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Wir
berichten vom
Jahreskongress
2004 der
European
Society of Hypertension
mit der freundlichen Unterstützung von
Novartis Schweiz
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Webcast
Der Kommentar zur VALUE-Studie |
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Prof.
Dr. E. Battegay |
PARIS – "Beide Sunstanzen
waren plus/minus äquivalent bezüglich des primären Endpunkte,"
sagt Prof. Dr. Edouard Battegay, Medizinische Universitäts-Poliklinik,
Kantonsspital, Basel, in seinem Kommentar zur VALUE-Studie. In dieser Studie
wurde der Kalziumkanalblocker Amlodipin mit dem Angiotensin-II-Antagonisten
Valsartan bei Hochrisikopatienten verglichen. Prof. Battegay äussert sich
zu den komplexen Zusammenhängen in dieser Studie mit über 15'000 Patienten,
wo ein Blutdruckunterschied von 1 bis 2 mmHg zwischen den Studienarmen bereits
gravierende Folgen hat. Und er legt besonderen Wert auf den Einfluss von Angiotensin-II-Antagonisten
auf den Diabetes mellitus. Sollten Patienten mit z.B. einer Glukosetoleranz
generell ein Sartan bekommen?
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Rund um den
Blutdruck
Kleine Tipps mit
grosser Wirkung
PARIS – In der Vergangenheit
gab es einige Kontroversen darüber, ob die Blutdrucksenkung per se oder
ob es medikamentenspezifische Vorteile gibt. Die Daten von Metananlysen und
neueren Head-to-Head-Studien belgen, dass die neueren Medikamente, z.B. ACE-Hemmer
und Kalziumkanalblocker besser sind, als Diuretika und/oder Betablocker, sagte
Prof. Dr. Bryan Williams, University of Leicester, Leicester (UK), am
14th European Meeting of ESH.
Die Daten für die Angiotensin-II-Antagonisten
sind derzeit noch auf LIFE, SCOPE und VALUE beschränkt. Dr. Williams zeigte
Daten gepoolter Behandlungsgruppen aus der VALUE-Studie. Die Odds-Ratio betrug
0,55 für fatalen und nicht-fatalen Schlaganfall nach 6 Monaten, wenn kontrollierte
mit nicht-kontrollierten Patienten verglichen wurden.
Auf der Basis der heutigen Datenlage
und Evidence spricht alles für eine Kombinationstherapie. Der behandelnde
Arzt muss erreichen, dass der
- Blutdruck gut eingestellt ist,
- die AT-1-Rezeptoren blockiert sind,
- und der Einsatz eines Statins erwogen wird.
Was bringen
Aspirin oder Statine?
In der HOT-Studie hat ASS verglichen
mit Plazebo keinen Einfluss auf den Schlaganfall gezeigt. Für die Statine
konnte in der British Regional Heart Study der Nachweis erbracht werden, dass
sie das relative Risiko senken, besonders bei Patienten mit hohem Gesamtcholesterin.
In der Heart Protection Study mit Simvastatin hatten die Hochrisikopatienten
einen eindeutigen Vorteil von der Statinbehandlung. Aber gilt das auch für
Patienten mit einer gut eingestellten Hypertonie? Am Jahreskongress 2004
der American Diabetes Association wurde die cards-Studie vorgestellt, eine
Studie zur Primärprävention des Typ 2 Diabetes. Verglichen wurde bei
2838 Patienten Plazebo mit 10 mg Atorvastatin. Die Studienteilnehmer wurden
einige Monate lang regelmässig untersucht. Die Risikoreduktion bei Schlaganfall
betrug 48 % (39 vs. 21 Ereignisse).
ADC
> BDC
In Zukunft wird man wohl mehr
über Medikamentenkombinationen nachdenken. In der LIFE-Studie hatten z.B.
39,5 % der Patienten neben Losartan noch einen Kalziumkanalblocker genommen.
Prof. William hält die Kombination von Angiotensin-II-Antagonist plus Diuretikum
plus Kalziumkanalblocker (ADC) der Kombination von Betablocker plus Diuretikum
plus Kalziumkanalblocker (BDC) für überlegen und das hinsichtlich
Schlaganfall, einer besseren Regression der linksventrikulären Hypertrophie,
Vorhofflimmern und diabetische Neuerkrankungen.
