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Mittwoch, 23.05.2012     Medical Tribune Group





Herpes zoster

Antivirale Therapie früh beginnen

In der Schweiz erkranken jährlich etwa 13 000 Patienten an Herpes zoster. Betroffen sind vor allem alte Menschen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem.

Foto: Dr. D. Gaina
Foto: Dr. D. Gaina
Die Grundlage für Herpes zoster wird bereits in der Kindheit gelegt. Die Erstinfektion mit Varizellen-Zoster-Viren (VZV) verursacht bei Kindern die Windpocken. Eine Erstinfektion nach dem 15. Lebensjahr ist eher selten. Die VZV bleiben danach in den Dorsalganglien und den Ganglien des Nervus trigeminus lebenslang persistent.

Die VZV werden bei immunkompetenten Menschen durch die zellvermittelte Immunität meist in Schach gehalten. Ist diese jedoch geschwächt, so wandern die VZV von den Ganglien in eines oder mehrere Dermatome und verursachen die typischen Symptome des Herpes zoster (s. Kasten). Gründe für eine geschwächte Immunität sind hohes Alter, immunkompromittierende Krankheiten wie AIDS oder Leukämien sowie eine Therapie mit Immunsuppressiva oder Zytostatika. Stress, UV-Strahlen und Verletzungen begünstigen die Entwicklung von Herpes zoster.

Grundsätzlich kann Herpes zoster in jedem Dermatom des Körpers ausbrechen. In der Regel sind aber nur die Dermatome des Thorax, des oberen Lumbalbereichs (T3 bis L2) und des Gesichts (Nervus trigeminus) betroffen.

Vier verschiedene Virostatika

Zur antiviralen Therapie des Herpes zoster stehen vier Wirkstoffe zur Verfügung: Aciclovir, Brivudin, Famciclovir und Valaciclovir. Alle Medikamente verkürzen die Dauer der Krankheit, verhindern neue Hautläsionen und reduzieren die Schmerzen. Je früher die medikamentöse Therapie beginnt, desto besser ist ihre Wirkung. Eine antivirale Therapie ist jedoch nicht in jedem Fall nötig. Indikationen für den Einsatz von Virostatika sind:
  • Alter über 50 Jahre,
  • immunsupprimierte Patienten,
  • starke Schmerzen (prodromal oder bei Beginn des Hautausschlags),
  • Herpes zoster im Bereich der Augen,
  • zervikaler Herpes zoster mit motorischen Ausfällen.
Zur Prophylaxe von Herpes zoster sind die Virostatika jedoch nicht geeignet. Bei sehr starken Schmerzen können zusätzlich Analgetika eingesetzt werden.

Postherpetische Neuralgie

Persistieren die Schmerzen im Bereich des betroffenen Dermatoms nach der Heilung der Hautläsionen, so spricht man von einer postherpetischen Neuralgie (PHN). Die PHN betrifft etwa 15 % der Patienten, die Herpes zoster durchgemacht haben. Die Behandlung der PHN ist oft schwierig und unbefriedigend. Zum Einsatz kommen NSAR, Opioide, Antidepressiva und Steroide in der Akutphase.

Als Risiken für die Entwicklung der PHN gelten hohes Alter, Schmerzen während der Prodromal- und Akutphase sowie Immunsuppression. Das Risiko einer PHN kann durch den frühen Einsatz von Virostatika deutlich gesenkt werden. ANL

Dworkin RH et al., CID 2007; 44 (Suppl 1): S1–S26


Symptome des Herpes zoster

Prodromalstadium (1–5 Tage):
  • Fieber
  • ziehende oder brennende Schmerzen, Pruritus, Parästhesien im betroffenen Dermatom

Krankheitsstadium (2–4 Wochen):
  • Bildung von Papeln im betroffenen Dermatom
  • Entwicklung zu Bläschen (12–24 Std.), zu Pusteln und Krusten (7–10 Tage)
  • Abheilung nach 2–4 Wochen
  • Erythem
  • starke Schmerzen im betroffenen Dermatom


 
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