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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





17th Congress of the European Association of Urology (EAU), Birmingham 2002

27.02.2002Birmingham Town Hall

 

Dutasteride:
Studienergebnisse vorgelegt


BIRMINGHAM - Dutasterid ist ein neuer 5-alpha-Reduktase-Hemmer, der bei vergrössertem Prostatavolumen dem altbekannten Finasterid den Rang ablaufen könnte. Professor Dr. Claus Roehrborn, Southwestern Medical Center Dallas, legte am 17. Kongress der European Association of Urology Ergebnisse einer grossen, auf 2 Jahre angelegten plazebokontrollierten Multizenterstudie vor.

Die Untersuchung bezog sich auf die Änderung des Prostatavolumens und endokrinologischer Parameter unter 0,5 mg Dutasteride/Tag. Sie schloss 4325 Männer mit milden bis moderaten BPH-Symptomen, einem Prostatavolumen über 30 ml, einem prostataspezifischen Antigen (PSA) zwischen 1,5 und 10,0 ng/ml und einer maximalen Flussrate unter 15 ml/sec ein. Das totale Prostatavolumen verminderte sich über 2 Jahre um 28,5 %. Der Plasmadihydrotestosteronspiegel (DHT) verminderte sich um 93 %, wobei es bereits nach einem Monat um 90 % reduziert war und diese Verminderung dann über 2 Jahre konstant blieb. Damit ist dieser neue 5-alpha-Reduktasehemmer hoch wirksam. Sein Clou gegenüber Finasterid: Er blockiert die Subtypen I und II des Enzyms.

 

Sildenafil oder Apomorphin?
The winner is ...

BIRMINGHAM - Zwei wirkungsvolle Medikamente, mit unterschiedlichen Ansätzen, aber hoher Effektivität – wer hat da die Nase vorn? Am 17. Kongress der Euopean Asssociation of Urology kamen einige Argumente pro und contra zusammen. Professor Dr. Dimitrios Hatzichristou, Universität Thessaloniki, erklärte zum Sieger: ... doch erst einmal die Argumentation.

Sildenafil (S) kann bereits auf das vierte Jahr der Anwendung weltweit zurückblicken. Zu Apomorphin sublingual (A) liegen inzwischen aber auch schon 33 Studien mit 5026 Patienten vor. Die Gemeinsamkeiten von Sildenafil und Apomorphin sublingual: beide benötigen eine sexuelle Stimulation, beide sind einfach in der Anwendung, beide sind hochwirksam bei unterschiedlichen Ätiologien der erektilen Dysfunktion. Allerdings: S wirkt bei leichter bis schwerer erektiler Dysfunktion, A bei leichter bis moderater Ausprägung. S ist mehr für den gemächlichen Geniesser, mit einem Peak-Plasmaspiegel nach 1 Stunde, A nach 30 min, mit einem Beginn der Erektion unter S nach 30 - 60 min (S) versus 10 min (A). Im Alltag ist wohl eher weniger wichtig, dass S einmal in 24 Stunden eingenommen werden darf, A dreimal im Abstand von 8 Stunden.

Klinisch bedeutsam ist der Unterschied bezüglich Arzneimittelinteraktionen und Kontraindikationen: Bei A werden keinerlei Interaktionen und Kontraindikationen angegeben, bei S ist die Nitratapplikation ein Ausschlusskriterium. Prof. Hatzichristou bezeichnete das Sicherheitsprofil von S als gut, von A als exzellent, wobei für S auch schon post-Markteinführungsergebnisse vorliegen. Bei S ist die Metabolisierung über das Cytochrom-p450-System zu beachten, A wird hauptsächlich durch Glukuronidierung abgebaut. Wie nun also auswählen? Das hängt von den Wünschen des Patienten und auch seiner Partnerin ab, vom Gesundheitszustand des Patienten, von seinem speziellen sexuellen Problem (keine Wirkung bei beiden, wenn kein sexuelles Verlangen vorliegt) und von der klinischen Aussprägung der Störung. Ergo - the winner is ...
... der Patient und seine Partnerin, denn sie haben die grössere Auswahl als bisher.

 

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