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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





Das Hepatitis-C-Special

 

 

Auslese von der Digestive Disease Week 2002:
Hepatitis-C-Berichte aus San Francisco

Nonresponder nach Hepatitis-C-Therapie
Neue Optionen durch pegylierte Interferone?

SAN FRANCISCO – Die pegylierten Interferone haben sich in der Behandlung der Hepatitis C bei therapienaiven Patienten als vielversprechend erwiesen. Wie aber sieht es mit den Patienten aus, die auf eine Monotherapie mit Interferon - allein oder in Kombination - nicht ansprachen oder nach einer Kombinationstherapie einen Rückfall erlitten?

Um die Patienten, die sich bereits erfolglos einer antiviralen Therapie mit Standardinterferon oder in Kombination mit Ribavirin unterzogen haben, ging es in einer aktuellen Untersuchung, deren vorläufige Ergebnisse Professor Dr. Ira M. Jacobson, Cornell Hospital, New York, an der Digestive Disease Week vorstellte. Bei eben jener Patientengruppe wurde die Kombination aus pegyliertem Interferon alpha-2b und Ribavirin in verschiedenen Dosierungen getestet. Von insgesamt 330 an verschiedenen Zentren involvierten Patienten liegen bislang allerdings nur vorläufige Daten vor, die Prof. Jacobson nun präsentierte.

Die Patienten der ersten Gruppe erhielten PegInterferon alpha-2b in der Dosis von 1.0 µg/kg + Ribavirin 1000/1200 mg/Tag (n=160), die der zweiten PegIFN a-2b 1.5 µg/kg + Ribavirin 800 mg/Tag (n=161). In beiden Gruppen hatten 87 % der Patienten eine Genotyp-1-Infektion, die Patienten waren überwiegend männlich und im Mittel 49 Jahre alt. Unter der Kombination mit dem pegylierten Interferon war nach 24 wöchigem Follow up in beiden Gruppen die PCR bei 10 % der Patienten negativ, also keine Virus-RNS mehr nachweisbar. Allerdings konnten nur für 49 Patienten aus Gruppe 1 und für 35 aus der zweiten Gruppe 72-Wochen-Werte evaluiert werden.

Nach 48 Wochen waren 20 % der Patienten aus der Gruppe PCR-negativ, im Vergleich zu 10 % der Gruppe 1. Hier ist ein Trend zugunsten der höheren PegInterferon-Dosis zu erkennen, nach der 24. Behandlungswoche lag in dieser Gruppe die Ansprechrate bei 29 %.

Vielversprechend für Relapser und Monotherapie-Nonresponder

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen insbesondere bei den Patienten, bei denen die Infektion nach einer Kombinationstherapie wieder aufflammt, den sogenannten Relapsern, eine hohe Ansprechrate: 43 % in Gruppe 1 und 60 % in Gruppe 2 (Woche 72) erreichten eine Elimination des Virus. Unter den Non-Respondern nach Monotherapie konnte ein Ansprechen bei mindestens 50 % der Patienten erzielt werden.

Aufgrund der bisher vorliegenden Ergebnisse vermutet Prof. Jacobson, dass für einige dieser Patienten eine länger als 12 Monate dauernde Therapie erforderlich sein könnte. Deutlich wurde auch hier, dass eine gute Compliance die Ansprechraten verbessern konnte. Zur generellen Beurteilung der Daten aber müssen auch die endgültigen Ergebnisse der Auswertung abgewartet werden, betonte Prof. Jacobson.

 

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