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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Bewusstlos von zwei Tabletten Paracetamol?

Falsche Pillen hauen junge Mutter um

Augsburg - Umgefallen von zwei Tabletten Paracetamol? Das kann ja wohl nicht sein. Die genaue Synkopen-Anamnese brachte eine fatale Verwechslung ans Licht.

Bei der Vorstellung in der hausärztlichkardiologischen Gemeinschaftspraxis zeigte sich die 26-jährige stillende Mutter in gutem Allgemeinzustand. Die neurologische Untersuchung ergab ausser Kopfschmerzen nach dem Sturz keine Auffälligkeiten, der Blutdruck lag bei 90/60 mmHg. Im EKG fiel eine deutliche Verbreiterung der QRS-Komplexe auf, die kardiologische Anamnese aber war leer. Licht ins Dunkel brachte erst die ausführliche Befragung aller Familienmitglieder.

Die junge Frau hatte wegen einer Mastitis Paracetamol einnehmen wollen. Ihre Mutter, die ihr die Tabletten gab, vergriff sich in der Packung: Statt Paracetamol gab sie der Tochter zwei Tabletten Propafenon (insgesamt 600 mg), welches ihrem arrhythmiegeplagten Ehemann verschrieben worden war.

Unter Flüssigkeitsgabe und Anheben des Blutdrucks auf 100/75 mmHg normalisierte sich das EKG rasch, schreibt Dr. Ralf Ostermaier, niedergelassener Kardiologe aus Augsburg, im Bayerischen Ärzteblatt. Kollegen vom Toxikologie-Notruf gaben Entwarnung für das Baby: Nur etwa 0,09 % des Antiarrhythmikums gehen in die Muttermilch über. abr
Ostermaier R, Bayerisches Ärzteblatt 2009; 64: 5





 
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