Relatives Risiko von Risikofaktoren
Bei der Wahl des Medikamentes oder
einer Medikamenten-Kombination sollten Sie sich an den Risikofaktoren orientieren,
empfiehlt Prof. Williams.
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Risikofaktor
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Relatives Risiko vs. Kontrolle
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Alter
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Wächst exponentiell
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Mann/Frau
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3:2 fach
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Hypertonie
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2 bis 4 fach
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Vorhofflimmern
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6 bis 18 fach
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Rauchen
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2 bis 4 fach
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Diabetes mellitus
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2 bis 8 fach
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Hyperlipidämie
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1 bis 2 fach
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Status nach Schlaganfall
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1 bis 10 fach
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Alkohol-Exzess
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1 bis 4 fach
moderat = Protektion
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Ischämische Herzerkrankung
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3 fach
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Herzinsuffizienz
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5 fach
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Die Qual
der Wahl
Der grössten Vorteile der
blutdrucksenkenden Behandlung ist die Blutdrucksenkung per se, meinte Prof.
Dr. Alberto Zanchetti, Mailand, in einem Vortrag am 14th European Meetin
der European Society of Hypertension.Bie
der Behandlung muss beachtet werden, dass die diversen Antihypertonika unterschiedlich
stark wirken. Auch er wies darauf hin, dass die Hypertonie im Zusammenhang mit
Herzinsuffizienz, Diabetes, renaler Insuffizienz, Prädiabetes usw. beurteilt
werden sollte.
Angiotensin-II-Antagonisten sind effektiver als
Beta-Blocker bei Patienten mit linksventrikulärer Hypertrophie und bei
älteren Patienten. Diuretika allein
oder kombiniert sind teilweise wirksam bei Herzinsuffizienz. ACE-Hemmer und
Angiotensin-II-Antagonisten sind wirksamer bei Diabetikern und nicht-diabetischer
Nephropathie. Kalziumkanalblocker sind bei der Atherosklerose der Karotis effektiver
als Diuretika und Beta-Blocker. ACE-Hemmer sind ebenfalls wirksamer bei Atherosklerose
der Karotis als Diuretika.
Medical
Tribune-Online, Winfried Powollik
Länger
oder öfter?
24 oder 48 Stunden Blutdruckmessen?
PARIS – Wird der Blutdruck im Tagesverlauf
bald während 48 Stunden statt nur während 24 Stunden gemessen? Dies
steht nach der Präsentation des Posters von Dr. R.C. Herrida und
weiteren Autoren, der Universitätsklinik in Santiago Spanien zur Diskussion.
Bisher wurde der Blutdruck im
Tagesverlauf etwa alle 15 bis 30 Minuten tagsüber und etwas seltener nachts
gemessen. Nun prüfte eine Studie an 1400 Hypertoniker (Grad 1 und 2), sowie
an knapp 300 gesunden Probanden, ob dies eine genügende Reproduzierbarkeit
der Blutdruckwerte ergibt. Während 48 Stunden wurde der Blutdruck regelmässig
gemessen. Anhand der Blutdruckkurven wurde geprüft, wie sich die Aussagekraft
verhält, wenn längere oder kürzere Intervalle gewählt werden
und die Untersuchung 24 oder 48 Stunden dauerte. Mit grösseren Abständen,
aber über 48 Stunden, lässt sich der durchschnittliche Blutdruck besser
voraussagen, als durch häufigeres Blutdruckmessen über 24 Stunden.
Eine 24 Stunden-Blutdruckmessung reicht also möglicherweise nicht aus,
um eine zuverlässige Aussage über die tatsächlichen durchschnittlichen
Blutdruckwerte zu machen und eine Grundlage für einen Therapieentscheid
zu liefern.
MedicalTribune-Online, Dr. med.
Barbara Elke
LIFE-Daten
neu betrachtet
Bewegung – so
wichtig wie Medikamente!
PARIS – Körperliche Aktivität verringert
die kardiovaskuläre Mortalität, Hirnschlag und Herzinfarkt beträchtlich.
Dies k
onnte an über 9000 Patienten der LIFE-Studie
nachgewiesen werden. Für dieses Hochrisikokollektiv konnte der gute Effekt
schon mit einem geringen Bewegungsprogramm erreicht werden, wie das Poster von
Dr. E. Fossum vom Universitätspital Ullevål in Oslo anlässlich
des 14. Kongresses der European Society of Hypertension aufzeigte.
