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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Willkommen bei der Berichterstattung von Medical Tribune Online am Jahreskongress der Schweizer Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM), Genf, 2002

 

 

27. April 2002

 

 

 

 

Medikamentennebenwirkungen – Wie oft ist der Arzt schuld?

Genf - Medikamentennebenwirkungen und falsche Medikamentengabe haben in der letzten Zeit für Beunruhigung in der Bevölkerung gesorgt. Schlagzeilen in den USA berichten von jährlich 44'000 bis 98'000 Menschen, die durch ärztliche Fehler versterben. Dr. B. Hardmeier Zürich, konnte nun auch für die Schweiz die Zahlen zu diesem wichtigen Thema liefern.

  Genf

 

Zwei Gruppen von Arzneimittelnebenwirkungen (ADE = adverse drug events) werden unterschieden:

  • eADE: error-associated adverse drug events (falsche Indikation, falsche Dosierung, ungenügende Überwachung)
  • ADR: Adverse drug reactions (Etablierte Indikation, richtige Dosierung)

Bei schon hospitalisierten Patienten fanden sich 7.5% ADE, 7,1% waren ADR und nur 0.4% eADE, also eigentliche ärztliche Fehler. Die hauptsächlichen Fehler waren: verpasste Kontraindikationen (9), absolute Überdosierung (7), relative Überdosierung bei Niereninsuffizienz, ungenügende Überwachung (4), fehlende Indikation (2) und ungeeignete Indikation (2).

Bei den ADE-bedingten Hospitalisationen sieht das Bild etwas anders aus. 4.1% der Hospitalisationen sind auf Medikamenten-bedingte Nebenwirkungen zurückzuführen, der Anteil der eigentlichen Fehler beträgt 1,2% eADE. Allerdings geht hier ein Drittel der Fehler auf ein falsches Verhalten des Patienten zurück.

Die eADE sind eine ernstzunehmende Ursache für eine Hospitalisiation. Bei hospitalisierten Patienten sind die eADE nur ein kleiner Anteil der medikamentenbedingten Nebenwirkungen.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, be)

 

Der Raucher erwartet ärztlichen Rat

GENF – Raucher erwarten vom Arzt, von der Ärztin, anlässlich einer Konsultation auf die Gewohnheit angesprochen zu werden. PD Dr. med. J. Cornuz, CHUV, präsentierte seine Untersuchung an 452 Rauchern, die aus verschiedenen Gründen in der Poliklinik Lausanne oder Genf behandelt wurden.

  Genf

Der Handlungsbedarf ist gegeben. Rauchen ist die hauptsächliche Todesursache in der Schweiz, sie ist für 8'000 bis 10'000 Todesfälle jährlich verantwortlich. Das Risiko eines KHK ist 2 bis 3fach erhöht, das Risiko eines Lungenkarzinoms 26-fach. 70 bis 80% der Raucher gehen aus verschiedenen Gründen während eines Jahres zum Arzt. Dies bietet eigentlich eine ideale Gelegenheit, einzugreifen.

Viele Ärzte glauben, dass eine Beratung nichts bringt, wenn der Raucher nicht aufhören will. Doch die Patienten erwarten den ärztlichen Rat! Über 90 Prozent erwarten, dass der Arzt oder die Ärztin die Rauchgewohnheiten anspricht, unabhängig davon, ob sie ans Aufhören denken oder nicht. 87% der Patienten dachten nicht ans Aufhören, 7% waren ambivalent, sie sahen die Vorteile des Nichtrauchens, waren aber noch nicht zum aufhören bereit, 8% bereiteten sich konkret auf den Nikotinstopp vor. Nun unterschieden sich die Erwartungen der verschiedenene Gruppen kaum.  Zwischen 80% und 90% wünschte auch eine Beratung und über 90% eine Unterstützung beim Rauchstopp. Die Antworten konnten nicht einem bestimmten Patientenprofil wie Alter, Geschlecht, Beruf, Ausbildung, Alkoholkonsum, körperliche Betätigung oder ähnliches zugeordnet werden. Für Hausärzte kann dies nur heissen: Mut, das Thema anszusprechen und dem Patienten Unterstützung beim Ausstieg anzubieten.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, be)

 

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