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Stop handwashing.
But do handrub with alcohol!
Ein Plädoyer für die
Händedesinfektion mit Alkohol
MAILAND - Die Händedesinfektion war Thema am 12th European Congress
of Clinical
Microbiology and Infectious Diseases. Professor Dr. Didier Pittet,
Universitätsspital Genf, legte ein engagiertes Plädoyer ab zugunsten
der Händedesinfektion mit Alkohol.
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Obwohl mit einer guten Handhygiene die Übertragung von nosokomialen Pathogenen
reduziert werden kann, ist die Akzeptanz der Händedesinfektion beim Healthcare-Personal
unakzeptabel klein. Gemäss einer von Prof. Pittet vorgestellten Untersuchung
liegt die Compliance nur zwischen 8 und 66 % (z.B. Ärzte 30 %(!), Krankenschwester
52 %). Unterschiede gibt es auch innerhalb verschiedener Abteilungen (z.B.
Pädiatrie 59 %, Intensivstation 39 %(!)). Dabei spielt der Zeitfaktor
eine entscheidende Rolle: Je häufiger die Hände eigentlich desinfiziert
werden müssten, desto geringer ist die Compliance. Unter anderem auch
wegen des Zeitfaktors empfiehlt Prof. Pittet deshalb die Handdesinfektion
mit Alkohol. Das geht schneller, und das Einreiben von Alkohol ist wirksamer
als das Händewaschen mit Seife. Eine von 1994 bis 1997 durchgeführte Kampagne
zur Förderung der Händedesinfektion am Universitätsspital Genf zeigte
erfreuliche Resultate: Die Compliance nahm von 47,2 % zu Beginn der Kampagne
bis zum Ende auf 66,2 % zu. Parallel nahm auch die Rate an Händedesinfektionen
auf Alkoholbasis zu, und es konnte eine Verminderung von nosokomialen
Infektionen festgestellt werden. Die Händedesinfektion mit Alkohol lohnt
sich also!
(© Medical Tribune-Online
Schweiz, St. Haselbach)
Antibiotikaprophylaxe
bei Operationen
Ein Alarmsystem
schafft Besserung
MAILAND
-Bei Operationen, die länger als vier Stunden dauern, ist zur Antibiotikaprophylaxe
eine zweite, intraoperative Dosis indiziert, um den Schutz vor Infektionen
während der ganzen Operation zu gewährleisten. Doch dies kann
"in der Hitze des Gefechts" durchaus mal untergehen. An der Universitätsklinik
Lausanne wurde bei Herzoperationen ein automatisches Alarmsystem getestet,
dass intraoperativ an die zweite Antibiotikagabe erinnern soll.
In die randomisierte
und kontrollierte Studie wurden insgesamt 273 Patienten aufgenommen, die
sich einer Herzoperation vom mindesten vier Stunden Dauer unterziehen
mussten. Sie wurden randomisiert in eine Gruppe, bei denen mittels eines
Alarmsystems 3 Stunden und 45 Minuten nach der präoperativen Antibiotikagabe
an die zweite Verabreichung erinnert wurde, und in eine Kontrollgruppe.
Das Alarmsystem arbeitet audiovisuell: es verursacht einen Alarmton und
parallel dazu erscheint auf dem Display des Computers im Operationssaal
die Frage, ob das Chirurgenteam die Verabreichung einer perioperativen
Antibiotikagabe in Betracht zieht.
Von den 137
Patienten in der Alarmsystem-Gruppe erhielten 93 (68 %) die empfohlene
perioperative Dosis, verglichen mit nur 55 von 136 Patienten (40 %) in
der Kontrollgruppe. Im Vergleich zur sechsmonatigen Periode vor Einführung
des Alarmsystems war der Effekt noch grösser: in dieser Zeit hatten
nur 129 von 480 operierten Patienten (27 %) die zweite Antibiotikadosis
erhalten. Postoperative Infektionen wurden in der Alarm-Gruppe bei 4 %
der Patienten festgestellt, in der Kontrollgruppe bei 6 % und in der Periode
vor Studienbeginn bei 10 %.
Die Studiengruppe
unter der Leitung von Dr. Giorgio Zanetti, Abteilung Infektiologie am
CHUV, Lausanne, kommt zum Schluss, dass der Gebrauch eines automatischen
Alarmsystems im Operationssaal die Compliance bezüglich Guidelines
zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe verbessert und das Risiko von
postoperativen Infektionen senkt.
(© Medical Tribune-Online
Schweiz, St. Haselbach)
Herausforderung Hepatitis
C
Die Therapieoptionen im Jahr 2002
MAILAND - Die Optionen zur Behandlung der Hepatitis C
sind in den letzten Jahren verbessert worden. Professor Dr. Alfredo Alberti
von der Universität Padua gab dazu eine kleinen Überblick.
Gemäss Prof. Alberti gibt es weltweit ca. 150 bis 200 Mio.
Träger des Hepatitis-C-Virus (HCV). Davon sind die meisten jedoch nicht
diagnostiziert.
Hier spielt deshalb der Hausarzt eine wichtige Rolle, indem
er die Diagnose "Hepatitis C" überhaupt einmal stellt. Häufig
wird die Diagnose aber erst aufgrund der Langzeitkomplikationen (Zirrhose,
hepatozelluläres Karzinom) gestellt. Wenn aber bei einer akuten Hepatitis
C frühzeitig mit Interferon (IFN) behandelt wird, so kann allgemein mit
einem gutem Therapieerfolg gerechnet werden. Der Genotyp 1 von HCV ist
dabei deutlich schwieriger zu behandeln als der Genotyp 2 und 3.
Die Therapie der Hepatitis C hat sich in den letzten 10 Jahren weiter entwickelt:
| 1990
bis 1999: |
IFN
Monotherapie |
10 bis
25 % Erfolg |
| 1999
bis 2001: |
IFN
+ Ribavirin |
25 bis
40 % Erfolg |
| 2002: |
Peg-IFN
+ Ribavirin |
>50
% Erfolg |
Beide heute auf dem Markt erhältlichen pegylierten Interferone (Peg-IFN
alfa-2a, Peg-IFN alfa-2b) können wöchentlich verabreicht werden. Sie sind
wirksamer als das "gewöhnliche" Interferon, es muss gemäss Prof.
Alberti aber auch aufmerksam auf die möglichen Nebenwirkungen (Grippe-ähnliche
Symptomatik, Myelosuppression, Depression) geachtet werden. Prof. Alberti
hielt zusammenfassend fest, dass die Therapie der Hepatitis C immer besser
und wirksamer geworden ist, aber immer noch 50 % der Behandelten nicht
auf die Medikamente reagieren. Und auch das Management der unerwünschten
Wirkungen müsse verbessert werden.
(© Medical Tribune-Online
Schweiz, St. Haselbach)
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