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Wir
berichten vom
Jahreskongress
2004 der
European
Society of Hypertension
mit der freundlichen Unterstützung von
Novartis Schweiz
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Medical
Tribune - Roundtable
Wir diskutieren die Ergebnisse der VALUE-Studie
PARIS
- Mit Spannung ist die Präsentation der VALUE-Studie erwartet worden, die bei
Hochrisikopatienten mit Hypertonie den Angiotensin-II-Rezeptorblocker Valsartan
mit dem Kalziumantagonisten Amlodipin verglich. Die ehrgeizige Hypothese, dass
Valsartan bei gleichen Blutdruckwerten überlegen war, bestätigte sich nicht.
Doch aus der grössten je durchgeführten Hypertonie-Studie mit 15'000 Patienten
lassen sich dennoch einige Erkenntnisse ableiten. In wieweit sie auch Auswirkung
für die tägliche Praxis hat, diskutierten sechs Experten aus der Schweiz und
Deutschland.
Der
Roundtable fand anlässlich des Kongresses der European Society of Hypertension
mit freundlicher Unterstützung der Firma Novartis statt. Bezüglich kardiovaskulärer
Mortalität und Morbidität fanden sich zwischen der Amlodipin- und Valsartangruppe
keine Unterschiede. Allerdings erreichte die Amlodipingruppe ein tieferer Blutdruck,
durchschnittlich um 2 mmHg. Ob diese tieferen Blutdruckwerte in der Amlodipingruppe
einen Einfluss hatte, wurde rege diskutiert. Auch die Aspekte, dass Amlodipin
die Häufigkeit eines Hirnschlags, Valsartan andererseits das Auftreten eines
Diabetes und tendenziell auch die Häufigkeit einer Herzinsuffizienz beeinflussen
konnten, wurden in dieser Expertenrunde besprochen.
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| Prof. Dr.
Georg Noll, Zürich |
Prof. Dr.
M. Burnier, Lausanne |
Prof. Dr.
Edouard Battegay, Basel |
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| PD Dr. F.
Mach, Genf |
Prof. Dr.
R. Düsing, Bonn |
Prof. Dr.
R. Schmieder, Erlangen |
Was die Experten am Medical Tribune-Roundtable
sagten, können Sie bald in der Medical Tribune und der Tribune Médicale
erfahren.
Risikomanagment
Schlaganfall
Die Herausfordderung
für Hausärzte
PARIS – Fünf Millionen
Tote weltweit, davon eine Million in Europa, dieses Opfer fordert Jahr für
Jahr der Schlaganfall. "Diese Erkrankung ist die 2. häufigste Todesursache,
die häufigste Ursache für Behinderungen und eine häufige Ursache
für Demenz und Depression. Und daran wird sich bis 2020 auch nichts ändern,"
sagte Prof. Dr. Jean-Michel Mallion, Centre Hospitalier Universitaire,
Grenoble, am 14. Jahreskongress der European Society of Hypertension.
Der Schlaganfall ist ein lebensbedrohliches
Risiko, dem 25 % der Männer und 20 % der Frauen im Alter zwischen
45 bis 85 ausgesetzt sind. Die Mortalität beträgt im ersten Monat
25 %, 40 % im ersten Jahr nach dem Ereignis. Die Kosten einer Schlaganfallbehanldung
sind doppelt so hoch wie diejenigen bei Herzinfarkt. 85 % der Fälle
sind ischämisch, 15 % hämorrhagisch. Die Hypertonie ist einer
der Hauptrisikofaktoren für Schlaganfall, obschon es auch Menschen mit
normalem Blutdruck treffen kann, wie wir aus der Framingham-Studie wissen. 1990
stand im Lancet, dass es eine lineare Beziehung zwischen dem diastolischen
Blutdruck und dem Schlaganfallrisiko gibt.
Die meisten Patienten haben lediglich
einen leicht erhöhten Blutdruck. Deshalb ist es so wichtig, Patienten mit
hohem Schlaganfallrisiko ausfindig zu machen. Prof. Mallion erklärte, wie
das geht:
1. Blutdruck
Charakteristika: Achten Sie
auf Patienten mit erhöhten Blutdruck. Versuchen Sie die Krankheitsdauer
herauszufinden. Wird der Patient bereits behandelt? Dipper sind weniger gefährdet
als Non-Dipper. Weisst der Blutdruck pulsatile Elemente auf?
2. Ko-Faktoren: Seit
der Framingham-Studie und der Cardiovascular Heatl Study wissen wir, dass das
Schlaganfall-Risiko durch zahlreiche Ko-Faktoren erhöht werden kann. Dazu
gehören Alter, Diabetes, LVH, erhöhtes Kreatinin, Vorhofflimmern,
KHK, usw.
3. Potentielle
Marker: Marker für die
kumulative Auswirkung des Blutdrucks sind die Dicke der Intima (Ultrascahll)
und, als starker unabhängiger Risikofaktor, die linksventrikuläre
Hypertrophie (Ultraschall). Modifizierende Marker bei Hypertoniker sind Entzündungsproteine
(z.B. ultrasensitives CRP, IL, ICAM...), sowohl wie die endotheliale Dysfunktion
oder die "Vasoreaktivität".
