|
Bewusstlos von zwei Tabletten Paracetamol?
Falsche Pillen hauen junge Mutter um
Augsburg - Umgefallen von
zwei Tabletten Paracetamol? Das kann ja wohl nicht sein. Die genaue Synkopen-Anamnese
brachte eine fatale Verwechslung ans Licht.
Bei der Vorstellung in der hausärztlichkardiologischen Gemeinschaftspraxis zeigte sich die 26-jährige stillende Mutter in gutem Allgemeinzustand. Die neurologische Untersuchung ergab ausser
Kopfschmerzen nach dem Sturz keine Auffälligkeiten, der Blutdruck lag bei
90/60 mmHg. Im EKG fiel eine deutliche Verbreiterung der QRS-Komplexe auf, die
kardiologische Anamnese aber war leer. Licht ins Dunkel brachte erst die ausführliche
Befragung aller Familienmitglieder.
Die junge Frau hatte wegen einer Mastitis
Paracetamol einnehmen wollen. Ihre Mutter, die ihr die Tabletten gab, vergriff
sich in der Packung: Statt Paracetamol gab sie der Tochter zwei Tabletten Propafenon
(insgesamt 600 mg), welches ihrem arrhythmiegeplagten Ehemann verschrieben worden
war.
Unter Flüssigkeitsgabe und Anheben des Blutdrucks auf 100/75 mmHg
normalisierte sich das EKG rasch, schreibt Dr. Ralf Ostermaier, niedergelassener
Kardiologe aus Augsburg, im Bayerischen Ärzteblatt. Kollegen vom Toxikologie-Notruf
gaben Entwarnung für das Baby: Nur etwa 0,09 % des Antiarrhythmikums gehen
in die Muttermilch über. abr
Ostermaier R, Bayerisches Ärzteblatt 2009; 64: 5
|