Medical Tribune AG



Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





 
 

Wir berichten vom

Jahreskongress 2004 der

European Society of Hypertension

mit der freundlichen Unterstützung von
Novartis Schweiz

 

mercredi, 16/6/2004

zum Inhaltsverzeichnis Kongressberichte ESH 2004

1. Tag xxxxxxx2. Tagxxxxx3. Tagxxxxx4. Tag

 

Medical Tribune - Roundtable
Wir diskutieren die Ergebnisse der VALUE-Studie

PARIS - Mit Spannung ist die Präsentation der VALUE-Studie erwartet worden, die bei Hochrisikopatienten mit Hypertonie den Angiotensin-II-Rezeptorblocker Valsartan mit dem Kalziumantagonisten Amlodipin verglich. Die ehrgeizige Hypothese, dass Valsartan bei gleichen Blutdruckwerten überlegen war, bestätigte sich nicht. Doch aus der grössten je durchgeführten Hypertonie-Studie mit 15'000 Patienten lassen sich dennoch einige Erkenntnisse ableiten. In wieweit sie auch Auswirkung für die tägliche Praxis hat, diskutierten sechs Experten aus der Schweiz und Deutschland.

Der Roundtable fand anlässlich des Kongresses der European Society of Hypertension mit freundlicher Unterstützung der Firma Novartis statt. Bezüglich kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität fanden sich zwischen der Amlodipin- und Valsartangruppe keine Unterschiede. Allerdings erreichte die Amlodipingruppe ein tieferer Blutdruck, durchschnittlich um 2 mmHg. Ob diese tieferen Blutdruckwerte in der Amlodipingruppe einen Einfluss hatte, wurde rege diskutiert. Auch die Aspekte, dass Amlodipin die Häufigkeit eines Hirnschlags, Valsartan andererseits das Auftreten eines Diabetes und tendenziell auch die Häufigkeit einer Herzinsuffizienz beeinflussen konnten, wurden in dieser Expertenrunde besprochen.

Prof. Dr. Georg Noll, Zürich Prof. Dr. M. Burnier, Lausanne Prof. Dr. Edouard Battegay, Basel
PD Dr. F. Mach, Genf Prof. Dr. R. Düsing, Bonn Prof. Dr. R. Schmieder, Erlangen

Was die Experten am Medical Tribune-Roundtable sagten, können Sie bald in der Medical Tribune und der Tribune Médicale erfahren.


 

Risikomanagment Schlaganfall
Die Herausfordderung für Hausärzte

PARIS – Fünf Millionen Tote weltweit, davon eine Million in Europa, dieses Opfer fordert Jahr für Jahr der Schlaganfall. "Diese Erkrankung ist die 2. häufigste Todesursache, die häufigste Ursache für Behinderungen und eine häufige Ursache für Demenz und Depression. Und daran wird sich bis 2020 auch nichts ändern," sagte Prof. Dr. Jean-Michel Mallion, Centre Hospitalier Universitaire, Grenoble, am 14. Jahreskongress der European Society of Hypertension.

Der Schlaganfall ist ein lebensbedrohliches Risiko, dem 25 % der Männer und 20 % der Frauen im Alter zwischen 45 bis 85 ausgesetzt sind. Die Mortalität beträgt im ersten Monat 25 %, 40 % im ersten Jahr nach dem Ereignis. Die Kosten einer Schlaganfallbehanldung sind doppelt so hoch wie diejenigen bei Herzinfarkt. 85 % der Fälle sind ischämisch, 15 % hämorrhagisch. Die Hypertonie ist einer der Hauptrisikofaktoren für Schlaganfall, obschon es auch Menschen mit normalem Blutdruck treffen kann, wie wir aus der Framingham-Studie wissen. 1990 stand im Lancet, dass es eine lineare Beziehung zwischen dem diastolischen Blutdruck und dem Schlaganfallrisiko gibt.

Die meisten Patienten haben lediglich einen leicht erhöhten Blutdruck. Deshalb ist es so wichtig, Patienten mit hohem Schlaganfallrisiko ausfindig zu machen. Prof. Mallion erklärte, wie das geht:

1. Blutdruck Charakteristika: Achten Sie auf Patienten mit erhöhten Blutdruck. Versuchen Sie die Krankheitsdauer herauszufinden. Wird der Patient bereits behandelt? Dipper sind weniger gefährdet als Non-Dipper. Weisst der Blutdruck pulsatile Elemente auf?


2. Ko-Faktoren:
Seit der Framingham-Studie und der Cardiovascular Heatl Study wissen wir, dass das Schlaganfall-Risiko durch zahlreiche Ko-Faktoren erhöht werden kann. Dazu gehören Alter, Diabetes, LVH, erhöhtes Kreatinin, Vorhofflimmern, KHK, usw.

3. Potentielle Marker: Marker für die kumulative Auswirkung des Blutdrucks sind die Dicke der Intima (Ultrascahll) und, als starker unabhängiger Risikofaktor, die linksventrikuläre Hypertrophie (Ultraschall). Modifizierende Marker bei Hypertoniker sind Entzündungsproteine (z.B. ultrasensitives CRP, IL, ICAM...), sowohl wie die endotheliale Dysfunktion oder die "Vasoreaktivität".

