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Interlaken,
28.6.2002
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...Vater
sein dagegen sehr
INTERLAKEN
- Weniger theoretisch akademisch als praktisch und probat
hörten sich die Ratschläge von Dr. Ruth Gnirss,
Sexualmedizinische Sprechstunde, Frauenklinik, Universitätsspital
Zürich an, die sie einem jungen Paar mit Säugling
auf den Weg gab. Denn hat sich erst einmal ein Baby eingestellt,
ist es häufig aus mit "dinks" (double income,
no kids).
Der
frischgebackene Vater fühlt sich häufig überlastet
als Alleinverdiener, die Wohnung ist nicht immer für
drei Personen ausgelegt, der persönliche Spielraum ist
empfindlich eingeschränkt. Viele Väter verstehen
nicht die Belastung für die junge Mutter, und reagieren
gereizt, wenn sie zuhause einen schreienden Säugling,
eine genervte Mutter und eine unaufgeräumt Wohnung vorfinden.
Häufig fehlt auch ihnen ein ungestörter Schlaf,
und sie fühlen sich gekränkt, wenn ihre Frau körperliche
Nähe und Sexualität ablehnt. Ein circulus vitiosus
droht, wenn dann die Frau ihrerseits verletzt reagiert und
über mangelndes Verständnis klagt.
In
solch einer Situation bedeutet es für viele Paare eine
grosse Hilfe, mit aussenstehenden Beratern oder Ärzten
über ihre persönliche Situation und sexuellen Probleme
sprechen zu können. Es wäre entlastend zu erfahren,
dass auch andere Paare diesen Schwierigkeiten begegnen und
wie sie diese überwunden haben. - AS
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Interlaken:
Vor den Bergen
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Die
Patientin ganzheitlich behandeln
INTERLAKEN
- Frauen mit langdauernden Beschwerden, jedoch ohne eindeutige klinische
Befunde können nicht in einer Notfallkonsultation, sondern
in einer psychosomatischen Sprechstunde betreut werden, so Dr. Egli,
Frauenklinik Kantonsspital Winterthur.
Denn
nur die psychosomatische Medizin kann biologische, psychologische
und soziale Aspekte sowohl bei der Diagnosestellung als auch bei
der Behandlung berücksichtigen. Dr. Egli zeigte dies an dem
Beispiel einer 24 Jahre alten brasilianischen Patientin mit chronischen
Unterbauchschmerzen und chronischem Pruritus genitalis bei unauffälligen
klinischen und labormässigen Befunden.
Einer
solchen Patientin ist mit einer notfallmässigen Behandlung
nicht geholfen, kann sich doch damit keine Ärztinnen-Patientinnen-Beziehung
aufbauen. Sinnvoll ist vielmehr eine mehrschichtige Problemanalayse,
welche die Patientin in ihrem gesamten System wahrnimmt. - AS
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Wichtigster
Risikofaktor für Spontanaborte: Alter
INTERLAKEN - In einem Workshop auf der Jahresversammlung
der SGGG plädierte Prof. Wolfgang Holzgreve, Universitäts-Frauenklinik
Basel, dafür, Frauen nicht nur aktiv über das erhöhte Risiko
für Chromosomenstörungen und die nachlassende Fertilität aufzuklären,
sondern auch über die stark ansteigende Spontanabortrate.
Weitere ursächliche Faktoren für Spontanaborte, die durchaus
auch beeinflussbar sind: Rauchen, Alkohol und Koffein. Endokrinologische,
infektiöse oder anatomische Ursachen treten dagegen eher in
den Hintergrund. Unbedingt ersetzen solle man den Begriff
"habituell" ab drei Fehlgeburten durch den weniger stigmatisierenden
Ausdruck "repetitiv" bzw. "wiederholt".
Die
Abortwahrscheinlichkeit nach Feststellung einer positiven
Herzaktion ohne Altersberücksichtigung sei ca. 5%, dagegen
19 bis 24% nach einer oder mehreren vorherigen Fehlgeburten.
Je früher der Abortzeitpunkt, um so häufiger ist eine Chromosomenstörung
schuld - in den ersten Wochen in mehr als 50%. Allerdings
gehört heute nicht mehr die Karyotypisierung des Abortmaterials,
sondern die der Eltern zur sinnvollen Diagnostik bei repetitiven
Aborten, damit eine balancierte Translokation ausgeschlossen
werden kann. Ausserdem empfiehlt Prof. Holzgreve eine Abklärung
der Antiphospholipid-Antikörper, um dann rechtzeitig eine
Therapie mit low-dose Heparin und Aspirin beginnen zu können.
- Hg
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Downtown Interlaken
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Schwangere
Diabetikerinnen: Mit Folsäure nicht kleckern
INTERLAKEN
– Bei Diabetikerinnen, die schwanger werden, ist das Missbildungsrisiko
einschliesslich des Risikos für einen Neuralrohrdefekt besonders
hoch. Professor Dr. Roland Zimmermann, Universitätsspital Zürich,
empfahl daher an der Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft
für Gynäkologie und Geburtshilfe, mit der Folsäuregabe
über das Zehnfache der üblichen präventiven Dosis
hinauszugehen.
