Dienstag, 17. Oktober 2017

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30.06.2017
Von: Winfried Powollik
Artikel Nummer: 26230
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Nivolumab ermöglicht Langzeitüberleben bei wenig Nebenwirkungen

Hepatozelluläres Karzinom


CHICAGO – Patienten mit hepatozellulärem Karzinom mit und ohne Sorafenib-Behandlung profitieren von der Immuntherapie mit Nivolumab. CheckMate 40 untersucht die maximal tolerierbare Dosis und den klinischen Nutzen bei dieser Indikation. Ein Update präsentierte Dr. Todd S. Crocenzi, Portland (OR).


Weltweit erkranken jährlich mehr als 750 000 Patienten neu am hepatozellulären Karzinom (HCC). Sorafenib ist die weltweit einzig zugelassene Substanz beim HCC, leider mit mässigen Resultaten. Kommt es zum Progress, gibt es kaum noch therapeutische Optionen. Die Studie CheckMate 40 untersucht, welchen Einfluss die Immuntherapie mit Nivolumab auf das Überleben und das Ansprechen hat, sowohl bei Patienten, die mit oder ohne Sorafenib behandelt worden sind, als auch Patienten mit und ohne chronische Hepatitis B oder C.

Zwischen November 2012 und August 2016 wurden 262 über 18-jährige Patienten mit histologisch gesichertem fortgeschrittenem HCC in die Studie aufgenommen. Bei einer HBV-Infektion wurde eine wirksame antivirale Therapie veranlasst. Bei HCV wurde keine antivirale Therapie verlangt. Ausgeschlossen wurden Patienten mit T-Zell stimulierender oder Checkpoint beeinflussender Therapie.

Die Studienteilnehmer erhielten in der Dosiseskalationsphase (n = 48) intravenös 0,1–10 mg/kg Nivolumab alle zwei Wochen. In der Dosisexpansionsphase erhielten die 214 Patienten 3 mg/kg alle zwei Wochen, unabhängig vom PD-L1-Status.

Sicherheitsprofil war beherrschbar

Als primärer Endpunkt war in der ersten Gruppe die Sicherheit und Verträglichkeit definiert und in der Expansionsgruppe die objektive Ansprechrate gemäss RECIST Version 1.1. Die sekundären Endpunkte, die nur in der Expansionsgruppe ermittelt wurden, waren u. a. Ansprechraten und das Gesamtüberleben.

202 (77 %) von 262 Probanden haben die Studie abgeschlossen und werden nachbeobachtet. Von den 48 Patienten brachen 46 die Studie ab, 42 wegen Krankheitsprogression. Die Inzidenz behandlungsbedingter Nebenwirkungen scheint nicht mit der Dosierung zusammenzuhängen. Das Sicherheitsprofil von Nivolumab war beherrschbar. 30 Patienten im Eskalationsarm gestorben.

«Bei den Sorafenib-naiven Patienten lag das mediane Überleben bei knapp 28 Monaten und bei Patienten, die Nivolumab in der zweiten Linie erhalten haben, lag es bei 15 Monaten. Das sind vielversprechende Daten», erklärte Professor Dr. Arndt Vogel, Hannover, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie,
Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover, im Onko Internetportal.2

Wer profitiert, profitiert lange

Nivolumab löst allerdings nicht alle Probleme der systemischen Therapie beim HCC. In der Dosisexpansions-Phase lag die ORR bei 20 % (95 % CI 15–26) und in der Eskalationsphase bei 15 % (95 % CI 6–28). «Es gibt also noch eine ganze Reihe von Patienten, die nicht von der Immuntherapie profitieren. Aber diejenigen, die profitieren, profitieren lange, das ist sicherlich gut», so Prof. Vogel.2



ASCO-Jahreskongress 2017; Abstract #4013.

1 El Khoueiry AB et al. The Lancet Oncology 2017; http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31046-2.

2 https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/kongresse/asco-annual-meeting/asco-annual-meeting-2017/leberzellkarzinom-grosse-phase-3-studien.html 

 

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