Sonntag, 21. Oktober 2018

Fokus Medizin

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20.04.2018
Von: BE
Artikel Nummer: 26374
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Antidiabetikum bei M. Parkinson wirksam

Der GLP-1-Agonist Exenatide gilt als Hoffnungsschimmer gegen M. Parkinson. Unklar bleibt jedoch, ob der Wirkstoff nicht nur die Symptome lindert, sondern auch neuro­protektiv wirkt.


Den Nutzen des Diabetes-Medikaments Exenatide bei Morbus Parkinson erforschen Wissenschaftler in Grossbritannien an 62 moderat betroffenen Parkinson-Patienten, die Wearing-off-Effekte ihrer Therapie erlebten. Zusätzlich zu ihrer dopaminergen Medikation erhielten die Teilnehmer über 48 Wochen entweder Exenatide oder Placebo. Darauf folgte eine zwölfwöchige Wash-out-Phase.

Um mögliche Effekte der dopaminergen Medikation so gering wie möglich zu halten, wurden die Untersuchungen am frühen Morgen durchgeführt, sodass die Einnahme des letzten dopaminergen Medikaments möglichst weit zurücklag («Off-Medikation»).

Im Off-Medikationsstatus verbesserten sich die 32 Verum-Patienten hinsichtlich ihrer motorischen Funktion auf der MDS-­UPDRS*-­Skala, Abschnitt 3, um durchschnittlich einen Punkt. Die 30 Placebo-Patienten verschlechterten sich hingegen um 2,1 Punkte – ein signifikanter Unterschied. Weitere relevante Differenzen zwischen den Gruppen konnten die Forscher allerdings nicht beo­bachten.

 

Ähnliche Nebenwirkungen wie bei Diabetespatienten

 

Erstmals liess sich jedoch beim Menschen zeigen, dass Exenatide in der Zerebrospinalflüssigkeit nachweisbar ist. Und zwar in vergleichbaren Konzentrationen, die in Tierversuchen zu neuroprotektiven Effekten geführt hatten. Das Nebenwirkungsprofil von Exenatide entsprach dem bei Diabetes bekannten.

 

* Movement Disorder Society – Unified Parkinson’s Disease Rating Scale

 

 

Athauda D et al. Lancet 2017; 390: 1664–1675.

 

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