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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Willkommen bei der Berichterstattung von Medical Tribune Online am Jahreskongress der Schweizer Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM), Genf, 2002

 

 

26. April 2002

 

 

Die Pneumonie in der Praxis

GENF - Pneumonien sind häufig, aber in der Hausarztpraxis keine Routine. Wie aber diagnostiziert man in der Praxis eine Pneumonie? Klingt banal, ist aber äusserst schwierig. Die Diagnose der Pneumonie stützt sich auf die Klinik: Symptome der unteren Atemwege, Fieber, Husten, typische Befunde bei Perkussion und Auskultation. Doch gerade bei älteren Patienten können eben Husten und Fieber fehlen.

  Genf

Ein Röntgenbild löst dieses Dilemma auch nicht. Fehlen doch sogar bei 40 % der Patienten mit typischer Klinik radiologische Zeichen einer Pneumonie. Folglich ist ein Röntgenbild in der Praxis nicht absolut notwendig. Es kann aber bei entsprechenden differentialdiagnostischen Überlegungen - Tbc oder Lungenembolie - durchaus angezeigt sein, lässt Prof. Hans Stalder, Chef Policlinique de médicine, Universitätsspital Genf diese Frage offen. Sicher ist jedoch, dass radiologisch eine Pneumonie durch atypische Keime, wie Mycoplasmen oder Chlamydien, nicht von einer Pneumokokkenpneumonie unterschieden werden kann.

Auch andere diagnostische Abklärungen haben ihre Tücken und werden in der Praxis daher nicht empfohlen. So ist eine Sputumuntersuchung ausgesprochen schwierig. Wird fälschlicherweise Speichel unter dem Mikroskop betrachtet, wimmelt es nur so von Keimen. Und schickt man das Material in ein Labor, hilft das Ergebnis bei der Frage, ob und wenn ja welches Antibiotikum verschreibe ich dem Patienten der vor mir sitzt, auch nicht weiter. Blutkulturen sind im ambulanten Bereich selbst bei septischen Patienten nur selten (1-2 %) positiv. Und bei entsprechender Klinik sollte der Patient ohnehin hospitalisiert werden. Vielleicht hilft es bei der Therapieentscheidung weiter, das CRP zu bestimmen. Wird doch behauptet, dass bei Werten unter 50 eine Pneumonie ausgeschlossen zumindest aber unwahrscheinlich ist. Also bleibt die klinische Untersuchung in der Praxis das wichtigste diagnostische Mittel.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, fuß)

 

Genf  

"Den" Notfallkoffer gibt es nicht

GENF - Nehmen Sie am Notfalldienst teil? Haben Sie sich schon mal gefragt, ob Ihr Notfallkoffer richtig ausgestattet ist? Ein Notfallkoffer sollte Material zum persönlichen Schutz beinhalten und eine einfache Diagnostik und Behandlung ermöglichen. Am Workshop "Der Notfallkoffer des Internisten" zeigte Dr. Joseph Osterwalder, Leitender Arzt der zentralen Notaufnahme, Kantonsspital St. Gallen wie Arzt seinen Notfallkoffer zusammenstellen sollte.

Vorweg: Keine Liste ist für jedermann geeignet. Also muss jeder Arzt seine individuelle Liste selbst finden. Dabei ist der Inhalt von vielen Faktoren abhängig: von der Art des Notfalldienstes, vom Ort - ist ein Rettungsdienst verfügbar oder sogar ein Notarzt, von der Distanz zum nächsten Krankenhaus und von der eigenen Ausbildung, der Erfahrung und dem Engagement. Der entscheidende Punkt ist aber die Frage, Was verstehen Sie unter einem Notfall? Ihre Definition bzw. ihre Ziele bestimmen letztlich den Inhalt Ihres Koffers. Das erste Ziel lautet jedoch immer, sich selbst zu schützen: vor ansteckenden Erkrankungen, vor toxischen Substanzen oder anderen gefährlichen Situationen. Handschuhe sind selbstverständlich. Eine Brille schützt vor Blutspritzern und ein Mundschutz hält infektiöse Keime ab. Ob Sie zusätzlich einen Schutzkittel mitführen oder sogar Sicherheitsschuhe tragen bleibt Ihnen überlassen. Neben der Schutzausrüstung gehört immer ein Handy zur Grundausstattung. Ein Hilferuf kann so problemlos erfolgen. Es gibt nun einmal Notfälle, die alleine nicht zu beherrschen sind. Auch ein kleines Notfallbüchlein ist keine Schande. Auch Arzt kann ja nicht alles wissen. Moderne Menschen haben heutzutage statt dessen einen Palmtop in der Tasche. So sind wichtige Informationen immer verfügbar.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, fuß)

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