Dienstag, 30. Mai 2017

Fokus Medizin

Als Alternative zum Aufenthalt in der Natur: Pflege einer Indoor Gartenschale

18.04.2016
Von: Alisa Ort, Foto: fotolia, Petra Schüller
Artikel Nummer: 25358
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Ökotherapie aus der Pflanzschale

Natur ist heilsam. Doch was, wenn es Patienten nicht möglich ist, längere Zeit im Freien zu verbringen bzw. sich dort zu beschäftigen. Kann z.B. die Pflege eines Mini-Indoor-Gartens als Ersatz dienen? Walisische Psychologen starteten einen Versuch mit simplen Gartenschalen.


Sieben Frauen einer Brustkrebs-Selbsthilfegruppe – alle mit abgeschlossener Therapie, jedoch unterschiedlich lange zurückliegend – erklärten sich bereit, kleine Indoor-Gartenschalen individuell zu bestücken und die Pflanzen für einen Zeitraum von drei Monaten zu Hause zu kultivieren.

 

Während dieser Zeit waren die Patientinnen angehalten, ihre Erlebnisse schriftlich und per Fotos in einem Tagebuch festzuhalten. Nach Abschluss der drei Monate berichteten die Frauen ihre Erfahrungen an ein Team von Psychologen.

 

Deren Analyse ergab, dass die Pflege des Mini-Indoor-Gartens auf verschiedenen Ebenen therapeutisch auf die Patientinnen wirkte, z.B. als positive Energiequelle oder Reflexionsmöglichkeit.

Alle Teilnehmerinnen zogen einen Nutzen daraus

Gerade da bei einigen von ihnen die Diagnose bereits viele Jahre zurücklag, betonen die Autoren die Wichtigkeit einer psychologischen Unterstützung auch für diese „vergessene“ Patientengruppe.

 

Der hier beschriebene ökotherapeutische Ansatz scheint dabei ein gutes und einfaches Mittel zu sein.

 

Quelle: Ceri Phelps et al., ecancer 2015; 9:602, 
DOI: 10.3332/ecancer.2015.602

 

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