Dienstag, 17. Oktober 2017

Fokus Medizin

iStock/Pavel1964

10.08.2017
Von: TiF
Artikel Nummer: 26240
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Akutes Nierenversagen nach Marathon: Langzeitfolgen ungewiss

In einer Studie mit Marathonläufern deutete bei 82 % alles auf ein akutes Nierenversagen.


Um herauszufinden, ob sich ein Marathonlauf auf die Niere auswirkt, untersuchte ein Team um die Nephrologin Sherry George Mansour von der Yale University School of Medicine in New Haven 22 Teilnehmer des Hartford Marathons. Die Forscher analysierten Nierenfunktion und Biomarker für Nierenschädigungen (u. a. IL‑6, IL‑8, KIM 1) jeweils 24 Stunden vor, direkt nach und 24 Stunden nach dem Lauf.

82 % der Sportler zeigten im Anschluss an den Marathon alle Anzeichen eines akuten Nierenversagens, Stufe 1 bis 2 nach AKIN*‑Kriterien. Der Kreatinin-Spiegel war deutlich erhöht. Bei 73 % der Läufer fanden die Kollegen unter dem Mikroskop Schädigungen der Nierentubuli. Auch die Biomarker deuteten auf ein geschädigtes Nierengewebe.

Ursache sei vermutlich eine Kombination aus erhöhter Körperkerntemperatur, Dehydrierung bzw. vermindertem Blutfluss, so die Autoren. Obwohl sich die Werte nach zwei Tagen wieder normalisierten, stelle sich die Frage, wie sich die wiederholte Kurzzeitschädigung durch Extrembelastungen auf Dauer auswirke. Das müsse man weiterverfolgen, konstatierten die Forscher.

* Acute Kidney Injury Network

 

Mansour SG et al. Am J Kidney Dis 2017; online first

 

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