Studien
hatten belegt, dass die Häufigkeit einer Spina bifida bei Neugeborenen
von Diabetikerinnen immer weiter zu senken ist, je höher die
Folatgabe ist – bis zu einer Dosis von 5 mg Folsäure täglich.
Die am normalen Tagesbedarf orientierten 400 mg, die auch Nichtdiabetikerinnen
empfohlen werden, reichen zur deutlichen Risikosenkung noch nicht
aus.
Studienergebnisse
sind allerdings nicht immer auf andere Länder übertragbar:
So liegt die Rate an Neuralrohrdefekten in der Schweiz um ein Viertel
niedriger als in England. Professor Zimmermann hält jedoch
die Ernährung, die in beiden Ländern vermutlich unterschiedlich
ist, nicht für den Haupt- oder einzigen Grund, sondern vermutet
auch darüber hinaus bestehende Stoffwechseleigenheiten, die
das gute Ansprechen auf Folsäure begründen. Regionale
Studien in China zeigten auch bei einer bereits geringen Prävalenz
von Neuralrohrdefekten noch eine weitere Senkung der Missbildungsraten
um 40% durch Substitution von Folsäure. - UNo
Unerwarteter
intrauteriner Fruchttod: Endzottenmangel
INTERLAKEN
– Das kann auch bei sorgfältig überwachten schwangeren
Diabetikerinnen, völlig normaler Fruchtentwicklung, normalem
Doppler und normalem Fruchtwasser eintreten: Der intrauterine Fruchttod
durch Endzottenmangel. Nichts warnt vor dieser Plazentareifungsstörung,
die bei Diabetikerinnen zehnmal häufiger als bei Stoffwechselnormalen
auftritt. Es besteht ein sehr hohes Wiederholungsrisiko in Folgeschwangerschaften,
das therapeutische Konsequenzen nach sich zieht.
Der
Endzottenmangel vermindert die Sauerstoffausbeute des Kindes. Wenn
keine Missbildung vorliegt, ist er der häufigste Grund für
einen intrauterinen Fruchttod. Da sich die Endzotten erst um die
34. Schwangerschaftswoche entwickeln, sollte eine Schwangere, die
bereits einmal ein Kind wegen dieser Komplikation verloren hat,
in der 36. Schwangerschaftswoche entbunden werden und eventuell
Aspirin ab der ersten Schwangerschaftsuntersuchung erhalten (100
mg/Tag). Allerdings ist noch nicht klar, ob dies einen Effekt hat.
Bei Erstauftreten des Endzottenmangels ist keine Möglichkeit
zur Prävention gegeben. Zur Diagnose sollte die Plazenta eingeschickt
werden. - UNo
Familiäres
Mammakarzinom: Darf brusterhaltend operiert werden?
INTERLAKEN
– Dass die brusterhaltende Operation beim Mammakarzinom im geeigneten
Stadium eine ebenso gute Prognose erzielt wie die Ablatio, ist für
das Gesamtpatientinnengut inzwischen unumstritten. Wie sich die
brusterhaltende Operation bei Frauen mit Brustkrebs-Familienanamnese
auswirkt, wurde anhand einer umfassenden Studie an 985 Frauen untersucht.
Dr. Georges Vlastos, Universitätsklinik Genf, stellte an der
Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie
und Geburtshilfe eindeutige Ergebnisse vor.
Über
einen Zeitraum von 20 Jahren (1974 – 1994) wurden 1324 Patientinnen
mit brusterhaltender Operation im Mammakarzinomstadium 0 – II erfasst.
985 Frauen wurden für die Untersuchung ausgewählt, da
bei ihnen Angaben zur Familienanamnese vorlagen. Die Rate der lokoregionär
gelungenen Kontrolle fasste Dr. Vastos als exzellent zusammen, und
die Gesamtüberlebensrate lag bei Frauen nach brusterhaltender
Therapie ebenso hoch wie nach Mastektomie. Selbst bei positiver
Familienanamnese kann Frauen im frühen Brustkrebsstadium also
die brusterhaltende Operation angeboten werden. - UNo
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Schweizer
Sentinelknoten-Studie: Überraschende Resultate
INTERLAKEN
– Dr. Ossi R. Köchli stellte in Vertretung der Arbeitsgruppe
Gynäkologische Onkologie der Schweizer Gesellschaft
für Gynäkologie und Geburtshilfe an der diesjährigen
Tagung die brandneuen Ergebnisse der Swiss Multicenter Sentinel
Node Study vor. Ein wichtiges Ergebnis: 10% der untersuchten
Mammakarzinom-Patientinnen haben zwar einen negativen Sentinel-Lymphknotenstatus,
aber dabei einen positiven Knochenmarksbefall.
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Drachenfliegen
in Interlaken
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Patientinnen
und Ärzte können sich daher nicht in Sicherheit wiegen,
wenn der oder die Sentinel-Lymphknoten in der Schnellschnittuntersuchung
als negativ befundet werde. Das Knochenmark kann dennoch befallen
sein. Untersucht wurden bisher in dieser Studie, deren Daten Dr.