4. Zerebrovaskuläre Läsionen: Ein bereits durchgemachter Schlaganfall oder eine transiente ischämische Attacke ist womöglich der stärkste Risikofaktor (mal 10) für Schlaganfall mit einem 40 bis 50 % 5-Jahresrisiko. Stille Hirnläsionen können mittels der sogenannten White Matter Hypersignals (WMH) im CT-oder MRI-Scan entdeckt werden. In Studien wurden 11 % bis 21 % stille Infarkte diagnostiziert. Damit gilt WMH als ein mächtiger Marker für das Schlaganfallrisiko. WMH ist häufig assoziiert mit kognitiven Störungen und Demenzrisiko, motorischen Störungen und Depression.

 

Für den Hausarzt bleibt die Enttarnung der Risikopatienten eine Herausforderung. "Es bleibt schwierig, diese Patienten zu determinieren," meinte Prof. Mallion.

Medical Tribune-Online, Winfried Powollik


 

Blutdruck will sich nicht einstellen lassen?
Dann greifen Sie zu Diuretika im Dreierpack

PARIS – Bei drei bis zwölf Prozent der Patienten mit Hypertonie lässt sich der Druck trotz einer Kombination von mindestens drei Medikamentengruppen in empfohlener Dosierung nicht adäquat einstellen. In einem solchen Fall kann möglicherweise der kombinierte Einsatz dreier Diuretika weiter helfen, so das Ergebnis einer französischen Arbeitsgruppe.

Basierend auf der Tatsache, dass die behandlungsrefraktäre Hypertonie unter anderem auf eine Flüssigkeitsüberlastung zurückzuführen ist, überlegte die Gruppe um Dr. M. Lino, Hypertension Unit, Hôpital Européen Georges Pompidou, Paris, Diuretika mit unterschiedlichen tubulären Ansatzpunkten zu kombinieren.

Von Januar 1988 bis Juni 2003 wurden von 10 558 konsekutiven Patienten mit Hypertonie in der Hochdruckambulanz 107 Patienten mit einer essentiellen Hypertonie dokumentiert, 87 davon Männer. 37 % der im Mittel 53-jährigen waren Diabetiker, 46 % Raucher oder Exraucher, der mittlere BMI lag bei 28,9 plus/minus 4,6.

Bei 72 % der Patienten konnte durch kombinierte Gabe von Diuretika eine adäquate Blutdruckeinstellung erreicht werden, ohne dass der Behandlungsscore auf diese Art und Weise erhöht wurde. Zum Abbruch der Therapie kam es unter den gut eingestellten Patienten in 25,6 % der Fälle, unter den unkontrollierbaren schieden 24 % vorzeitig aus. Die mittlere Blutdrucksenkung betrug 26/12 mmHg.

"Wegen der möglicherweise damit verbundenen Nebenwirkungen – insbesondere auch der Hyperkaliämien – sollte die Behandlung unbedingt von einer spezialisierten Abteilung initiiert werden," mahnte die Autorin.

Medical Tribune-Online, Dr. med. Christine Mücke


 

Ambulante Blutdruckmessung
Nächtliche Messwerte sagen am meisten aus

PARIS – Eine grosse australische Studie1 zeigte den ambulant gemessenen Blutdruck als besten Prädiktor für kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle. Eine weitere Substudie2 dieser Untersuchung bestätigt jetzt den nächtlichen ambulant erhobenen Werten als den besten Vorhersagewert unter allen Blutdruckparametern.

Die nächtlichen ambulanten Werte, das heisst die, die zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens erhoben wurden, gaben am besten Auskunft über nachfolgende Ereignisse, so Dr. Wing, High Blood Pressure Research Council of Australia, Melbourne, am 14. European Meeting on Hypertension. Ebenfalls ein signifikanter Outcome-Prädiktor war der 24–Stunden-Blutdruck. Der Praxis-Druck hingegen konnte keine relevanten Anhaltspunkte liefern.

Zu diesem Ergebnis gelangte die Gruppe nach Analyse von 506 Patienten mit ambulanter Druckmessung, 288 davon Männer. Es kam zu 94 kardiovaskulären Ereignissen, für die sich ausschliesslich die nächtlich erhobenen Werte als signifikante Prädiktoren erwiesen. Keiner der tagsüber gemessenen Parameter, auch nicht in der Sprechstunde, gaben entsprechende Hinweise. "Diese Daten bestätigen erneut den höheren prognostischen Wert der ambulanten Blutdruckmessun, insbesondere der nächtlichen Werte," betonte der Experte.

Medical Tribune-Online, Dr. med. Christine Mücke

 

1 ANBP2 Second Australian National Blood Pressure Study

2 Ambulatory Blood Pressure Substudy


 

zum Inhaltsverzeichnis Kongressberichte ESH 2004

1. Tag xxxxxxx2. Tagxxxxx3. Tagxxxxx4. Tag





 
[ Home ] [ Sitemap ]
 
hosted by bit-heads GmbH