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M-Power:
Neue Kraft für Brustkrebspatientinnen
BARCELONA- Für die Therapie des Mammakarzinoms gibt es heute
eine Vielzahl von Optionen. Bei der Wahl der Therapie steht für
die betroffenen Frauen ihre Lebensqualität und eine Beteiligung
am Entscheidungsprozess im Vordergrund. 53% der Patientinnen wollen
besser informiert sein. Für die Mehrheit ist der Hausarzt die
erste Anlaufstelle.
Diese Ergebnisse über Bedürfnisse und Erfahrungen von
Brustkrebspatientinnen lieferten zwei Umfragen, der Parcours de
femmes und das CAWAC, Caring about Women with Cancer, beide vorgestellt
von Dr. Daniel Serin, Leiter der Brustkrebsklinik St Catherine in
Avignon. Anlass war die Bristol-Myers Squibb Pressekonferenz "M-Power"
im Rahmen der 3rd European Breast Cancer Conference.
Brustkrebspatientinnen
werden in Zukunft viel individuellere Behandlungsschemata brauchen,
abgestimmt auf ihren Tumortyp, aber auch auf ihre spezielle Lebenssituation
und ihre Wünsche, so Dr. Christian Jackisch, Universität
Münster.
Dabei müssen bei der Wahl der Chemotherapie neben Kriterien
wie Ansprechraten auch Einfluss auf die Leistungsfähigkeit
und Nebenwirkungsprofil bedacht werden. Auch die Möglichkeit
der ambulanten Verabreichung ist für viele Patientinnen essentiell.
Dies ist besonders relevant beim metastasierten Mammakarzinom, wo
die Behandlung eine palliative Zielsetzung hat. Seine take-home
message lautete: " Eine Therapie darf niemals für den
Patienten schlimmer sein als die Erkrankung selbst".
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Wirksamere
Therapie beim metastasierten Mammakarzinom mit Paclitaxel
Die Hälfte aller Brustkrebspatientinnen entwickeln Metastasen. Die
Kombination aus Anthrazyklinen und Taxanen wird in der Therapie des Hormonrezeptor-negativen
metastasierten Mammakarzinoms eingesetzt. Taxane bieten sich zu einer
Kombination mit Doxorubicin aufgrund unterschiedlicher Nebenwirkungsprofile
an.
Die Wirksamkeit von Paclitaxel, einer ursprünglich aus der pazifischen
Eibe gewonnenen Substanz, in Kombination mit dem Anthrazyklin Doxorubicin
wurde eindrucksvoll in einer von Professor Jacek Jassem, Gdansk
Universität, Polen vorgestellten Studie gezeigt. Verglichen wurde
ein FAC-Regime (5-Fluorouracil 500mg/m2, Doxorubicin 50mg/m2, Cyclophosphamid
500mg/m2) mit einer Kombination aus Doxorubicin 50mg/m2 gefolgt von Paclitaxel
220mg/m2 nach 24 Stunden. Beide Therapieschemata erfolgten in 3-wöchigen
Abständen; die Patientinnen bekamen bis zu 8 Zyklen Chemotherapie.
Die Ergebnisse waren in dieser palliativ behandelten Patientengruppe beeindruckend:
Die Ansprechrate betrug 68% gegenüber 55% in der Vergleichsgruppe.
Das Überleben der Patientinnen konnte um 5 Monate verlängert
werden im Vergleich zum FAC-Regime.
Kombination von Paclitaxel und Immuntherapie
Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativen Tumoren und Tumoren
mit HER-2-Überexpression sowie Mutationen des p53-Tumorsuppressorgens,
allesamt mit einer schlechten Prognose behaftet, scheint sich eine Kombinationstherapie
bestehend aus dem humanisierten monoklonalen Antikörper Trastuzumab
und dem Taxan Paclitaxel günstig auf die Remissionsrate und die Überlebensdauer
auszuwirken.
Trastuzumab ist gegen den HER-2 Membranrezeptor gerichtet, der bei etwa
25% der Patientinnen mit Mammakarzinom in Überexpression vorliegt.
Durch verschiedene Wirkungsmechanismen verhindert Trastuzumab das Tumorwachstum
und erhöht gleichzeitig die Chemosensibilität des Tumors.
Gute Verträglichkeit auch bei wöchentlichem Therapieschema
Ein wöchentliches Therapieschema von 80mg/m2 Paclitaxel bewirkte
eine Teil- oder Komplettremission bei einem Drittel der Patienten, wie
die von Dr. Jackisch vorgelegten Daten zeigten. Das Besondere an diesem
Schema: Durch die wöchentliche Anwendung konnte die Einzeldosis reduziert
werden, weil die Intervalle verkürzt wurden. Diese "Dosis-dichte
Therapie" wurde insgesamt gut vertragen. Ein zusätzlicher Vorteil:
die notwendige Prämedikation mit Dexamethason konnte auf 4 mg reduziert
werden.
Keine
Zukunfstsmusik mehr: Digitale Mammographie
BARCELONA - Eine relativ neue Untersuchungsmethode, die zudem eine reduzierte
Strahlenbelastung verspricht, stellte Dr. Marco Roselli del Turco, Florenz
während der 3rd European Breast Cancer Conference vor.
Eine vergleichbare Auflösung bei niedrigerer Strahlenbelastung ist
ein Vorteil. Die digitalen Aufnahmen lassen sich zudem elektronisch bearbeiten
und analysieren. In einer kleinen italienischen Studie von 150 konventionellen
Mammographien im Vergleich zu digitalen Mammographien zeigte sich die digitale
Aufnahme genauso effektiv in der Erkennung von suspekten Herden (Sensitivität
von 97% gegenüber 96% )wie eine von zwei Radiologen interpretierte
konventionelle Mammographie. Nach Dr. del Turcos Auffassung kompensiert
die digitale Mammographie den Mangel an erfahrenen Radiologen.
Trotz Mammographiescreening:
ein Viertel der Mammakarzinome übersehen
BARCELONA - Diese schockierenden Zahlen stammen von einer norwegischen
Untersuchung. Im Rahmen des norwegischen Vorsorgeprogramms wurden zur
Qualitätssicherung blind 723 zuvor befundete Mammographien erneut
von 6 Radiologen begutachtet. Über die Hälfte der ausgesuchten
Mammographien (350) waren pathologisch: 118 Mammakarzinome, die zuvor
beim Screening aufgefallen waren und auch 232 zwischen Screeninguntersuchungen
festgestellte Tumoren.
Die Hälfte der Tumoren waren mammographisch von keinem der Radiologen
erkannt worden. 23% der Tumoren waren für 1-2 Radiologen ersichtlich,
bei nur 27% waren sich mindestens 3 Radiologen einig. Daraus extrapolieren
die Wissenschaftler vom Cancer Registry, Oslo, dass etwa ein Viertel der
im zweijährigen Intervall zwischen Mammographien diagnostizierten
Tumore beim Screening hätten erkannt werden können. Natürlich
entspricht dieser hohe Prozentsatz an pathologischen Mammographien nicht
dem klinischen Setting. Die Untersuchung zeigt dennoch, wie sehr es auf
die Erfahrung des Radiologen bei der Interpretation der Befunde ankommt.
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