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Salben und Cremes beruhigen die atopische Haut
Dämpfen Sie Juckreiz und Entzündung!
Das eine Rezept für alle Ekzempatienten gibt es nicht. Die lokale Therapie des atopischen Ekzems muss den Bedürfnissen des Hautkranken genau angepasst sein – je nachdem, wie alt der Patient ist und welche Körperstellen wie schwer betroffen sind.
Ziel der Lokaltherapie beim atopischen Ekzem ist es, die Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen und die immunologische Dysbalance zu bekämpfen. Beide Effekte laufen in der Regel parallel ab. Normalisiert man den Fett- und Wassergehalt der Haut, wirkt das auch der Entzündung entgegen. Andererseits lässt sich mit antientzündlichen Mitteln die Hautbarriere stärken, erklärte Professor Dr. Regina Fölster-Holst von der Universitätshautklinik Kiel beim 2. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongress.
Nichts geht ohne sorgsame Basispflege
Da die Mitarbeit des Patienten bei lokalen Therapien besonders wichtig ist, sollte man auf die Information der Betroffenen bzw. der Eltern besonderen Wert legen. Unannehmlichkeiten bei der Therapie gilt es möglichst zu vermeiden. Kein Patient wird compliant sein, wenn die verschriebene Salbe schlecht riecht oder sich nicht verreiben lässt, mahnte die Referentin.
Über alle Stufen der Behandlung legen die Pflegemassnahmen den Grundstein der Therapie. Hydratisierend wirken z.B. Harnstoff (3–10?%) und Glyzerin (5–10?%), gegen den Pruritus eignen sich Polidocanol* (5?%), das grossflächig und mehrmals am Tag angewendet werden kann, oder Menthol (1–2?%). Salizylsäure* kann man bei Erwachsenen gegen starke Schuppenbildung einsetzen, während Schieferöle (z.B. Bituminosulfone, 5?%) nur noch selten bei chronischen lichenifizierten Ekzemen verwendet werden. Gerbstoffe haben eine adstringierende und gewisse entzündungshemmende Wirkung, sodass man sie bei leicht nässenden Läsionen einsetzen kann. Immer wieder wird postuliert, dass Ceramide die Barrierefunktion der Haut stärken. Zwar gibt es hierfür noch keine ausreichende Evidenz, doch wird auf diesem Gebiet derzeit fleissig geforscht, berichtete die Expertin.
Was dämmt die starke Entzündung ein?
Reichen Pflegemassnahmen nicht mehr aus und drängt sich eine entzündliche Infektion in den Vordergrund, muss man mit Antiseptika behandeln. In Frage kommen Octenidin* plus Phenoxyethanol*, Chlorhexidingluconat* (0,5?%), Triclosan* (1–2?%) oder Methylrosaniliniumchlorid*-Lösung. Auch silberbeschichtete Kleidung oder Seide, die mit quaternären Ammoniumverbindungen ausgestattet wurde, sind im Kampf gegen bakterielle Infektionen effektiv. Antibiotika sollten dagegen bei den Ekzemgeplagten zurückhaltend verwendet werden. Vor allem das hoch wirksame Mupirocin* bleibt laut Prof. Fölster-Holst wegen der Gefahr von Resistenzentwicklung den MRSA-Patienten vorbehalten.
Bei ausgeprägter Entzündung geht an antiinflammatorisch wirkenden Substanzen wie topischen Kortikosteroiden, aber auch topischen Calcineurininhibitoren (TCI) kein Weg vorbei, so die Referentin. Letztere setzt man ein, wenn Kortison* nicht vertragen wird bzw. nicht wirkt, oder man verwendet sie für die Hautregionen Gesicht, Intertrigines und Genitalbereich, denn diese zeichnen sich durch hohe Penetrationsfähigkeit aus.
In einer Studie hat sich gezeigt, dass die Kombination von Kortikosteroiden mit TCI keine bessere Wirkung bringt als die Monotherapie. Aus eigener Erfahrung aber weiss Prof. Fölster-Holst, dass man nach der Kortisonanwendung durch Calcineurininhibitoren Steroide einsparen kann. Eine Immunsuppression durch die TCI ist bisher nicht nachgewiesen. Allerdings kann man zur Langzeitbedenklichkeit dieser relativ neuen Substanzen erst in 15 Jahren Stellung nehmen. Deshalb bleiben TCI zunächst Zweitliniensubstanzen, mahnte die Hautärztin.
SK
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