Donnerstag, 17. Oktober 2019

Fokus Medizin

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13.05.2019
Von: mic
Artikel Nummer: 26546
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Dauerglotzen stört die Entwicklung

Jedes vierte Kind hinkt bei Schuleintritt der Entwicklung der anderen deutlich hinterher. Den Grund sehen Forscher darin, dass diese Kinder schon im frühen Alter zu viel Zeit vor Fernseher und Computer verbringen.


Obwohl die Ausbildung an Schulen und Universitäten stetig besser und moderner geworden ist, haben sich die Leistungen der Schüler nicht gebessert. «Wie kann das sein?», fragen Dr. Sheri­ Madigan­ und Kollegen vom Department of Psychology der University of Calgary in Kanada. Verpassen Kinder aufgrund ihres verstärkten Medienkonsums etwa wichtige Entwicklungsschritte? Um das herauszufinden, haben Dr. Madigan und ihre Kollegen einen Blick auf die Zeit zwischen der Geburt und dem fünftem Lebensjahr geworfen.

Hierfür analysierten sie die Daten von 2441 Kindern, die im Rahmen der kanadischen «All Our Families»-Studie über ihre ersten fünf Lebensjahre eng begleitet worden waren. Diese Kinder haben, wie die Autoren zeigen, in dieser Spanne erstaunlich viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht: Als Zweijährige schauten sie im Schnitt 2,4 Stunden pro Tag in die Röhre, im Alter von drei Jahren waren es 3,6 Stunden. Empfohlen wird in den Leitlinien für Kinder nicht mehr als eine Stunde Konsum – und das auch nur von erzieherisch wertvollen Inhalten.

 

Nicht nur die Motorik kommt zu kurz

 

Dass die Fünfjährigen nicht mehr als 1,6 Stunden vor dem Bildschirm verbrachten, erklären sich die Wissenschaftler dadurch, dass sie dank der Schule einfach weniger Zeit dafür hatten. Ein hoher Medienkonsum im Alter von zwei bzw. drei Jahren ging mit schlechteren Ergebnissen in den Entwicklungstests im Folgejahr einher. Gucken Kinder zu viel auf Computer- und TV-Bildschirme, können sie wichtige Gelegenheiten verpassen, ihre sozialen, motorischen und kommunikativen Fähigkeiten zu schulen, mahnen die Autoren. Auch Ärzte seien dazu aufgerufen, auf diese Zusammenhänge hinzuweisen.

 

 

Madigan S et al. JAMA Pediatr 2019; 173: 244–250.

 

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