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Die
Pneumonie in der Praxis
GENF
- Pneumonien sind häufig, aber in der Hausarztpraxis keine Routine.
Wie aber diagnostiziert man in der Praxis eine Pneumonie? Klingt
banal, ist aber äusserst schwierig. Die Diagnose der Pneumonie stützt
sich auf die Klinik: Symptome der unteren Atemwege, Fieber, Husten,
typische Befunde bei Perkussion und Auskultation. Doch gerade bei
älteren Patienten können eben Husten und Fieber fehlen.
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Ein
Röntgenbild löst dieses Dilemma auch nicht. Fehlen doch sogar bei 40 %
der Patienten mit typischer Klinik radiologische Zeichen einer Pneumonie.
Folglich ist ein Röntgenbild in der Praxis nicht absolut notwendig. Es
kann aber bei entsprechenden differentialdiagnostischen Überlegungen -
Tbc oder Lungenembolie - durchaus angezeigt sein, lässt Prof. Hans Stalder,
Chef Policlinique de médicine, Universitätsspital Genf diese Frage offen.
Sicher ist jedoch, dass radiologisch eine Pneumonie durch atypische Keime,
wie Mycoplasmen oder Chlamydien, nicht von einer Pneumokokkenpneumonie
unterschieden werden kann.
Auch
andere diagnostische Abklärungen haben ihre Tücken und werden in der Praxis
daher nicht empfohlen. So ist eine Sputumuntersuchung ausgesprochen schwierig.
Wird fälschlicherweise Speichel unter dem Mikroskop betrachtet, wimmelt
es nur so von Keimen. Und schickt man das Material in ein Labor, hilft
das Ergebnis bei der Frage, ob und wenn ja welches Antibiotikum verschreibe
ich dem Patienten der vor mir sitzt, auch nicht weiter. Blutkulturen sind
im ambulanten Bereich selbst bei septischen Patienten nur selten (1-2
%) positiv. Und bei entsprechender Klinik sollte der Patient ohnehin hospitalisiert
werden. Vielleicht hilft es bei der Therapieentscheidung weiter, das CRP
zu bestimmen. Wird doch behauptet, dass bei Werten unter 50 eine Pneumonie
ausgeschlossen zumindest aber unwahrscheinlich ist. Also bleibt die klinische
Untersuchung in der Praxis das wichtigste diagnostische Mittel.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, fuß)
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"Den"
Notfallkoffer gibt es nicht
GENF
- Nehmen Sie am Notfalldienst teil? Haben Sie sich schon mal gefragt,
ob Ihr Notfallkoffer richtig ausgestattet ist? Ein Notfallkoffer
sollte Material zum persönlichen Schutz beinhalten und eine einfache
Diagnostik und Behandlung ermöglichen. Am Workshop "Der Notfallkoffer
des Internisten" zeigte Dr. Joseph Osterwalder, Leitender Arzt
der zentralen Notaufnahme, Kantonsspital St. Gallen wie Arzt seinen
Notfallkoffer zusammenstellen sollte.
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Vorweg:
Keine Liste ist für jedermann geeignet. Also muss jeder Arzt seine individuelle
Liste selbst finden. Dabei ist der Inhalt von vielen Faktoren abhängig:
von der Art des Notfalldienstes, vom Ort - ist ein Rettungsdienst verfügbar
oder sogar ein Notarzt, von der Distanz zum nächsten Krankenhaus und von
der eigenen Ausbildung, der Erfahrung und dem Engagement. Der entscheidende
Punkt ist aber die Frage, Was verstehen Sie unter einem Notfall? Ihre
Definition bzw. ihre Ziele bestimmen letztlich den Inhalt Ihres Koffers.
Das erste Ziel lautet jedoch immer, sich selbst zu schützen: vor ansteckenden
Erkrankungen, vor toxischen Substanzen oder anderen gefährlichen Situationen.
Handschuhe sind selbstverständlich. Eine Brille schützt vor Blutspritzern
und ein Mundschutz hält infektiöse Keime ab. Ob Sie zusätzlich einen Schutzkittel
mitführen oder sogar Sicherheitsschuhe tragen bleibt Ihnen überlassen.
Neben der Schutzausrüstung gehört immer ein Handy zur Grundausstattung.
Ein Hilferuf kann so problemlos erfolgen. Es gibt nun einmal Notfälle,
die alleine nicht zu beherrschen sind. Auch ein kleines Notfallbüchlein
ist keine Schande. Auch Arzt kann ja nicht alles wissen. Moderne Menschen
haben heutzutage statt dessen einen Palmtop in der Tasche. So sind wichtige
Informationen immer verfügbar.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, fuß)
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