Mittwoch, 17. Juli 2019

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Foto: iStock/KatarzynaBialasiewicz

28.01.2019
Von: Dr. pharm. Chantal Schlatter, Apothekerin
Artikel Nummer: 26472
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Schäden an Haut und Schleimhaut lindern

Supportivtherapie bei Krebspatienten


Obwohl die Behandlung von Krebs grosse Fortschritte erzielt hat und die Therapien besser verträglich geworden sind, bleiben medikamenten- und bestrahlungsbedingte Nebenwirkungen eine Herausforderung. Durchfall, Haarausfall sowie Haut- und Schleimhautschäden beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität Betroffener, sie gefährden auch den Therapieerfolg, wenn diese aufgrund schwerer Nebenwirkungen reduziert oder gar abgebrochen werden muss.

 

Eine Möglichkeit, den Haut- und Schleimhautschäden entgegenzuwirken, besteht aus dem Prinzip der sogenannten F.A.G.® – Fatty Acids Group. Es handelt sich dabei um Fettsäuren, die in der Lage sind, Entzündung und Schmerz auf natürliche Art und Weise zu lindern. Der italienische Internist und Onkologe Dr. Raffaele Migliaccio forscht bereits seit vielen Jahren mit diesen Fettsäuren, die natürlicherweise im Organismus vorkommen und dort Entzündung und Schmerz bekämpfen. Aufgrund der positiven Forschungsergebnisse und Erfahrungen bei Patienten haben er und sein Team eine Produktelinie zur Bekämpfung von Haut- und Schleimhautschäden bei Krebspatienten entwickelt. Die Präparate dieser Supportive Care Linie werden nun neu und exklusiv durch die Schweizer Firma Element of Life AG auch hierzulande vertrieben.

 

 

 

«Der Respekt, der denen gebührt, die leiden»

 

Der Internist und Onkologe Dr. Raffaele Migliaccio, Again Life Italia, ist der Entdecker der F.A.G.® zur Behandlung von Chemo- und Strahlentherapie-bedingten Haut- und Schleimhautschäden. F.A.G.® enthält die richtigen Nährstoffe für die Zellen, um den Entzündungsprozess rasch zu stoppen.


Dr. Migliaccio, als Internist und Onkologe, wie relevant sind chemotherapeutische und strahlentherapeutische Nebenwirkungen wie Mukositis und Stomatitis bei Krebspatienten?
Dr. Raffaele Migliaccio: Nebst der Chirurgie sind Chemotherapie und Strahlentherapie weitere Methoden zur Bekämpfung von Krebs. Sie haben zum Ziel, den Krebs zu beseitigen oder – wenn das nicht möglich ist – sein Wachstum zu kontrollieren, um das Überleben zu erhöhen. Diese Therapien sind nicht möglich ohne Nebenwirkungen auf die Haut und Schleimhaut im Mund und im Genital- und Analbereich. Solche Nebenwirkungen treten häufig auf und können dazu führen, dass sowohl die Chemotherapie als auch die Strahlentherapie gestoppt werden müssen – mit offensichtlich negativen Folgen.


Was hat Sie dazu bewogen, auf diesem Gebiet zu forschen?
Der Respekt, der denen gebührt, die leiden. Menschen mit Krebs sind zuallererst Menschen, bevor sie Patienten sind. Es ist daher notwendig, alle erforderlichen Anstrengungen zu unternehmen, um ihnen das Leben zu erleichtern. Nebenwirkungen stellen für Patienten ein grosses Hindernis bei der Bewältigung ihres Alltags dar. Es ist klar, dass die Chemotherapie dadurch auch schwieriger zu ertragen wird. 


Wie sind Sie auf das Prinzip der Fettsäuregruppe F.A.G.® als mögliche unterstützende Therapie gekommen?
Die Forschung begann damit, dass die Natur bereits alle Antworten auf alle Phänomene hat, die unseren Körper betreffen. Die Lösung war also in den natürlichen Prozessen zu suchen. Deshalb untersuchten wir zunächst die an Entzündungsprozessen beteiligten Zellen und betrachteten sie in einem neuen Licht. Mit der gewonnenen Erfahrung aus unserer Forschungsarbeit und etwas Glück ist es uns gelungen herauszufinden, wie wir die an Entzündungen beteiligten Zellen kon­trollieren können: Durch die Entwicklung einer Verbindung auf Basis von Fettsäuren, die F.A.G.®. Diese Verbindung ist die Grundlage diverser Produkte, die von Krebspatienten zur Linderung der Nebenwirkungen verwendet werden.


Wie muss man sich die Wirkweise von F.A.G.® vorstellen?
F.A.G.® ist eine natürliche Verbindung, die aus einer Gruppe von Fettsäuren besteht. Fettsäuren spielen überall im Körper eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Energiegewinnung, bei der Bildung von Zellmembranen sowie bei der Produktion von Elementen, die Rezeptoren an- und ausschalten können. Rezeptoren sind wie Schalter, die bestimmte Zellreaktionen aktivieren oder deaktivieren können. Zur Einschaltung wird ein Rezeptor-Agonist, zur Ausschaltung ein Rezeptor-Antagonist benötigt.
F.A.G.® ist in der Lage, dem Körper die richtigen Fettsäuren für die Bildung eines Rezeptor-Antagonisten zu liefern, der die Entzündung ausschalten kann.
Normalerweise sind in unserem Körper genügend dieser Fettsäuren vorhanden. Doch bei fortdauernder Gewebeschädigung erschöpfen sich diese Reserven. F.A.G.® liefern den Zellen sowohl die notwendigen Bausteine als auch die erforderliche Energie, um die Entzündungsreaktion zu kontrollieren.


Ist die Wirkung der F.A.G.® wissenschaftlich belegt?
F.A.G.® ist ein patentiertes Präparat, das wissenschaftlich auf hohem Niveau abgestützt ist und in vielen Ländern eingesetzt wird, wie beispielsweise in Europa, Amerika, Indien und im Nahen Osten. Alle Produkte werden in klinischen Studien untersucht, die auf der ganzen Welt durchgeführt werden. Zur wissenschaftlichen Dokumentation gehören auch Vergleichsstudien mit Kortison, in denen F.A.G.® als stärker entzündungshemmend abgeschnitten hat. Aus allen Studien geht ausserdem hervor, dass die Wirkung von F.A.G.® rasch einsetzt und keine Nebenwirkungen verursacht. Diese beiden Aspekte sind von grosser Bedeutung für Patienten, die sich einer Chemo- und/oder Strahlentherapie unterziehen. F.A.G.®-basierte Produkte sind nun auch in der Schweiz in Form der sogenannten Supportive Care Linie erhältlich, um diejenigen Patienten wirksam zu unterstützen, die sie dringend benötigen.


Da Fettsäuren an vielen Stellen beteiligt sind – gibt es vielleicht noch weitere Einsatzgebiete für F.A.G.®?
F.A.G.® ist aufgrund seiner Funktionen für viele weitere Indikationen geeignet, wie zum Beispiel bei Chemotherapie bedingter Nervenschädigung. Oder im Zusammenhang mit Augenkrankheiten wie Makuladegeneration oder Glaukom. Auch in alltäglicheren Situationen gibt es diverse Einsatzmöglichkeiten, wie bei Fieberbläschen beispielsweise oder bei übermässiger Schweissbildung, hier mit einem innovativen Ansatz, der kein Aluminium benötigt. – Es bleibt spannend, im Gebiet der F.A.G.® zu forschen.

 

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