Samstag, 14. Dezember 2019

Fokus Medizin

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04.02.2019
Von: bk
Artikel Nummer: 26474
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HIV (m)abgeblockt

Ein neuer Antikörper kann HI-Viren den Zutritt zu Immunzellen verwehren. Eine Phase-III-Studie dokumentiert die klinische Wirksamkeit bei HIV-1-Infizierten, die Multiresistenzen entwickelt haben.


Die kombinierte antiretrovirale Therapie hat die Überlebenschancen von HIV-Patienten stark verbessert. Probleme bereiten nach wie vor multiple Resistenzen gegen die antiviralen Chemotherapeutika (MDR). Mit Ibalizumab wurde ein indirekt wirkender Antikörper entwickelt. Er bindet nichtkompetitiv an den CD4-Rezeptor der T-Zellen und blockiert durch eine Konformationsänderung den Zugang für die HI-Viren, scheinbar ohne mit der lebenswichtigen CD4-vermittelten Immunität zu interagieren. In einer offenen Phase-III-Studie mit MDR-HIV-Patienten zeigte der Antikörper eine deutliche antivirale Wirksamkeit, wenngleich nicht alle Patienten optimal auf die Behandlung ansprachen.

 

Signifikanter Abfall der Viruslast bei 83 %

 

Einbezogen in die Studie waren 40 Erwachsene mit einer HIV-1-Infektion, bei denen mehrere antivirale Therapien nicht mehr griffen und die eine Virenlast von mehr als 1000 RNA-Kopien/ml aufwiesen. Nach einer siebentägigen Kontrollphase unter der aktuellen Therapie erhielten sie zusammen mit einer individuellen antiretroviralen Hintergrundtherapie (inklusive reaktiver Wirkstoffe) nach einer 2000-mg-Startdosis über 25 Wochen 800 mg Ibalizumab alle 14 Tage (i.v.). 31 Personen beendeten den Test und die Nachuntersuchungen.

Verglichen mit der Kontrollphase ergab sich bei 33 (83 %) Patienten ein signifikanter Abfall der Viruslast, 43 % der Patienten wiesen in Woche 25 weniger als 50 Kopien/ml auf. Bei 50 % reduzierte sich die Viruslast auf weniger als 200 Kopien/ml.

Neun Patienten sprachen nicht oder kaum auf die Therapie an. Bei ihnen deuteten Gen-Tests auf eine  verringerte Empfindlichkeit gegenüber der Substanz hin. Ein Patient entwickelte eine schwere immunologische Nebenwirkung.

 

 

Emu B et al. N Engl J Med 2018; 379: 645–654.

 

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