenintervention» in ihrer Nähe durchgeführt wurde (bestehend u.a. aus Müllentsorgung, Anpflanzen von Gras und Bäumen). Gruppe zwei wohnte im Umkreis einer alleinigen Müllbeseitigungsaktion. Die Personen im dritten Arm erhielten keine der Massnahmen und galten somit als Kontrollgruppe. 44 % der Studienteilnehmer verfügten über ein jährliches Haushaltseinkommen von weniger als 25 000 US-Dollar.

Verglichen mit der Kontrolle gaben weniger Probanden der Begrünungsgruppe nach einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 18 Monaten an, sich depressiv (–41,5 %) und wertlos (–50,9 %) zu fühlen. Darüber hinaus fanden die Wissenschafler eine – wenn auch nicht signifikante Reduktion – der selbst berichteten allgemeinen schlechten psychischen Gesundheit um –62,8 %.

Vor allem in ärmeren Bezirken hatten die gärtnerischen Bemühungen einen statistisch bedeutsamen Einfluss auf die depressive Stimmung (–68,7 %). Die alleinige Müllbeseitigung reichte dagegen nicht, um die Gemütslage zu verbessern.

 

South EC et al. JAMA Network Open 2018; 1: e180298.

 

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