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Willkommen bei der Berichterstattung von Medical Tribune Online am 12. European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ECCMID), Mailand, 2002

 

 

26. April 2002

 

Stop handwashing. But do handrub with alcohol!

Ein Plädoyer für die Händedesinfektion mit Alkohol

MAILAND - Die Händedesinfektion war Thema am 12th European Congress of Clinical
Microbiology and Infectious Diseases. Professor Dr. Didier Pittet, Universitätsspital Genf, legte ein engagiertes Plädoyer ab zugunsten der Händedesinfektion mit Alkohol.

  Mailand


Obwohl mit einer guten Handhygiene die Übertragung von nosokomialen Pathogenen reduziert werden kann, ist die Akzeptanz der Händedesinfektion beim Healthcare-Personal unakzeptabel klein. Gemäss einer von Prof. Pittet vorgestellten Untersuchung liegt die Compliance nur zwischen 8 und 66 % (z.B. Ärzte 30 %(!), Krankenschwester 52 %). Unterschiede gibt es auch innerhalb verschiedener Abteilungen (z.B. Pädiatrie 59 %, Intensivstation 39 %(!)). Dabei spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: Je häufiger die Hände eigentlich desinfiziert werden müssten, desto geringer ist die Compliance. Unter anderem auch wegen des Zeitfaktors empfiehlt Prof. Pittet deshalb die Handdesinfektion mit Alkohol. Das geht schneller, und das Einreiben von Alkohol ist wirksamer als das Händewaschen mit Seife. Eine von 1994 bis 1997 durchgeführte Kampagne zur Förderung der Händedesinfektion am Universitätsspital Genf zeigte erfreuliche Resultate: Die Compliance nahm von 47,2 % zu Beginn der Kampagne bis zum Ende auf 66,2 % zu. Parallel nahm auch die Rate an Händedesinfektionen auf Alkoholbasis zu, und es konnte eine Verminderung von nosokomialen Infektionen festgestellt werden. Die Händedesinfektion mit Alkohol lohnt sich also!

(© Medical Tribune-Online Schweiz, St. Haselbach)




Antibiotikaprophylaxe bei Operationen

Ein Alarmsystem schafft Besserung

MAILAND -Bei Operationen, die länger als vier Stunden dauern, ist zur Antibiotikaprophylaxe eine zweite, intraoperative Dosis indiziert, um den Schutz vor Infektionen während der ganzen Operation zu gewährleisten. Doch dies kann "in der Hitze des Gefechts" durchaus mal untergehen. An der Universitätsklinik Lausanne wurde bei Herzoperationen ein automatisches Alarmsystem getestet, dass intraoperativ an die zweite Antibiotikagabe erinnern soll.

In die randomisierte und kontrollierte Studie wurden insgesamt 273 Patienten aufgenommen, die sich einer Herzoperation vom mindesten vier Stunden Dauer unterziehen mussten. Sie wurden randomisiert in eine Gruppe, bei denen mittels eines Alarmsystems 3 Stunden und 45 Minuten nach der präoperativen Antibiotikagabe an die zweite Verabreichung erinnert wurde, und in eine Kontrollgruppe. Das Alarmsystem arbeitet audiovisuell: es verursacht einen Alarmton und parallel dazu erscheint auf dem Display des Computers im Operationssaal die Frage, ob das Chirurgenteam die Verabreichung einer perioperativen Antibiotikagabe in Betracht zieht.

Von den 137 Patienten in der Alarmsystem-Gruppe erhielten 93 (68 %) die empfohlene perioperative Dosis, verglichen mit nur 55 von 136 Patienten (40 %) in der Kontrollgruppe. Im Vergleich zur sechsmonatigen Periode vor Einführung des Alarmsystems war der Effekt noch grösser: in dieser Zeit hatten nur 129 von 480 operierten Patienten (27 %) die zweite Antibiotikadosis erhalten. Postoperative Infektionen wurden in der Alarm-Gruppe bei 4 % der Patienten festgestellt, in der Kontrollgruppe bei 6 % und in der Periode vor Studienbeginn bei 10 %.

Die Studiengruppe unter der Leitung von Dr. Giorgio Zanetti, Abteilung Infektiologie am CHUV, Lausanne, kommt zum Schluss, dass der Gebrauch eines automatischen Alarmsystems im Operationssaal die Compliance bezüglich Guidelines zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe verbessert und das Risiko von postoperativen Infektionen senkt.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, St. Haselbach)

Herausforderung Hepatitis C

Die Therapieoptionen im Jahr 2002

MAILAND - Die Optionen zur Behandlung der Hepatitis C sind in den letzten Jahren verbessert worden. Professor Dr. Alfredo Alberti von der Universität Padua gab dazu eine kleinen Überblick.   Gemäss Prof. Alberti gibt es weltweit ca. 150 bis 200 Mio. Träger des Hepatitis-C-Virus (HCV). Davon sind die meisten jedoch nicht diagnostiziert.

Hier spielt deshalb der Hausarzt eine wichtige Rolle, indem er die Diagnose "Hepatitis C" überhaupt einmal stellt. Häufig wird die Diagnose aber erst aufgrund der Langzeitkomplikationen (Zirrhose, hepatozelluläres Karzinom) gestellt. Wenn aber bei einer akuten Hepatitis C frühzeitig mit Interferon (IFN) behandelt wird, so kann allgemein mit einem gutem Therapieerfolg gerechnet werden. Der Genotyp 1 von HCV ist dabei deutlich schwieriger zu behandeln als der Genotyp 2 und 3.

Die Therapie der Hepatitis C hat sich in den letzten 10 Jahren weiter entwickelt:
1990 bis 1999:  IFN Monotherapie      10 bis 25 % Erfolg
1999 bis 2001:   IFN + Ribavirin        25 bis 40 % Erfolg
2002:    Peg-IFN + Ribavirin >50 % Erfolg


Beide heute auf dem Markt erhältlichen pegylierten Interferone (Peg-IFN alfa-2a, Peg-IFN alfa-2b) können wöchentlich verabreicht werden. Sie sind wirksamer als das "gewöhnliche" Interferon, es muss gemäss Prof. Alberti aber auch aufmerksam auf die möglichen Nebenwirkungen (Grippe-ähnliche Symptomatik, Myelosuppression, Depression) geachtet werden. Prof. Alberti hielt zusammenfassend fest, dass die Therapie der Hepatitis C immer besser und wirksamer geworden ist, aber immer noch 50 % der Behandelten nicht auf die Medikamente reagieren. Und auch das Management der unerwünschten Wirkungen müsse verbessert werden.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, St. Haselbach)


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