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Antibiotika-Resistenzen
Welche
Klebsiella-Karte hat der Patient gezogen?
MAILAND - Die Subgruppen von Klebsiella pneumoniae halten sich
nicht an geographische, aber möglicherweise an organische Grenzen.
Drei phylogenetische Untergruppen unterschied eine niederländische
Studiengruppe um S. Brisse, Utrecht. Interessant ist nicht nur ihr
deutlich
unterschiedliches Resistenzverhalten, sondern auch das unterschiedliche
Auftreten in infizierten Geweben.
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So fand die
Studiengruppe den Subtyp KpIII, der besonders selten gegen Antibiotika
resistent ist, in keinem einzigen Präparat aus dem Harntrakt. Am
häufigsten ist insgesamt mit dem Subtyp KpI zu rechnen, der gleichzeitig
die höchsten Resistenzraten aufweist, beispielsweise gegen Ceftazidim
in 34% der Fälle (KpII: 23%, KpIII 6%), aber tendenziell ebenso auch
bei anderen Antibiotika.
KpI
stellt 69% der aufgefundenen Klebsiellen in Blutkulturen (KpII: 8,5% Kp
III: 23%), 94% in Urinkulturen (KpII:6%, III: 0%), 78% in Sputumkulturen
(KpII 4%, KpIII 18%) und 79% in Wundabstrichen (KpII 5%, KpIII 16%). Die
genetischen Unterschiede zwischen den einzelnen Klebsiella-Stämmen
hält die Studiengruppe für weitreichender als beispielsweise
zwischen verschiedenen E.coli-Stämmen. Klinisch und epidemiologisch
sind sie für die zu erwartende Resistenzsituation relevant.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, UNo)
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Methicillin-resistente
goldene Staphylokokken
Zuverlässige
Diagnose innerhalb von Stunden
MAILAND - Je rascher einer MRSA-Infektion zu Leibe gerückt
werden kann, desto schlechter für das Ausbreiten dieser gefürchteten
nosokomialen Infektion. Dass ein neuer isothermer Amplifikations-Assay
mit einem Ergebnis innerhalb von Stunden die konventionelle Kultur
weit abgeschlagen stehen lässt und in der Sicherheit an die
PCR herankommt, belegte eine Studiengruppe um K. Levi, Nottingham.
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Der Test deckt simultan die Methicillinresistenz und die Koagulasegene
auf. Von der Zelllyse bis zum Ergebnis benötigt er vier Stunden,
sodass eine am Abend ins Labor gegebene Probe spätestens am folgenden
Mittag interpretiert werden kann. In 436 Proben deckte der so genannte
CytAMP-Test 98,3% der MRSA-Isolate auf, die durch Polymerasekettenreaktion
(PCR) identifiziert wurden. Die konventionelle Kultur identifizierte dagegen
nur 83% der Isolate als MRSA. CytAMP konnte darüber hinaus fünf
Isolate als MRSA erkennen, deren PCR zunächst negativ ausfiel und
die dann erst im Latex-Agglutinationstest erkannt wurden. Falsch positiv
fielen 0,7% der CytAMP-Proben aus, versus 3% in der Kultur. Mit diesen
Ergebnissen hat die Untersuchungsmethode das Potenzial, eine anwenderfreundliche
Alternative für die PCR zu werden.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, UNo)
Varicella:
Brauchen wir eine Impfung?
MAILAND
– Die Windpocken sind nicht gerade als lebensgefährlich verrufen.
Dennoch fand Professor Dr. Nicola Principi, Universitäts-Kinderklinik
Mailand, verschiedene gute Gründe, den inzwischen vorhandenen und
seit einigen Monaten zugelassenen Impfstoff breiter einzusetzen. Seine
Vorschläge waren indessen am 12. Europäischen Kongress für
Klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) Anlass zu Diskussionen.
Kaum jemals
denken Ärzte an die Tatsache, dass bei immunkompromittierten Kindern
und Erwachsenen die Varicella-Infektion zu Komplikationen mit einer Letalitätsrate
von 15% führen kann. Auch die Varicella-Infektion einer Schwangeren,
vor allem im dritten Trimenon, kann fatale Folgen haben. Schliesslich
ist der Herpes Zoster zu bedenken, der auf lange Sicht immer seltener
werden könnte, wenn es mit Impfungen gelingt, die Windpocken auszurotten.
