Herzoperierte Diabetiker
Management des Metabolischen Syndroms
Herzoperierte Diabetiker haben sehr schlechte Karten, was mögliche Komplikationen betrifft. Deshalb ist es für diese Patienten wichtig, dass man nicht nur ihren Diabetes richtig einstellt, sondern auch die anderen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten ausreichend behandelt.
Typ-2-Diabetiker zeigen oft alle Anteile des Metabolischen Syndroms: abdominale Adipositas, Hypertriglyzeridämie, tiefes HDL-Cholesterin und Hypertonie. Die einzelnen Faktoren potenzieren sich bei diesen Patienten zu einem sehr hohen Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. So tragen Diabetiker nach einem Myokardinfarkt ein doppelt so hohes Risiko für Komplikationen (Zweitinfarkt, Herztod) wie Myokardinfarktpatienten ohne Diabetes.
Zuerst Lebensumstände ändern
Die primäre Therapie des Metabolischen Syndroms besteht auch bei Diabetikern mit einer koronaren Herzkrankheit in einer Änderung des Lebensstils. Dazu gehören Rauchstopp, gesunde Ernährung inklusive Gewichtsreduktion sowie leichtes aerobes Training.
Zur medikamentösen Unterstützung der Gewichtsabnahme eignet sich Sibutramin, das sich neben der reinen Gewichtsreduktion durch Minderung der postprandialen Lipidämie positiv auf die Diabeteseinstellung auswirkt. Der Einsatz von Orlistat hingegen ist bei Koronarikern noch unzureichend untersucht und das viel versprechende Rimonabant in der Schweiz noch nicht zugelassen. Zur Lipidkontrolle stehen zusätzlich Medikamente aus den Bereichen Fibrate, Nicotinsäuren und Statine zur Verfügung: So verminderte beispielsweise Fenofibrat in der DAIS1-Studie bei Typ-2-Diabetikern das Fortschreiten einer KHK signifikant, und der positive Statineinfluss zeigte sich in CARDS2, 4S3, HPS4 und CARE5. Nicotinsäure erbrachte einen Mortalitätsvorteil bei Koronarikern, vor allem solchen mit gestörter Glukosetoleranz, wie im Coronary Drug Project nachgewiesen wurde.
Zielwerte
Folgende Zielwerte sind bei Diabetikern mit chronischer Herzkrankheit anzustreben:
- Normoglykämie (HbA1c <6,5 %)
- Blutdruck <120/80 mmHg
- BMI 20 bis 25 kg/m2
- LDL-Cholesterin <2,6 mmol/l (100 mg/dl)
- HDL-Cholesterin >1 mmol/l (40 mg/dl)
- Triglyzeride <2,3 mmol/l
(200 mg/dl)
Nach einem Myokardinfarkt sollte ein Diabetiker sogar auf einen LDL-Cholesterinwert von <1,8 mmol/l (70 mg/dl) eingestellt werden. ANL
1The Diabetes Atherosclerosis Intervention Study
2The Collaborative Atorvastatin Diabetes Study
3The Scandinavian Simvastatin Survival Study
4The Heart Protection Study
5The Cholesterol and Recurrent Events Study
Steinmetz A, Clin Res Cardiol 2006; 95 (Suppl 1): 110–116
Medikamentöse Differenzialtherapie der Dyslipidämie bei Diabetikern mit koronarer Herzkrankheit
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Lipidstörung |
Medikation |
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Hypertriglyzeridämie |
Fibrate, Acipimox, Fischöle, (Nikotinsäure) |
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Gemischte
Hyperlipoproteinämie |
Fibrate, Nikotinsäure, Acipimox (wenn Triglyzeride
imVordergrund)
Statine und Nikotinsäure (wenn HDL tief) |
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Hypercholesterinämie |
Statine und Nikotinsäure (wenn HDL tief)
Statine und Ezetimib (wenn weitere LDL-Senkung
notwendig) |
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HDL-Cholesterin tief |
Fibrate (wenn LDL normal od. leicht erhöht)
Statine und Nikotinsäure (wenn LDL erhöht) |
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