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Mittwoch, 23.05.2012     Medical Tribune Group





Blutdrucksenkung bei Diabetikern

Mit vereinten Kräften

Hypertoniker, die zusätzlich an Diabetes leiden, sind immer Hochrisikopatienten. Um die hier besonders strikten Zielblutdruckwerte einhalten zu können, sollte auch wegen des möglichen Zusatznutzens von Anfang an auf eine Kombinationstherapie gesetzt werden.

Schon die UKPDS-Studie hat gezeigt, dass Diabetiker von einer strengen Blutdruckeinstellung (damals noch unter 150/85 mmHg) enorm profitieren. „Heute sind die Zielwerte für Diabetiker wesentlich strenger gefasst“, sagte Professor Dr. Peter Trenkweiler, München, auf einem von Servier unterstützten Satellitensymposium im Rahmen des 31. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga. Angestrebt wird ein Blutdruck unterhalb von 130/80 mmHg, bei zusätzlicher Proteinurie sogar von weniger als 125/75 mmHg. Will man in diesen Zielbereich vorstossen, reicht eine Monobehandlung in der Regel nicht aus. Auch die neuen europäischen Leitlinien empfehlen bei Diabetikern daher eine primäre Kombinationstherapie. Als Standard gilt bei hypertonen Diabetikern die Kombination von ACE-Hemmer/AT1-Antagonist und Diuretikum. Thiaziddiuretika sind wegen ihres ungünstigen Einflusses auf den Glukosestoffwechsel zu meiden.

Zusätzlicher Benefit

Sehr gut geeignet sei die niedrig dosierte Fixkombination von Perindopril und Indapamid, sagte Prof. Trenkweiler. Indapamid ist kein Thiaziddiuretikum und verhält sich bezüglich Blutzucker, Blutfetten und Harnsäure stoffwechselneutral. Zudem ist für beide Komponenten der Kombination bei Einmalgabe eine zuverlässige Wirkung über 24 Stunden belegt. Eine Linksherzhypertrophie (LVH) ist immer mit einem besonders hohen Risiko verbunden. Für die Kombina­tion Perindop-ril/Indapamid konnte in zwei Studien gezeigt werden, dass sie zu einer deutlichen Rückbildung der LVH führt und hier der Monotherapie mit Enalapril (PICXEL-Studie1) bzw. Atenolol (REASON-Studie2) überlegen ist. Auch in Bezug auf die Nephroprotektion schneidet die Fixkombination günstig ab.

Ereignisrate sinkt

In der ADVANCE-Studie3 wurde zudem belegt, dass die zusätzliche Gabe der Fixkombination im Vergleich zur Standardblutdruckbehandlung mit einer niedrigeren Rate an kardiovaskulären Ereignissen und Todesfällen einhergeht, wie Professor Dr. Dieter Tschöpe, Bad Oeynhausen, berichtete. Bei mehr als 11000 Patienten konnte hier gezeigt werden, dass unter Perindopril/Indapamid die Gesamtmortalität und die Rate an kardiovaskulären Ereignissen um jeweils 14 % niedriger sind als unter der Standardtherapie. Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wurde sogar um 18 % und die Rate an renalen Ereignissen um 21 % gesenkt. Die Kombination sei daher ein wichtiges Werkzeug bei der Behandlung hypertoner Diabetiker, meinten die Experten. MW

1Perindopril/Indapamide in a Double-Blind Controlled Study versus Enalapril in Left Ventricular Hypertrophy; Dahlöf B et al., J Hypertens 2005, 23: 2063–2070
2Preterax and Regression of Arterial Stiffness in a controlled double blind study; Mallion JM et al., Am J Hypertens 2004; 245–251
3Action in Diabetes an Vascular Disease: Preterax and Diamecron MR Controlled Evaluation; Patel A et al., Lancet 2007; 370: 829–840



 
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