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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Das Hepatitis-C-Special

 

 

Auslese von der Digestive Disease Week 2002:
Hepatitis-C-Berichte aus San Francisco

Audio mit RealMedia: Interview mit Dr. Hellerbrand (07:23 Minuten)

Infektion mit Hepatitis C
Teile Deine Zahnbürste nicht mit anderen!

SAN FRANCISCO – Einfach und überzeugend ist die Botschaft dieser kleinen, aber feinen Studie zur Hepatitis C, die hier im Rahmen der Digestive Disease Week vorgestellt wurde: Jeder HCV-Patient sollte ein eigenes Set für die Körperpflege haben und dies nicht mit anderen teilen.

Dr. Hellerbrand
Dr. Claus Hellerbrand

Das tatsächliche Ausmass der Hepatitis C- Infizierten ist nicht klar und wird wahrscheinlich viel grösser sein als vermutet. Transfusionen, intravenöser Drogenmissbrauch, Piercing, Tatoos – davon hat man in diesem Zusammenhang als Risikofaktor bereits gehört. Aber bei 40 % der Betroffenen bleibt derzeit offen, wie sie an ihre Infektion gekommen sind. Eine Vermutung ist, dass die gemeinsame Nutzung von Haushaltsgegenständen die Übertragung des Virus ermöglicht, aber bislang war dieser Umstand nicht explizit untersucht. Eine Antwort auf diese Frage suchten nun PD Dr. Guntram Lock, Hamburg und Dr. Claus Hellerbrand, Regensburg.

Sie untersuchten den Speichel von 30 Patienten sowohl vor als auch nach dem Zähneputzen. Das Spülwasser wurde ebenso genauestens betrachtet. Bei etwa 30 bis 40 % der Teilnehmer fand sich entweder vor oder nach dem Putzen HCV-RNA im Speichel, allerdings ohne erkennbaren Zusammenhang. Im Spülwasser liess sich das Virus sogar in 40 % der Fälle nachweisen. An diesem exemplarischen Beispiel machen die Untersucher fest, dass ein eigenes Set (beispielsweise für Nagelschere, Rasierer, Zahnbürste) ein Muss ist, will man diese Möglichkeit der Übertragung ausschliessen. Ist die Wahrscheinlichkeit auch noch so klein, so handelt es sich hier doch um eine Massnahme, die ohne grossen Aufwand einfach umgesetzt werden kann - und vielleicht doch die eine oder andere Infektion verhindern hilft.

Diese Erkenntnis lässt sich aber auch ins öffentliche Leben übertragen: Barbiere oder Friseure, die ihren Kunden noch eine Rasur anbieten, sollten unbedingt darauf achten, dass sie nicht alle über eine Klinge scheren.

 

Interview mit Dr. Claus Hellerbrand

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