Spielen von Blasinstrumenten mit hohem Widerstand erhöht Risiko von Grünem Star - Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt empfohlen
Unter Hochdruck! – Musiker an Oboe, Fagott und Co. werden nicht nur von Lampenfieber geplagt
Der Grüne Star verläuft oft unbemerkt, muss jedoch sehr ernst genommen werden – in den Industrieländern gehört er zu den häufigsten Erblindungsursachen. Dass das Musizieren an Blasinstrumenten einen Risikofaktor für diese Krankheit darstellt, zeigt eine Studie in der Springer-Zeitschrift Der Ophthalmologe. Die zum ersten Mal in einer authentischen Messsituation durchgeführte Untersuchung weist nach, dass die starken Druckschwankungen beim Spielen von Blasinstrumenten das Risiko einer Erkrankung am Grünen Star erhöhen sowie eine bestehende chronische Form des Stars voranschreiten lassen können.
Die Studie untersucht Laienbläser und befasst sich mit dem Verlauf des Augeninnendrucks während und nach dem Spielen von verschiedenen Blasinstrumenten. Verglichen werden Instrumente mit hohem Widerstand mit solchen mit niedrigem Widerstand. Gemessen werden kann dank einer neuartigen Messtechnik in der üblichen Spielposition, dem Sitzen. Die Probanden wurden aufgefordert, normal und forciert zu blasen. Bei den Spielern von Oboe, Waldhorn, Trompete und Fagott, den Instrumenten mit hohem Gegendruck, ließ sich ein Anstieg des Innendrucks von 5,8 Prozent beim normalen und bis zu 20,5 Prozent beim forcierten Blasen feststellen.
Damit liegt der Anstieg des Augeninnendrucks im kritischen Bereich. Besonders gefährlich für das Auge ist hierbei nicht das Erreichen des hohen Drucks an sich, sondern vor allem die Druckschwankung, die durch das Spielen im Sehorgan entsteht. Die Autoren empfehlen daher, vor allem bei Musikern an den oben genannten Hochwiderstandsinstrumenten eine regelmäßige Kontrolle von Gesichtsfeld und Papille vorzunehmen.
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