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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Willkommen bei der Berichterstattung von Medical Tribune Online am Jahreskongress der Schweizer Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM), Genf, 2002

 

 

28. April 2002

 

 

 

Rauchen –Immigranten verkennen die Gefahr

GENF – Während die meisten Schweizer um die Gefährlichkeit des Rauchens wissen, auch wenn es nicht immer ihr Handeln beeinflusst, besteht bei Immigranten ein grosses Informationsdefizit. Dies zeigte Dr. R. Bodenmann, von der Policlinique Médicale Universitaire (PMU) anhand einer Studie.

  Genf


Während vier Monate wurden 214 erwachsene Raucher nach ihren Rauchgewohnheiten und ihren Informationsstand über das Rauchen befragt. Ein Drittel der Immigranten kannte die Gefahren des Rauchens nicht im geringsten, vor allem Immigranten aus Osteuropa und Afrika hatten die schlechtesten Kenntnisse, erschwerend wirkte sich eine schlechte Kenntnis der Landessprache aus. Frauen wussten etwas besser Bescheid, möglicherweise spielt hier die Beratung beim Gynäkologen eine Rolle.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, be)

Nach Ecstasy-Party – Leberversagen

GENF – Ecstasy-Konsum ist bei jungen Erwachsenen die zweithäiufigste Ursache des akuten Lebenversagen und kann sogar eine Lebertransplantation machen. Aerzte müssen deshalb über dieses Krankheitsbild Bescheid wissen. Auch bei Jugendlichen solle dieser Aspekt in die Präventionsbemühungen einfliessen.

  Genf

Die Symptome setzen meist abrupt ein, typisch ist ein ausgeprägter Ikterus und eine Neigung zu Hypoglykämien. Im Labor findet sich ein tiefer Quickwert. Dr. Pablo Muñoz, Medizinische Klinik am Kantonsspital Olten präsentierte den Fall eines 17jährigen Jugendlichen mit einer akuten Hepatitis. Eine virale Ursache, ebenso eine Autoimmunkrankheit, Hämochromatose, M. Wilson und alpha-1-Antitrypsin-Mangel konnten ausgeschlossen werden. In der Anamnese berichtete der Patient, dass er gelegentlich an Partys Ecstasy konsumierte, andere Drogen nahm er nicht, auch keine Medikamente. Histologisch fanden sich  sich Lebernekrosen und einer Riesenzellhepatitis. Der junge Patient hatte schliesslich Glück und die Leber erholte sich. Doch der Ikterus bildete sich erst innerhalb 14 Wochen zurück, die Leberwerte normalisierten sich innert 16 Wochen.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, be)

 

Hypertone Diabetiker - Proteinurie als Marker für Gefässschaden

GENF – Ein hoher Prozentsatz der Typ2-Diabetiker haben zusätzliche eine Hypertonie. Diese sind ganz besonders gefährdet, eine kardiovaskuläre Komplikation zu erleiden. „Will man ihnen Lebensjahre retten, müssen wir die Risikopatienten rechtzeitig erfassen und sie einer effizienten Therapie zuzuführen“. Dies führte PD Dr. Bernhard Hess, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Spitals Wädenswil, am Satellitensymposium „ Diabetes: Ein Fass ohne Boden“ der Firma Merck Sharp & Dohme-Chibret AG am Internistenkongress.

  Genf

Ein prognostisch wichtiger Risikofaktor für die kardiovaskuläre Gefährdung des Patienten ist Mikroalbuminurie. Anders als beim Typ 1 Diabetiker ist es nicht nur ein Zeichen für die Nephropathie, sondern ein Marker für den Zustand des gesamten Gefässsystems. Die Mikroalbuminurie lässt sich mit den konventionellen Urinsticks nicht erfassen. Als Screening ist auch eine Bestimmung der Albuminkonzentration im Urin ungeeignet, da sich je nach Konzentration des Urins unterschiedliche Werte ergeben. Besser mit der Gesamtausscheidung über 24-Stunden korrliert der Quotient Albumin/Kreatinin im Urin.

