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27.02.2002
Dutasteride:
Studienergebnisse vorgelegt
BIRMINGHAM
- Dutasterid ist ein neuer 5-alpha-Reduktase-Hemmer, der bei vergrössertem
Prostatavolumen dem altbekannten Finasterid den Rang ablaufen könnte.
Professor Dr. Claus Roehrborn, Southwestern Medical Center Dallas,
legte am 17. Kongress der European Association of Urology Ergebnisse
einer grossen, auf 2 Jahre angelegten plazebokontrollierten Multizenterstudie
vor.
Die Untersuchung
bezog sich auf die Änderung des Prostatavolumens und endokrinologischer
Parameter unter 0,5 mg Dutasteride/Tag. Sie schloss 4325 Männer mit
milden bis moderaten BPH-Symptomen, einem Prostatavolumen über 30
ml, einem prostataspezifischen Antigen (PSA) zwischen 1,5 und 10,0 ng/ml
und einer maximalen Flussrate unter 15 ml/sec ein. Das totale Prostatavolumen
verminderte sich über 2 Jahre um 28,5 %. Der Plasmadihydrotestosteronspiegel
(DHT) verminderte sich um 93 %, wobei es bereits nach einem Monat
um 90 % reduziert war und diese Verminderung dann über 2 Jahre
konstant blieb. Damit ist dieser neue 5-alpha-Reduktasehemmer hoch wirksam.
Sein Clou gegenüber Finasterid: Er blockiert die Subtypen I und II
des Enzyms.
Sildenafil
oder Apomorphin?
The winner is ...
BIRMINGHAM
- Zwei wirkungsvolle Medikamente, mit unterschiedlichen Ansätzen,
aber hoher Effektivität wer hat da die Nase vorn? Am 17.
Kongress der Euopean Asssociation of Urology kamen einige Argumente
pro und contra zusammen. Professor Dr. Dimitrios Hatzichristou,
Universität Thessaloniki, erklärte zum Sieger: ... doch erst
einmal die Argumentation.
Sildenafil
(S) kann bereits auf das vierte Jahr der Anwendung weltweit zurückblicken.
Zu Apomorphin sublingual (A) liegen inzwischen aber auch schon 33 Studien
mit 5026 Patienten vor. Die Gemeinsamkeiten von Sildenafil und Apomorphin
sublingual: beide benötigen eine sexuelle Stimulation, beide sind
einfach in der Anwendung, beide sind hochwirksam bei unterschiedlichen
Ätiologien der erektilen Dysfunktion. Allerdings: S wirkt bei leichter
bis schwerer erektiler Dysfunktion, A bei leichter bis moderater Ausprägung.
S ist mehr für den gemächlichen Geniesser, mit einem Peak-Plasmaspiegel
nach 1 Stunde, A nach 30 min, mit einem Beginn der Erektion unter S nach
30 - 60 min (S) versus 10 min (A). Im Alltag ist wohl eher weniger wichtig,
dass S einmal in 24 Stunden eingenommen werden darf, A dreimal im Abstand
von 8 Stunden.
Klinisch
bedeutsam ist der Unterschied bezüglich Arzneimittelinteraktionen
und Kontraindikationen: Bei
A werden keinerlei Interaktionen und Kontraindikationen angegeben, bei
S ist die Nitratapplikation ein Ausschlusskriterium. Prof. Hatzichristou
bezeichnete das Sicherheitsprofil von S als gut, von A als exzellent,
wobei für S auch schon post-Markteinführungsergebnisse vorliegen.
Bei S ist die Metabolisierung über das Cytochrom-p450-System zu beachten,
A wird hauptsächlich durch Glukuronidierung abgebaut. Wie nun also
auswählen? Das hängt von den Wünschen des Patienten und
auch seiner Partnerin ab, vom Gesundheitszustand des Patienten, von seinem
speziellen sexuellen Problem (keine Wirkung bei beiden, wenn kein sexuelles
Verlangen vorliegt) und von der klinischen Aussprägung der Störung.
Ergo - the winner is ...
...
der Patient und seine Partnerin, denn sie haben die grössere Auswahl
als bisher.
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