Im Einzugsgebiet
der Mailänder Klinik wurde im Jahr 1999 eine Durchimpfungsrate von
61-75% der Kinder bis 12 Jahre erreicht, derzeit werden 84% der Kinder
geimpft. Die Verträglichkeit wurde an 11531 Kindern überprüft,
mit günstigen Ergebnissen (Fieber über 38,9 °C in 15,6% der
Fälle, Rötung an der Injektionsstelle: 19,9%, windpockenähnlicher
Ausschlag: 3,4%). Sieben Jahre nach der Impfung beträgt die Effektivität
noch 88,5%. Ob sie lebenslang anhält, ist noch nicht bekannt. Für
Kinder unter 12 Jahren ist nur eine Impfung ausreichend, ab 12 Jahren
sind zwei Impfungen empfehlenswert. Einen Hinweis darauf, dass das Auftreten
von Windpocken in höhere Altersgruppen verschoben wird, gibt es bislang
nicht, und unter Geimpften wurde ein Zoster nur in 15 von 100000 Patientenjahren
beobachtet, versus 115/100000 bei Nichtgeimpften. Allerdings wurde am
Kongress auch die Meinung vertreten, die Exposition mit Wildvaricella-Virus
boostere das Immunsystem und schütze damit vor einem Zoster-Ausbruch.
Hier muss die Zukunft zeigen, ob sich die Impfung positiv auswirkt.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, UNo)
Antibiotika
bei akuter Bronchitis
Mehr Zurückhaltung,
mehr Patienteninformation
MAILAND
– Wie ein roter Faden ziehen sich die Sorgen um sich ausbreitende Resistenzentwicklungen
durch den 12. Europäischen Kongress für Klinische Mikrobiologie
und Infektionskrankheiten. Dr. Peter Ball, Universität von St. Andrews,
Schottland, nannte Zahlen zur Antibiotikarealität bei akuter Bronchitis,
die jeden Niedergelassenen einigermassen alarmieren sollten.
Immer noch
bekommen 80% der Patienten mit akuter Bronchitis Antibiotika verschrieben.
Wenn das bereits der erste Faktor ist, der für eine Resistenzentwicklung
prädestiniert, so kommen noch weitere, vom Patienten abhängige
Aspekte hinzu: 54 – 56% der Patienten, also mehr als die Hälfte,
schliessen die Behandlung nicht korrekt ab, sondern lassen das Antibiotikum
weg, sobald es ihnen wieder besser geht. Etliche vergessen einzelne Dosen.
Die Vermutung liegt nahe, dass das Medikament für die nächste
Bronchitis im Schrank gehortet wird. Dr. Ball machte gute Erfahrungen
mit einem Merkzettel für seine Patienten, die ihn über die korrekte
Einnahme aufklären. Das Antibiotikum wird verordnet, der Patient
aber angewiesen, es nur einzulösen, wenn die Krankheitsentwicklung
das als notwendig erkennen lässt, und in diesem Fall dann auf die
korrekte Einnahme zu achten. Durch diese Massnahme senkte er die Antibiotikaeinnahme
bei akuter Bronchitis von 62% auf 47% und erhöhte gleichzeitig den
Anteil korrekter Einnahmen, die für eine Eradikation der Bakterien
und damit auch das Bremsen von Resistenzentwicklungen wichtig sind.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, UNo)
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MYSTIC
bringt Klarheit
Fünf
Jahre Meropenem ohne Resistenzentwicklung
MAILAND
– Der erwartete Lauf der Dinge nach Einführung neuer, potenter
Antibiotika ist der folgende: Euphorie, breiter Einsatz, Resistenzentwicklung,
schliesslich wird die Waffe stumpf. Dass das mit Meropenem über
fünf
Jahre in 33 Ländern nicht eintrat, belegten die Ergebnisse
der MYSTIC-Studie, die am 12. Europäischen Kongress für
Klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten präsentiert
wurden.
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Professor
Dr. Ron Jones, Tufts University in Boston, betonte, wie wichtig es
ist, diejenigen Antibiotika zu identifizieren und einzusetzen, die über
längere Zeiträume konsistent ihre Wirksamkeit erwiesen haben.
Die MYSTIC-Studie (Meropenem Yearly Susceptibility Test Information Collection)
ist das erste Programm, das gezielt die Resistenz eines speziellen Antibiotikums
global über einen längeren Zeitraum kontrolliert. In etlichen
der insgesamt 115 teilnehmenden Zentren läuft diese Studie nun seit
fünf Jahren, ohne dass sich eine Resistenzentwicklung abzeichnet.
Dem Arzt bietet dieses Ergebnis umso mehr Sicherheit, als das Patientengut,
das mit diesem Breitspektrum-Carbapenem behandelt wird, ein hohes Risiko
für Resistenzen birgt.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, UNo)
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