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Wir
berichten vom
Jahreskongress
2004 der
European
Society of Hypertension
mit der freundlichen Unterstützung von
Novartis Schweiz
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Mardi,
15/6/2004
zum Inhaltsverzeichnis Kongressberichte ESH
2004
1. Tag xxxxxxx2. Tagxxxxx3. Tagxxxxx4. Tag
VALUE-Studie
am ESH-Kongress vorgestellt
Sartan und Kalziumhemmer
im Direktverglich
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PARIS – Mit der VALUE-Studie*
ist zum erstenmal ein moderner Angiotensin-II-Antagonist mit dem häufig
verordneten Kalzuiumkanalblocker Amlodipin verglichen worden. Eigentlich
wollten die Studienmacher demonstrieren, dass Valsartan die kardiale Morbidität
und Mortalität bei Hochrisikopatienten besser senkt als Amlodipin.
Dieses ehrgeizeige Ziel ist nicht in allen Kategorien gelungen. Prof.
S. Julius, University of Michigan Health System, Ann Arbour, präsentierte
an den Late Clinical Trials am 14. Jahreskongress der ESH
zum erstenmal die mit grosser Spannung erwarteten Ergebnisse.
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In die
grösste Hypertoniestudie aller Zeiten waren 15'245 Hochdruckpatienten an
934 Zentren in 31 Ländern aufgenommen worden. Als primärer Endpunkt
wurden fatale und schwere nicht-fatale Ereignisse definiert. Der zweite Endpunkt
war u.a. als Schlaganfall bestimmt. In die Studie wurden Hypertoniker aufgenommen,
die über 50 Jahre alt sein und einen oder mehrere definierte
Risikofaktoren aufweisen mussten. Ausschlusskriterein
waren unter anderem eine renale Stenose, Schwangerschaft, aktuere Herzinfarkt
oder Herzinsuffizienz.
Die
Ergebnisse
In beiden Studienarmen wurde der Blutdruck
gut gesenkt, in der Amlodipin-Gruppe sogar etwas stärker, vor allem in
den ersten Monaten. Dennoch gab es beim ersten kardialen Endpunkt keinen signifikanten
Unterschied. Die Gesamtmortalität war in beiden Gruppen gleich, die Inzidenz
nicht-fataler Herzinfarkte war im Kalziumantagonisten-Arm signifikant geringer,
auch die Inzidenz für Schlaganfälle, allerdings nicht signifikant.
Valsartan konnte einen positiven Trend für weniger Herzinsuffizenz-Fälle
buchen, ohne allerdings die Signifikanzqualität zu erreichen. Tabelle
Dafür
punktete Valsartan signifikant mit 23 % weniger neuaufgetretenen
Diabeteserkrankungen als in der Kalziumblocker-Gruppe. VALUE ist die
erste Studie, die diesen bedeutenden Zusammenhang beweisen konnte. "Jetzt
müssen die Langzeitanwendungen und die Mechanismen in weiteren
Untersuchungen geklärt werden," forderte Prof. Julius. "Amlodipin
ist bekannt als ein Medikament das sich neutral in Bezug auf den Glukosemetabolismus
verhält, in soweit sind diese Erkenntnisse bedeutend in einer Zeit,
in der die Prävalenz in der ganzen Welt grösser wird,"
ergänzte der Experte.
Die Unterschiede beim Schlaganfall
führt er auf die niedrigeren Blutdruckwerte zurück. "Man weiss
heute, dass selbst Unterschiede von 1 oder 2 mmHg wesentlich sind,"
erklärte der Experte. Beide Behandlungen wurden gut toleriert, aber signifikant
mehr Patienten in der Amlodipingruppe brachen wegen Nebenwirkungen die Therapie
ab.
Vorteile
von Valsartan in der Prävention der Herzinsuffizienz machten sich
im späteren Stuidenverlauf bemerkbar, als die Blutdruckunterschiede
nicht mehr so wesentlich waren. Das deutet darauf hin, dass es neben
dem dem blutdrucksenkenden Effekt noch andere mögliche positive
Wirkmechanismen des Sartans gibt.
"Die
VALUE-Studie ist ein wichtiges Lehrstück über Design, Studiendurchführung
und Analyse für andere Hypertoniestudien. VALUE zeigt auch wie wichtig
es ist, zeitspezifische Studienintervalle zu analysieren," sagte Prof.
