Mittwoch, 13. Dezember 2017

Fokus Medizin

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11.10.2017
Von: MW
Artikel Nummer: 26268
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Die nichtalkoholische Leberfibrose hat einen Rückwärtsgang

Als Ursache des Leberversagens rückt die nichtalkoholische Steatohepatitis zunehmend in den Vordergrund. Eine Therapie mit Pioglitazon kann das Fibrosestadium offenbar verbessern.


Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NASH) ist weltweit die Nummer eins der chronischen Hepatopathien. Experten gehen davon aus, dass sie bis 2020 die häufigste Ursache für eine Lebertransplantation sein wird. Das Spektrum reicht von der einfachen Fettleber über die Steatohepatitis bis hin zu verschiedenen Stadien der Gewebeveränderung. Die fortgeschrittene Fibrose gilt dabei als unabhängiger Prädiktor eines ungünstigen Verlaufs mit leberbedingtem Tod, Komplikationen oder Notwendigkeit einer Transplantation.

Bisher wurde für keine Substanz sicher belegt, dass sie fortgeschrittene NASH-bedingte Fibrosen in leichtere Stadien zurückführen kann. Am aussichtsreichsten scheinen Rosi­glitazon* und Pioglitazon** zu sein. Dr. Giovanni Musso und Kollegen aus Turin untersuchten daher in einer Metaanalyse von acht randomisierten klinischen Studien, was die Glitazone bei einer hepatischen Gewebeveränderung ausrichten.

Insgesamt waren 516 Patienten mit biopsiegesicherter NASH eingeschlossen. Die Auswertung aller Studien ergab für die Glitazon-Therapie eine Verbesserung der fortgeschrittenen Fibrose (Odds Ratio, OR, 3,15), eine Verbesserung der Fibrosen aller Stadien (OR 1,66) und ein Verschwinden der NASH (OR 3,22). Dies galt in gleicher Weise für Untersuchungen mit Nichtdiabetikern. Die positiven Effekte waren allerdings alle auf Pioglitazon zurückzuführen, Rosiglitazon beeinflusste die Erkrankung nicht. Insgesamt zeigten sich die bekannten Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und vermehrte Unterschenkelödeme.

Die Therapie mit Pioglitazon scheint wohl eine gute Möglichkeit zu sein, das Rad noch einmal zurückzudrehen und eine fortgeschrittene Fibrose bei NASH zu verbessern. Ob sich dies dann auch positiv auf die Gesamtprognose auswirkt, müssten weitere Studien zeigen.

*in der Schweiz nicht mehr zugelassen

**in dieser Indikation nicht zugelassen

 


Musso G et al. JAMA Intern Med 2017; 177: 633–640.

 

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