Köchli noch als preliminär bezeichnete, 302 Frauen mit
Mammakarzinom. Bei insgesamt 21% war ein positiver Knochenmarksbefund
zu erheben, aber nur 47% dieser Frauen hatten auch einen befallenen
Wächter-Lymphknoten in der Axilla.
Ab
Juli 2002 wird die Studie auch mit Patientinnen weiter geführt,
bei denen kein Knochenmarksstatus vorliegt. Gerade wegen der offensichtlich
nicht bestehenden Korrelation zwischen Knochenmarkspositivität
und Sentinel-Lymphknotenbefall wünscht sich die Arbeitsgruppe
jedoch auch weitere Probandinnen mit Knochenmarksuntersuchung. Weitere
Info unter www.sentinelnode.ch.
- UNo
Schwangerschaftsabbrüche
in der Schweiz: Eher rückläufig
INTERLAKEN
– Über 12 Jahre beobachtete die Arbeitsgruppe um Dr. Danielle
Wyss, Universitätsklinik Lausanne, die Häufigkeit von
einmaligen und mehrfachen Schwangerschaftsabbrüchen. Zwar nahm
die Zahl der Abbrüche insgesamt ab, aber die Zahl an Frauen,
die mehrfach Abbrüche vornehmen lassen, stieg an. Unter Ausländerinnen
ist ebenfalls ein Anstieg der Abruptio-Rate zu verzeichnen.
Zwischen
1988 und 1999 wurden insgesamt 6704 Schwangerschaftsabbrüche
vorgenommen, darunter 1440 Zweit- oder Mehrfachabbrüche. Pro
Jahr handelte es sich um 500 – 600 Abbrüche. 1988 waren unter
632 Abbrüchen insgesamt 114 wiederholte Abbrüche, 1999
unter 523 Abbrüchen, also einer deutlich rückläufigen
Gesamtzahl, sogar 123 wiederholte Abbrüche. - UNo
Gynäkologische
Psychosomatik: Sozialarbeit einbeziehen!
INTERLAKEN
– Nicht alles bekommt der Arzt allein in den Griff. Bei psychosomatischen
Problemen lohnt es sich für den Behandlungserfolg vielfach,
Sozialarbeiter mit einzubeziehen, belegte eine Untersuchung von
Dr. Barbara Bass Freiner von der Maternité Inselhof Triemli
in Zürich.
Die
gynäkologisch-geburtshilfliche Klinik bietet eine von einer
Gynäkologin geführte psychosomatische Sprechstunde. Dieses
Angebot wird durch eine Sozialarbeiterin erweitert, die die Organisation
des sozialen Umfeldes übernimmt. Wo notwendig wurden gemeinsam
Paar-, Familien- und Hilfsgespräche geführt. In vielen
Fällen ist es für die Patientin sinnvoll, die soziale
Arbeit und die psychosomatische Sprechstunde zu verbinden, sodass
Dr. Bass Freiner diese Zusammenarbeit an der Jahrestagung der
Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
weiter empfahl. - UNo
Junge
Frauen häufig HPV-positiv
INTERLAKEN
- Das HPV ist, so Dr. Patrick Petignat, Cantonal Hôpital Fribourg,
deswegen gefährlich, da es die Entstehung eines Zervixkarzinoms
begünstigt. Immerhin treten in der Schweiz jährlich 400
neue Fälle dieses Karzinoms auf, und etwa 170 Todesfälle
sind zu registrieren. Allerdings gab es in der Schweiz bisher keine
epidemiologischen Daten über das asymptomatische Auftreten
einer HPV Infektion.
Dieser
Aufgabe unterzog sich jetzt die Studiengruppe um Dr. Petignat. Sie
testete 4366 Frauen, die sich zu einer gynäkologischen Routine-Untersuchung
einfanden. Bemerkenswert war dabei, dass vor allem Frauen unter
30 Jahren mit etwa 15 % am häufigsten betroffen waren, während
es im höheren Alter jenseits des 50. Lebensjahres deutlich
seltener zu finden war. Deswegen sollten vor allem Frauen unter
30 Jahren auf HPV getestet werden, solange jedoch die zytologischen
Befunde normal seien, sollte von weiteren Massnahmen abgesehen werden.
- AS
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Es
muss nicht immer Koitus sein
INTERLAKEN
- Viele angeblich lustlose Frauen lieben körperliche
Nähe ohne dass es gleich zum Geschlechtsverkehr kommen
muss, so Dr. Ruth Gnirss, Sexualmedizinische Sprechstunde,
Frauenklinik, Universitätsspital Zürich.
Diese
Frauen haben ein anderes Tempo und wollen in der Sexualität
nicht das Gefühl haben, "auf einen bereitsfahrenden
Zug" aufspringen zu müssen. Zärtlichkeit und
viel Zeit, das ist ihr Wunsch, um sich nach einer Phase sexueller
Schwierigkeiten wieder mit dem Partner vertraut zu machen,
bevor ihre sexuellen Wünsche wieder lebendig werden.
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Das
Casino von Interlaken
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Alle Themen vom Kongress der
SGGG 2002 in der Übersicht
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