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4.
Zerebrovaskuläre Läsionen: Ein bereits durchgemachter
Schlaganfall oder eine transiente ischämische Attacke ist womöglich
der stärkste Risikofaktor (mal 10) für Schlaganfall mit einem
40 bis 50 % 5-Jahresrisiko. Stille Hirnläsionen können mittels
der sogenannten White Matter Hypersignals (WMH) im CT-oder MRI-Scan entdeckt
werden. In Studien wurden 11 % bis 21 % stille Infarkte diagnostiziert.
Damit gilt WMH als ein mächtiger Marker für das Schlaganfallrisiko.
WMH ist häufig assoziiert mit kognitiven Störungen und Demenzrisiko,
motorischen Störungen und Depression. |
Für den Hausarzt bleibt
die Enttarnung der Risikopatienten eine Herausforderung. "Es bleibt schwierig,
diese Patienten zu determinieren," meinte Prof. Mallion.
Medical Tribune-Online, Winfried
Powollik
Blutdruck
will sich nicht einstellen lassen?
Dann greifen Sie
zu Diuretika im Dreierpack
PARIS – Bei drei bis zwölf
Prozent der Patienten mit Hypertonie lässt sich der Druck trotz einer Kombination
von mindestens drei Medikamentengruppen in empfohlener Dosierung nicht adäquat
einstellen. In einem solchen Fall kann möglicherweise der kombinierte Einsatz
dreier Diuretika weiter helfen, so das Ergebnis einer französischen Arbeitsgruppe.
Basierend auf der Tatsache, dass
die behandlungsrefraktäre Hypertonie unter anderem auf eine Flüssigkeitsüberlastung
zurückzuführen ist, überlegte die Gruppe um Dr. M. Lino,
Hypertension Unit, Hôpital Européen Georges Pompidou, Paris, Diuretika
mit unterschiedlichen tubulären Ansatzpunkten zu kombinieren.
Von Januar 1988 bis Juni 2003
wurden von 10 558 konsekutiven Patienten mit Hypertonie in der Hochdruckambulanz
107 Patienten mit einer essentiellen Hypertonie dokumentiert, 87 davon Männer.
37 % der im Mittel 53-jährigen waren Diabetiker, 46 % Raucher
oder Exraucher, der mittlere BMI lag bei 28,9 plus/minus 4,6.
Bei 72 % der Patienten konnte
durch kombinierte Gabe von Diuretika eine adäquate Blutdruckeinstellung
erreicht werden, ohne dass der Behandlungsscore auf diese Art und Weise erhöht
wurde. Zum Abbruch der Therapie kam es unter den gut eingestellten Patienten
in 25,6 % der Fälle, unter den unkontrollierbaren schieden 24 %
vorzeitig aus. Die mittlere Blutdrucksenkung betrug 26/12 mmHg.
"Wegen der möglicherweise
damit verbundenen Nebenwirkungen – insbesondere auch der Hyperkaliämien
– sollte die Behandlung unbedingt von einer spezialisierten Abteilung initiiert
werden," mahnte die Autorin.
Medical Tribune-Online, Dr. med.
Christine Mücke
Ambulante
Blutdruckmessung
Nächtliche
Messwerte sagen am meisten aus
PARIS – Eine grosse australische
Studie1 zeigte den ambulant gemessenen Blutdruck als besten Prädiktor
für kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle. Eine weitere Substudie2
dieser Untersuchung bestätigt jetzt den nächtlichen ambulant erhobenen
Werten als den besten Vorhersagewert unter allen Blutdruckparametern.
Die nächtlichen ambulanten
Werte, das heisst die, die zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens erhoben
wurden, gaben am besten Auskunft über nachfolgende Ereignisse, so Dr.
Wing, High Blood Pressure Research Council of Australia, Melbourne, am 14.
European Meeting on Hypertension. Ebenfalls ein signifikanter Outcome-Prädiktor
war der 24–Stunden-Blutdruck. Der Praxis-Druck hingegen konnte keine relevanten
Anhaltspunkte liefern.
Zu diesem Ergebnis gelangte die
Gruppe nach Analyse von 506 Patienten mit ambulanter Druckmessung, 288 davon
Männer. Es kam zu 94 kardiovaskulären Ereignissen, für die sich
ausschliesslich die nächtlich erhobenen Werte als signifikante Prädiktoren
erwiesen. Keiner der tagsüber gemessenen Parameter, auch nicht in der Sprechstunde,
gaben entsprechende Hinweise. "Diese Daten bestätigen erneut den höheren
prognostischen Wert der ambulanten Blutdruckmessun, insbesondere der nächtlichen
Werte," betonte der Experte.
Medical Tribune-Online, Dr. med.
Christine Mücke
1
ANBP2 Second Australian National Blood Pressure Study
2 Ambulatory Blood
Pressure Substudy
zum
Inhaltsverzeichnis Kongressberichte ESH 2004
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