Unklare Schmerzen im Fuss
Spreiztest entlarvt das Tarsaltunnel-Syndrom
STUTTGART - Ein Durchblutungs-, Statik- oder gar ein Nervenproblem? Bei der Differenzialdiagnose
von Fussschmerzen können Sie in Sekundenschnelle einen grossen Schritt vorankommen.
Ihr Patient klagt über Schmerzen im Fuss, er schildert zudem Dysästhesien
und auch die Fussmuskulatur scheint Ihnen etwas schwach. Könnte hier eine
Nervenkompression im Sinne eines Tarsaltunnelsyndroms vorliegen? Diesen Verdacht
könnten Sie durch einen kinderleichten Test klären, wie der Neurologe
Dr. Klaus Demuth vom Marienhospital Stuttgart am 44. Süddeutschen
Kongress für aktuelle Medizin ausführte.
Der Nervus tibialis ist
nämlich unter anderem für die Fussmuskulatur zuständig. Wird er
in seinem Verlauf im Tarsaltunnel (unter dem Retinaculum musculi flexorum hinter
dem Fussinnenknöchel) chronisch eingeengt, führt das nicht nur zu Fuss-
und Fersenschmerzen.
Auch die Motorik leidet empfindlich unter der Enge. Als Auslöser
für eine Nervenkompression kommen beispielsweise Verletzungen, aber auch
eine ungünstige Statik des Fusses infrage oder das Tarsaltunnelsyndrom tritt
als Folge rheumatischer Erkrankungen auf.
Und so funktioniert der Test: Fordern
Sie Ihren Patienten auf, sämtliche Zehen zu spreizen, so klappt das auf der
Tarsaltunnel- Seite schlecht. Der Test wird also zu einem "einseitigen"
Ergebnis führen. CG