Mittwoch, 17. Januar 2018

Fokus Medizin

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03.01.2018
Von: JL
Artikel Nummer: 26315
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Bariatrische Operation nicht zu lange aufschieben

Viele übergewichtige US-Amerikaner entscheiden sich für einen bariatrischen Eingriff. Laut einer Studie erreicht jedoch nur jeder Dritte nach der OP einen BMI unter 30 kg/m2. Insbesondere bei einem zu hohen Start-BMI sinken offenbar die Erfolgsaussichten des Eingriffs.


Wissenschaftler haben die Daten von 27 320 Erwachsenen ausgewertet, die sich zwischen 2006 und 2015 im US-Bundesstaat Michigan einer Adipositas-Operation unterzogen hatten. Untersucht werden sollte, wie viele der Patienten mit einem Ausgangs-BMI von durchschnittlich 48 kg/m2 nach einem Jahr einen BMI < 30 kg/m2 aufwiesen und anhand welcher Faktoren sich der Therapieerfolg voraussagen lässt.

Insgesamt erreichten 9713 Personen (36 %) das angestrebte Ziel. Patienten mit einem präoperativen BMI < 40 kg/m2 hatten dabei knapp 13-mal grös­sere Abnehmchancen als Patienten mit einem höheren Startgewicht. Bei einem BMI ≥ 50 kg/m2 gelang nur in 8,5 % der Fälle eine ausreichende Gewichtsreduktion. Hinsichtlich des Abnehmerfolgs erwiesen sich die laparoskopische Sleeve-Gastrektomie, der Roux-en-Y-Magenbypass sowie die biliopan­kreatische Diversion mit duodenalem Switch dem laparoskopisch eingebrachten Magenband als überlegen.

Ein Jahr nach der Operation beantworteten die Studienteilnehmer Fragen zu ihrem Gesundheitszustand. Dabei zeigte sich: Patienten mit einem BMI < 30 kg/m2 hatten im Vergleich zu Patienten mit geringerer Gewichtsreduktion signifikant häufiger eine lipidsenkende, antidiabetische oder antihypertensive Medikation absetzen können.

Dr. Oliver Varban von der University of Michigan Health System in Ann Arbor und Kollegen sprechen sich für eine liberale Behandlungsstrategie aus: Adipöse Patienten sollten rechtzeitig operiert werden. Und zwar dann, wenn ihr BMI die kritische Grenze von 40 kg/m2 noch nicht überschritten hat. Werde der Eingriff zu lange hinausgezögert, sei der Therapieerfolg in Gefahr und relevante Komorbiditäten seien schlechter in den Griff zu bekommen.

 

Varban OA et al. JAMA Surg 2017; 152: 1058–1064.

 

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