Montag, 16. Dezember 2019

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22.11.2019
Von: mic
Artikel Nummer: 26666
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Ein Freund fürs Leben

Hunde reduzieren die Sterblichkeit nach Infarkt und Schlaganfall


Toronto/Uppsala – Der Besitz eines Hundes ist mit höherer sozialer Integration, niedrigerem Blutdruck und einem aktiveren Leben verbunden. Laut zwei neuen Studien kann der Vierbeiner zudem das Leben verlängern.


Singles leben in Gesellschaft des besten Freundes des Menschen besonders gesund, glauben Dr. Mwenya­ Mubanga von der Abteilung für Medizinwissenschaft der Universität Uppsala und ihre Kollegen. Schliesslich können sie einen Kameraden besonders gut gebrauchen, der sie zudem dazu motiviert, sich mehr zu bewegen. So zumindest lautet die These der Forscher.
Um sie zu überprüfen, haben sie die Daten aller Schweden jenseits der Vierzig, die zwischen 2001 und 2012 einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlebt hatten, analysiert. Dabei unterschieden sie zwischen Hundebesitzern und Nicht-Hundebesitzern sowie zwischen Alleinlebenden und mit Partner oder Kind lebenden Patienten.


Differenz grösser bei Alleinlebenden
Tatsächlich liess sich die Theorie der Wissenschaftler bestätigen: Die Chancen von Hundebesitzern, die mit einem Partner oder Kind zusammenlebten, einen Herzinfarkt langfristig zu überleben, lagen um 15 % höher als bei Menschen ohne Hund im Haushalt. Unter Alleinlebenden betrug die Differenz sogar 33 %. Ähnliches galt auch für Patienten, die einen Schlaganfall erlitten hatten: Bei den Alleinlebenden war die Sterblichkeit um 27 % erniedrigt. 12 % betrug der Unterschied bei denen, die mit Partner oder Kind lebten.


Auch Herzgesunde dürfen auf ein längeres Leben hoffen, wenn sie sich einen Hund anschaffen. Dafür spricht eine neue kanadische Metaanalyse. Dr. Caroline­ K. Kramer­ vom Sinai Centre for Diabetes der Universität Toronto und Kollegen haben alle Studien zum Thema aus den letzten 69 Jahren neu ausgewertet, mit insgesamt 3 837 005 Patienten.(1) Das Ergebnis: Mit Dackel, Dogge oder Dalmatiner an ihrer Seite kann die Allgemeinbevölkerung ihre Sterblichkeit um 24 % verringern. Bei einem vorherigen koronaren Ereignis in der Krankenakte liegt das Risiko sogar um 65 % niedriger.


Die wichtigste Ursache für dieses Phänomen ist wahrscheinlich das Plus an Bewegung, das der Hund seinem Herrchen aufnötigt, so Dr. Kramer und Kollegen. Das Team um Dr. Mubanga betont zudem die psychosoziale Unterstützung, die das Tier gerade einsamen Herzen vermittle.(2) Für die erste These liefern die Forscher sogar einen Beleg: Einer aktuellen Studie zufolge profitieren Patienten vom Besitz kleinerer Hunde, die tendenziell weniger Bewegung benötigen als grosse, am wenigsten.

mic
(1) Kramer CK et al. Circ Cardiovasc Qual Outcomes 2019: e005554
(2) Mubanga M et al. A.a.O.: e005342

 

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