Justus. VALUE macht auch deutlich, wie wichtig es ist, beides zu tun, nämlich
aggressiv den Blutdruck senken und gleichzeitig kardioprotektiv und stoffwechselschützend
zu handeln.
Ergebnisse (zurück)
| Parameter |
% Valsartan
|
n
|
% bbAmlodipin
|
n
|
p
|
|
| primärer Endpunkt |
10,6 |
810 |
10,4 |
789 |
0,49 |
ns |
| Tod durch Herzanfall |
0,86 |
66 |
0,84 |
64 |
0,81 |
ns |
| Gesamtmortalität |
11,0 |
841 |
10,8 |
818 |
0,45 |
ns |
| Diabetes-Neuerkrankungen |
13,1 |
690 |
16,4 |
845 |
<0,001 |
s |
| Hosp. wg. Herzinsuffizienz |
4,6 |
354 |
5,3 |
400 |
0,12 |
ns |
| Schlaganfall |
4,2 |
322 |
3,7 |
281 |
0,08 |
ns |
| Herzanfälle |
4,8 |
369 |
4,1 |
313 |
0,02 |
? |
| Therapieabbrüche |
13,4 |
|
14,5 |
|
0,045 |
s |
*VALUE
= Valsartan Antihypertensive Long Term Use Evaluation
Results
Risiko: Diabetes, Status nach Schlaganfall,
koronare Herzkrankheit (KHK) (zurück)
Medical Tribune-Online, Winfried
Powollik
Klimatische
Einflüsse untersucht
Kalte Tage und heisse Nächte treiben Blutdruck hoch
PARIS
– Ob sich die klimatischen Schwankungen über die Veränderungen
des Blutdrucks auswirken können, untersuchte eine italienische
Studie in Mailand und Florenz. Die Resultate wurden von Dr. P.A.
Modesti am Kongress der European Society of Hypertension vorgestellt.
Beteiligt waren Autoren vom Center of Bioclimatology der Universität
Florenz und der Kardiologischen Abteilung des San Luca Hospitals in
Mailand.
Verschiedene
Studien haben gezeigt, dass Patienten häufiger im Winter einen
Hirnschlag erleiden. Doch gibt es widersprüchliche Untersuchungen
über die Bedeutung des Klimas. Möglicherweise sind die Veränderungen
des Blutdrucks der entscheidende Faktor für die klimatischen Einflüsse.
Retrospektiv
wurden Protokolle von von 24-Stunden-Blutdruckmessungen zwischen 1998
und 2003 ausgewertet, die an sehr heissen oder sehr kalten Tagen durchgeführt
wurden. Die Auswertungen der 24-Stunden-Blutdruckmessungen zeigte bei
kaltem Wetter einen durchschnittlich um 4 mmHg höheren Blutdruck
tagsüber. War es heiss, stieg der Blutdruck allerdings nachts um
2 mmHg an. Die Unterschiede war bei über 65-jährigen
ausgeprägter als bei Jüngeren. Dies könnte die Entstehung
von Endorganschäden verstärken und die Häufigkeit von
kardiovaskulären Ereignissen erhöhen, vermuten die Autoren.
Der morgendliche Blutdruckanstieg kann die Gefahr eines Schlaganfalls
am Morgen noch erhöhen.
Da
tagsüber im Winter höhere Blutdruckwerte beobachtet werden,
wird oft auch die antihypertensive Therapie verstärkt. Ob die geringere
medikamentöse Therapie in den Sommermonaten oder der gestörte
Schlaf in heissen Nächten für die nächtlichen Blutdruckerhöhungen
verantwortlich sind, kann mit dieser Studie nicht beantwortet werden.
Medical Tribune-Online, Dr. med.
Barbara Elke
Präeklampsie
erkennen
Blutdruckquotient Tag/Nacht bestimmen
PARIS
– Nicht nur die Blutdruckerhöhung sollte bei einer drohenden Präeklampsie
beachtet werden, charakteristisch ist auch das Muster der Blutdruckkurve
über 24 Stunden. Dr. D.E. Ayala und weitere Autoren der
Universität Santiago verglichen den Verlauf des Blutdrucks bei
normotensiven und hypertensiven Schwangeren. Ihr Poster wurde anlässlich
des 14. Kongresses der European Society of Hypertension
präsentiert.
