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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Das Hepatitis-C-Special

 

 

Auslese von der Digestive Disease Week 2002:
Hepatitis-C-Berichte aus San Francisco

Audio mit RealMedia: Vortrag von Dr. Smith (10:49 Minuten)

Chronische Hepatitis C
Amantadin: Alternative für Interferon-Nonresponder?

SAN FRANCISCO – Längst nicht alle Patienten mit Hepatitis C sprechen auf eine Behandlung mit Interferon an und nicht alle dürfen Interferon erhalten. Für diese könnte die orale Therapie mit Amantadin eine Alternative darstellen, so Dr. Jill Smith, Hershey, Pennsylvania, an der Digestive Disease Week.

Dr. Smith
Dr. Jill Smith

 

 

 

Die Therapie mit Interferon ist kostenintensiv, kann erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen und ist zum Beipiel für Kinder von der FDA gar nicht zugelassen, erklärte Dr. Smith die Überlegungen, die zu ihrer Studie geführt hatten.

152 Patienten, darunter 7 Kinder, erhielten doppelblind und plazebokontrolliert entweder zweimal sechs Monate lang täglich 100 mg Amantadin oder Plazebo. Danach wurden alle Patienten über weitere sechs Monate mit Amantadin behandelt. Im Vergleich zu Plazebo sprachen 27 % (12 Monate) und 22 % (6 Monate) der Patienten auf die Behandlung mit Amantadin an, ihre Leberwerte normalisierten sich und die HCV-RNA war nicht mehr nachweisbar. Eine anhaltende Viruselimination 6 Monate nach Therapieende konnte insgesamt bei 15,6 % der Patienten verzeichnet werden (19,4 % bei Therapie über 12 Monate und 12, % bei 6 Monaten).

Damit hat sich in den Augen der Expertin Amantadin als kostengünstige, sichere und effektive Alternative für diejenigen Patienten erwiesen, die entweder für eine Therapie mit Interferon nicht in Frage kommen oder darauf nicht angesprochen haben.

Faktoren für erhöhte Ansprechwahrscheinlichkeit

Ein Ansprechen auf Amantadin war wahrscheinlicher, wenn folgende Charakteristika vorlagen:

  • Weibliches Geschlecht
  • Niedrigere Viruslast
  • Alter über 50 Jahre
  • Schwerer histologischer Leberbefund
  • Genotyp 1-Infektion

In einer weiteren Studie, die hier als Poster präsentiert wurde, beschäftigte sich Dr. Smith mit der Frage der richtigen Dosierung von Amantadin. Dafür kamen Dosierungen bis hin zu 500 mg täglich bei insgesamt 100 Patienten zur Anwendung. Als wahrscheinlich günstigste Dosierung erwiesen sich die 300 mg täglich, jenseits davon überstieg die Toxizität den Zugewinn an Wirksamkeit. Weitere Studien müssen diese Ergebnisse noch belegen.

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