Die LIFE-Studie zeigte an 9193
Patienten mit Hypertonie und Zeichen einer linksventrikulären Hypertrophie
im EKG eine Überlegenheit des Angiotensin-II-Rezeptorblockers Losartan
im Vergleich zum Betablocker Atenolol. Nun wurden die Patienten daraufhin untersucht,
ob die körperliche Aktivität (KA) einen Einfluss hat. Sie wurden in
drei Gruppen eingeteilt: keine KA, geringe (weniger als 30 Minuten zweimal pro
Woche), und mässige KA (mehr als 30 Minuten, zweimal pro Woche.
Patienten mit einer mässigen
körperlichen Aktivität zeigten eine dramatische Senkung aller kardiovaskulären
Ereignisse. Dieser Effekt war sowohl in der Losartan- als auch in der Atenololgruppe
zu beobachten.
Die kardiovaskuläre Mortalität
konnte um mehr als die Hälfte gesenkt werden (Hazard Ratio 0,43). Da allerdings
die Gruppen mit der meisten Bewegung insgesamt ein etwas besseres Risikoprofil
aufwiesen (geringerer Body Mass Index, weniger Raucher, leicht besseres Lipidprofil)
wurde der zusätzliche Benefit dieser Faktoren "weggerechnet".
Darf man der Statistik glauben, führt allein die körperliche Aktivität
zu einer Reduktion der kardialen Mortalität mit einer Hazard Ratio von
0,49. Der Effekt auf den Hirnschlag war mit 0,77 und auf den tödlichen
und nicht tödlichen Herzinfarkt mit 0,76 etwas geringer aber immer noch
beachtlich.
Selbst mit dieser geringen körperliche
Aktivität, die unter den Empfehlungen der American Heart Association liegt,
lässt sich immer noch ein grosser protektiver Effekt erzielen. Bewegung
kann für den Patienten wirklich einen Unterschied machen!
MT-Online, Dr.med Barbara Elke
Blutdruckmessen
– Unterschiedliche Geräte – unterschiedliche Tageszeit
Praxis-Normotonie
PARIS – Hinter normalen Blutdruckwerten in
der Praxis kann sich auch eine Hypertonie verstecken. Es wird damit gerechnet,
dass rund 10 % der Patienten davon betroffen sind. Diese haben eine ähnlich
schlechte Prognose wie Patienten mit einer nicht kontrollierten Hypertonie,
dies legte ein Poster von Pascal Poncelet von der Policlinique Hénin
am 14. Kongresses der European Society of Hypertension nahe.
Es gibt auch das umgekehrte Phänomen
der Weisskittelhypertonie, die Praxisnormotonie. Hier liegen die Blutdruckwerte
in der Praxis im Normbereich, anlässlich einer 24-Stunden-Blutdruckmessung
allerdings sind die Werte erhöht. Werden die Praxis-Blutdruckmessungen
aber mit Selbstmessungen verglichen, kann die Diagnose verpasst werden.
Die Differenz der Blutdruckmessung
könnte durch die verschiedenen Blutdruckmessgeräte in der Praxis und
zu Hause zu Stande kommen. Um dies auszuschliessen, konnten über 700 Patienten
der AGATE-Studie mit den gleichen Geräten wie in der Praxis versorgt werden.
Im Durchschnitt lagen die selbst gemessen Blutdruckwerte signifikant tiefer.
Auch wenn die heute geltenden unterschiedlichen Grenzwerte für Praxismessung
(140/90 mmHg) und für Selbstmessung (135/85 mmHg) angewandt wurden,
lagen bei 10 % der Patienten die Blutdruckwerte beim Arzt unterhalb der
Limite, nicht aber zu Hause. Im Gespräch mit Medical Tribune-Online äusserte
der Autor, dass möglicherweise der Zeitpunkt des Praxisbesuchs eine Rolle
spielt. Ist dieser am Nachmittag, werden tiefere Werte gemessen als bei der
morgendlichen Blutdruckmessung zu Hause. Auf jeden Fall muss man sich bewusst
sein, dass man sich nie allein auf die Praxismessung verlassen sollte. Es gibt
verschiedene Gründe, wieso Selbstmessung und Praxismessung nicht unterschiedlich
ausfallen, und dies hat einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf
die Prognose der Hypertonie.
MT-Online, Dr.med Barbara Elke
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