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Mittwoch, 23.05.2012     Medical Tribune Group





Harnverhalt und Operation hinauszögern

Im Doppelpack an die dicke Prostata

Welche Medikamente eignen sich, um dem benignen Prostatasyndrom zu Leibe zu rücken? Das Ziel ist, Miktionsbeschwerden zu lindern und die Progression der Erkrankung aufzuhalten.

Die Besserung der unteren Harntraktsymptomatik steht bei der konservativen Therapie des benignen Prostatasyndroms für die Patienten im Vordergrund. In der Praxis werden hierfür häufig Phytopharmaka eingesetzt. In fünf prospektiven Studien habe man für sie aber bisher noch keine eindeutige Wirksamkeit nachweisen können, sagte PD Dr. Stephan Madersbacher aus Wien auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Deswegen werden diese Medikamente auch in den Leitlinien zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) nicht uneingeschränkt empfohlen. Alpharezeptorblocker führen dagegen nachweislich zu einer raschen, signifikanten Besserung der Prostatabeschwerden, ändern aber nichts am Fortschreiten der Erkrankung, sagte der Kollege.

Bei hohem Risiko: Kombitherapie

Die 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren können dagegen die Progression der benignen Prostatahyperplasie „ausbremsen“ und einen Harnverhalt um etwa zwei Jahre herauszögern. Im direkten Vergleich zu Alphablockern waren sie bei der Symptomlinderung unterlegen. Dieser Unterschied verliere sich aber mit der Dauer der Studien, da Alphablocker offensichtlich „über die Jahre“ in ihrer Wirksamkeit nachlassen, berichtete der Urologe.
Wie soll man nun vorgehen? Bei Patienten mit Beschwerden und geringem Progressionsrisiko (PSA und Prostatavolumen niedrig) sollten Alphablocker eingesetzt werden. Bei Patienten mit Symptomen und hohem Progressionsrisiko (grosse Prostata, PSA erhöht) empfiehlt sich eine Kombination von Alphablocker und 5-alpha-Reduktase-Inhibitor. Nach sechs bis zwölf Monaten können die Alphablocker in den meisten Fällen wieder abgesetzt werden, berichtete Dr. Madersbacher. Als neue Ansätze bei der Therapie des benigen Prostatasyndroms werden zur Zeit PDE-5-Inhibitoren und LHRH-Antagonisten untersucht. MW


 
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