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Willkommen
bei der Berichterstattung von Medical Tribune Online am Jahreskongress
der Schweizer Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM), Genf, 2002
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27.
April 2002
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Medikamentennebenwirkungen
– Wie oft ist der Arzt schuld?
Genf
- Medikamentennebenwirkungen und falsche Medikamentengabe
haben in der letzten Zeit für Beunruhigung in der Bevölkerung
gesorgt. Schlagzeilen in den USA berichten von jährlich 44'000
bis 98'000 Menschen, die durch ärztliche Fehler versterben.
Dr. B. Hardmeier Zürich, konnte nun auch für die Schweiz die
Zahlen zu diesem wichtigen Thema liefern.
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Zwei
Gruppen von Arzneimittelnebenwirkungen (ADE = adverse drug events)
werden unterschieden:
- eADE:
error-associated adverse drug events (falsche Indikation, falsche
Dosierung, ungenügende Überwachung)
- ADR:
Adverse drug reactions (Etablierte Indikation, richtige Dosierung)
Bei
schon hospitalisierten Patienten fanden sich 7.5% ADE, 7,1% waren
ADR und nur 0.4% eADE, also eigentliche ärztliche Fehler. Die hauptsächlichen
Fehler waren: verpasste Kontraindikationen (9), absolute Überdosierung
(7), relative Überdosierung bei Niereninsuffizienz, ungenügende
Überwachung (4), fehlende Indikation (2) und ungeeignete Indikation
(2).
Bei
den ADE-bedingten Hospitalisationen sieht das Bild etwas anders
aus. 4.1% der Hospitalisationen sind auf Medikamenten-bedingte Nebenwirkungen
zurückzuführen, der Anteil der eigentlichen Fehler beträgt 1,2%
eADE. Allerdings geht hier ein Drittel der Fehler auf ein falsches
Verhalten des Patienten zurück.
Die
eADE sind eine ernstzunehmende Ursache für eine Hospitalisiation.
Bei hospitalisierten Patienten sind die eADE nur ein kleiner Anteil
der medikamentenbedingten Nebenwirkungen.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, be)
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Der
Raucher erwartet ärztlichen Rat
GENF
– Raucher erwarten vom Arzt, von der Ärztin, anlässlich einer
Konsultation auf die Gewohnheit angesprochen zu werden. PD
Dr. med. J. Cornuz, CHUV, präsentierte seine Untersuchung
an 452 Rauchern, die aus verschiedenen Gründen in der Poliklinik
Lausanne oder Genf behandelt wurden.
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Der
Handlungsbedarf ist gegeben. Rauchen ist die hauptsächliche Todesursache
in der Schweiz, sie ist für 8'000 bis 10'000 Todesfälle jährlich
verantwortlich. Das Risiko eines KHK ist 2 bis 3fach erhöht, das
Risiko eines Lungenkarzinoms 26-fach. 70 bis 80% der Raucher gehen
aus verschiedenen Gründen während eines Jahres zum Arzt. Dies bietet
eigentlich eine ideale Gelegenheit, einzugreifen.
Viele
Ärzte glauben, dass eine Beratung nichts bringt, wenn der Raucher
nicht aufhören will. Doch die Patienten erwarten den ärztlichen
Rat! Über 90 Prozent erwarten, dass der Arzt oder die Ärztin die
Rauchgewohnheiten anspricht, unabhängig davon, ob sie ans Aufhören
denken oder nicht. 87% der Patienten dachten nicht ans Aufhören,
7% waren ambivalent, sie sahen die Vorteile des Nichtrauchens, waren
aber noch nicht zum aufhören bereit, 8% bereiteten sich konkret
auf den Nikotinstopp vor. Nun unterschieden sich die Erwartungen
der verschiedenene Gruppen kaum. Zwischen 80% und 90% wünschte
auch eine Beratung und über 90% eine Unterstützung beim Rauchstopp.
Die Antworten konnten nicht einem bestimmten Patientenprofil wie
Alter, Geschlecht, Beruf, Ausbildung, Alkoholkonsum, körperliche
Betätigung oder ähnliches zugeordnet werden. Für Hausärzte kann
dies nur heissen: Mut, das Thema anszusprechen und dem Patienten
Unterstützung beim Ausstieg anzubieten.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, be)
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