Bei
245 normotensiven und 189 Frauen mit Gestationshypertonie oder Präeklampsie,
konnten Blutdruckprofile über 48 Stunden ausgewertet werden. Der
Blutdruck wurde tagsüber alle 20 Minuten, nachts alle halbe Stunde
gemessen. Diese Untersuchung konnte in der Regel vor der 14. Schwangerschaftswoche
begonnen werden und wurde bis zur Geburt alle 4 Wochen wiederholt.
Im
ersten Trimester der Schwangerschaft zeigten Frauen, die später
eine Präeklampsie entwickelten, zunächst einen höheren
Quotienten zwischen Tages- und Nachtblutdruck. Das Verhältnis blieb
bei normotensiven Frauen und bei Frauen mit einer Gestationshypertonie
ohne Proteinurie gleich. Im dritten Trimester allerdings sank dann der
Quotient zwischen Tages- und Nachtblutdruck bei Frauen, die eine Präeklampsie
entwickelten, während der Quotient bei Frauen mit Gestationshypertonie
am höchsten war.
Fehlt
die nächtliche Absenkung des Blutdrucks, ist das Risiko von Endorganschaden
und kardiovaskulären Ereignissen erhöht. Die Präeklampsie
ist also durch ein sehr unterschiedliches Blutdruckverhalten während
der Schwangerschaft gekennzeichnet. Die Autoren hoffen, dass diese Beobachtung
zusammen mit weiteren Faktoren eine frühere Identifikation der
Frauen erlaubt, die eine Präeklampsie entwickeln.
MT-Online, Dr.med Barbara Elke
Sexuelle
Nebenwirkungen unter Antihypertensiva
Betablocker sind selten schuld
PARIS
– "Es sind halt die Betablocker", diese Meinung ist noch weit
verbreitet, wenn Patienten über sexuelle Störungen unter antihypertensiver
Therapie klagen. Doch neuere Untersuchungen zeigen ein ganz anderes
Bild, wenn die Frage prospektiv und doppelblind untersucht wird. Die
Resultate präsentierte Prof. Xavier Girerd, Hôpital Pitié-Salpetrière
in Paris anlässlich des Kongresses der European Society of Hypertension.
Oft
muss man die Patienten nach Nebenwirkungen fragen, von alleine äussern
sie ihr Problem oft nicht. Man muss zwischen verschiedenen Formen von
sexuellen Störungen unterscheiden. Bei den Erektionsstörungen
sind es nicht immer die Antihypertensiva, die Hypertonie selber ist
ein Risikofaktor dafür. Eine intakte endotheliale Funktion braucht
es für eine Erektion, diese ist ja auch bei einer Hypertonie meist
beeinträchtigt. Schon vor einer antihypertensiven Therapie klagen
15 % der Männer und 5 % der Frauen wegen sexueller Störungen.
Bisher
standen vor allem die Betablocker in Verdacht, Erektionsstörungen
hervorzurufen. Doch wenn man dies prospektiv untersucht, sind Erektionsstörungen
unter Betablocker eher selten, sehr häufig dagegen unter Diuretika.
Bei
Frauen hat man ebenfalls sexuelle Störungen unter Antihypertensiva
untersucht. Hier zeigte sich, dass Betablocker die sexuelle Lust und
sexuelle Phantasien verringern. Ganz anders die Angiotensin-II-Rezeptorenblocker,
diese scheinen Lust und Phantasie zu beflügeln, eine möglicherweise
erwünschte "Neben"-Wirkung.
Klagt
ein Patient über Erektionsstörungen, sollte man auf ein anderes
Antihypertensiva wechseln, rät Prof. Girerd. Wenn dies keinen Erfolg
bringt, helfen die PDE 5-Hemmer oft sehr gut. Die Nebenwirkungen unter
Sildenafil waren selten und meist mild, nur ein Patient von 291 litt
unter einem schweren Flush, das gleiche gilt für Tadalafil und
Verdenafil. Bei Hypertonikern wirken die PDE-5-Hemmer wie ein leichtes
zusätzliches Antihypertensivum. Die einzige Kontraindikation dieser
Substanzen ist die gleichzeitige Therapie mit Nitraten. In einer kürzlich
publizierten Studie lehnten allerdings 42 % der betroffenen Hypertoniker
mit Erektionsstörungen die Therapie mit PDE-5-Hemmern ab, 28 %
hatten eine Kontraindikation, 30 % bekamen die Therapie.
MT-Online, Dr.med Barbara Elke
zum Inhaltsverzeichnis Kongressberichte ESH
2004
1. Tag xxxxxxx2. Tagxxxxx3. Tagxxxxx4. Tag
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