Bisher galt primär die Senkung des Blutdrucks als ausschlaggebend, unabhängig von der Substanz, mit der das Resultat erreicht wird. Doch in der Untergruppe der Mikrohope-Studie mit 3500 Diabetikern konnte gezeigt werden, dass bei gleichem Blutdruck die Gruppe mit dem ACE-Hemmer Ramipril Vorteile im primären kombinierten Endpunkt (Myokardinfarkt, Stroke, kardiovaskulärer Tod) und die Gesamtmortalität konnte um 24 % gesenkt werden.

Vor wenigen Wochen wurde nun die LIIFE-Studie publiziert. Mit dem Angiotensin-2-Blocker Losartan konnte in der Untergruppe von 1200 Diabetikern im Vergleich zum Betablocker Atenolol bei gleichen Blutdruckwerten eine zusätzliche Reduktion der Gesamtmortalität um 39 Prozent erreicht werden. Der Effekt ist wohl auf die Blockierung der Angiotensin-II-effekte zurückzuführen.

Heute gilt bei Typ2-Diabetikern ein Angiotensin2Rezeptorblocker. Bei vielen, vor allem bei älteren Patienten kann damit keine ausreichende Blutdrucksenkung erreicht werden, so dass mit einem Thiaziddiuretikum kombiniert werden soll, Bei einer ausgeprägten Niereninsuffizienz ist das Diuretikum nicht wirksam. Man sollte auch einen übermässigen Salzkonsum des Patienten im Auge behalten, denn dieser kann die Wirkung dieser Medikamente herabsetzen. Wenn die Proteinurie über 500 mg pro sollte auf jeden Fall ein Nicht-Dihydropyridin gegeben werden. Bei einer Proteinurie über 1 g, sollte der Zielblutdruck tiefer als 125/75 mm Hg sein.

Falls noch ein Medikament gebraucht wird, wählt man bei Tachykardie ein Betablocker oder Alpha/Betaclocker, bei Tachykardie ev. Ein Nicht - Dihydropyridin als Kombination.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, be)

 

Der Raucher erwartet ärztlichen Rat

GENF – Raucher erwarten vom Arzt, von der Ärztin, anlässlich einer Konsultation auf die Gewohnheit angesprochen zu werden. PD Dr. med. J. Cornuz, CHUV, präsentierte seine Untersuchung an 452 Rauchern, die aus verschiedenen Gründen in der Poliklinik Lausanne oder Genf behandelt wurden.

Der Handlungsbedarf ist gegeben. Rauchen ist die hauptsächliche Todesursache in der Schweiz, sie ist für 8'000 bis 10'000 Todesfälle jährlich verantwortlich. Das Risiko eines KHK ist 2 bis 3fach erhöht, das Risiko eines Lungenkarzinoms 26-fach. 70 bis 80% der Raucher gehen aus verschiedenen Gründen während eines Jahres zum Arzt. Dies bietet eigentlich eine ideale Gelegenheit, einzugreifen.

Viele Ärzte glauben, dass eine Beratung nichts bringt, wenn der Raucher nicht aufhören will. Doch die Patienten erwarten den ärztlichen Rat! Über 90 Prozent erwarten, dass der Arzt oder die Ärztin die Rauchgewohnheiten anspricht, unabhängig davon, ob sie ans Aufhören denken oder nicht. 87% der Patienten dachten nicht ans Aufhören, 7% waren ambivalent, sie sahen die Vorteile des Nichtrauchens, waren aber noch nicht zum aufhören bereit, 8% bereiteten sich konkret auf den Nikotinstopp vor. Nun unterschieden sich die Erwartungen der verschiedenene Gruppen kaum.  Zwischen 80% und 90% wünschte auch eine Beratung und über 90% eine Unterstützung beim Rauchstopp. Die Antworten konnten nicht einem bestimmten Patientenprofil wie Alter, Geschlecht, Beruf, Ausbildung, Alkoholkonsum, körperliche Betätigung oder ähnliches zugeordnet werden. Für Hausärzte kann dies nur heissen: Mut, das Thema anszusprechen und dem Patienten Unterstützung beim Ausstieg anzubieten.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, be)

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