Overnight
Reports aus Chicago von der
Digestive
Disease Week 2005
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19.05.2005
Crohn-Therapie: Aufwärts oder Abwärts
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CHICAGO
– Kommt ein Crohn-Patient
mit einem mittelschweren oder schweren Schub in die Praxis, so
hat man prinzipiell zwei Therapieoptionen: Man beginnt mit Kortikoiden
und, falls diese ineffektiv sind, versucht man effizientere Therapiemassnahmen
wie Azathioprin oder Infliximab. Im Gegensatz zu dieser step-up
Therapie beginnt man bei der Step-down Therapie mit der effektivsten
Therapie und versucht, dann nach erfolgreicher Behandlung, auszuschleichen.
Dr. D. Hommes und seine belgischen Kollegen von der Universität
Leuven verglichen diese beiden Therapiestrategien. Als primärer
Endpunkt galt die vollkommene Remission nach 6 und 12 Monaten.
Es stellte sich heraus, dass 74,5% der Patienten bei der Step-down
Therapie nach 6 Monaten in Remission waren, während dies
nur für 48,1% der Patienten unter Step-up Therapie zutraf.
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Nach
12 Monaten betrugen die respektiven Werte 76,9% versus 63,8%. Darüber
hinaus benötigten nach 6 bzw. 12 Monaten unter Step-up Therapie
noch 32,7% bzw. 18,8% eine Therapie mit Kortikoiden, während kein
Patient unter der Step-down Therapie kortikoidabhängig war. Die
Autoren schlossen aus ihren Ergebnissen, dass bei Patienten mit mittelschwerem
bis schwererm Crohn-Schub eine Step-down Therapie zielführender
ist als eine einschleichende Therapie.
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Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Barrett Ösophagus: Auch
die Experten sind nicht einig
CHICAGO
– Fühlen sich sich unsicher,
wenn es um die Betreuung eines Patienten mit Barrett Ösophagus geht? Sie
können beruhigt sein! Es geht nicht nur Ihnen so, nein, auch die Experten
selbst sind sich alles andere als einig, berichtete eine amerikanische Expertenrunde
selbstkritisch.
Professor
Dr. G. Triadafikopoulos von der Standford University und seine Kollegen
stellten sowohl den Experten als auch 275 US-amerikanischen Kollegen
standardisierte Fragen, welche die Betreuung von Patienten mit Barrett
Ösophagus betrafen. Fragen über die genaue Definition der
Erkrankung wurden ebenso unterschiedlich beantwortet wie auch Fragen
über die Notwendigkeit einer Verlaufskontrolle und die Therapie
des Barrett Ösophagus.
Die Autoren schlossen daraus, dass Bedarf für allgemein akzeptable
Kriterien für Barrett Ösophagus besteht. Sie waren sich allerdings
auch einig, dass es beim derzeitigen Wissensstand schwierig sein wird,
einen Konsens zu finden.
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Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Osteoporose
wegen PPI-Therapie?
CHICAGO
– Die Dauertherapie mit
PPI hat sich über die Jahre als nebenwirkungsarm und sicher erwiesen.
Die vielfach geäusserten Befürchtungen, dass eine PPI-Dauertherapie
der bakteriellen Überwucherung des Darmes Vorschub leisten könnte,
haben sich als haltlos erwiesen. Nun
untersuchten Dr. Y. Yang und Kollegen von der University of Pennsylvania,
ob die PPI-Dauertherapie mit einem erhöhten Osteoporoserisiko korreliert.
Hinter
diesem Gedanken steht die Tatsache, dass eine Hypochlorhydrie im Magen
mit der Kalziumabsorption interferiert. Die amerikanischen Forscher
untersuchten retrospektiv über 47'000 Patienten, die mehr als 1
Jahr lang einen PPI eingenommen hatten und mehr als 67'000 Patienten,
die keine PPI, aber Histamin Typ-2-Antagonisten eingenommen hatten und
verglichen die Anzahl der Personen mit Hüftfrakturen mit einer
Gruppe von 470'000 Personen, die keine PPI erhalten hatten.
Es stellte sich heraus, dass sowohl in der PPI-Gruppe als auch in der
Histaminblockergruppe die Anzahl der Hüftfrakturen höher war
als in der Vergleichsgruppe. Dies sollte man bei Patienten, die voraussichtlich
über einen langen Zeitraum PPI benötigen, bedenken, betonte
Dr. Yang.
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Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Nach
zwei Tagen PPI verspühren Patienten deutliche Symptombesserung
CHICAGO – Viel wurde in letzter Zeit darüber diskutiert,
ob sich die am Markt befindlichen Protonenpumpenhemmer in Ihrer Wirkung
unterscheiden oder nicht. Neuerdings wird von Daten berichtet, in denen
Esomeprazol sowohl den intragastralen pH als auch die Beschwerden der
Patienten mit Refluxösophagitis den anderen PPI überlegen
sei.
Die Ergebnisse zweier Arbeitsgruppen, die an der DDW 2205 präsentiert
wurden, legen aber nahe, dass es im klinischen Alltag keine Unterschiede
zwischen Esomeprazol und Pantoprazol zu geben scheint.
Das
internationale Team um Dr. C van Rensburg untersuchte, wie lange
es dauert, bis Patienten mit erosiver Ösophagitis eine Besserung
ihrer Beschwerden verspüren. 2316 Patienten aus Nordamerika, Europa
und Südaftrika erhielten entweder 40 mg Pantoprazol oder 40 mg
Esomeprazol einmal täglich. Der Dauerr, bis Patienten eine Besserung
ihrer Beschwerden wie Sodbrennen, Oberbauchschmerzen und Übelkeit
verspürten, betrug unter beiden Behandlungsgruppen im Mittelwert
2 Tage, die Forscher fanden keinen Unterschied zwischen Pantoprazol
und Esomeprazol.
Pantoprazol und Esomeprazol im klinischen Alltag vergleichar wirksam
Eine zweite internationale Arbeitsgruppe um Dr. K. Goh untersuchte
die Remissionserhaltung nach erfolgreicher Behandlung einer Refluxösophagitis.
Die Forscher suchten die Antwort auf die Frage, ob unter Erhaltungstherapie
mit Pantoprazol 20mg 1x täglich die Anzahl der Patienten, die abermals
Symptome und eine Ösophagitis entwickeln, unterschiedlich ist im
Vergleich zu Esomeprazol 20mg 1x/die.
1'450
Patienten aus insgesamt 16 Ländern weltweit erhielten eine Erhaltungstherapie
mit Pantoprazol oder Esomeprazol, nachdem ihre Refluxösophagitis
erfolgreich behandelt wurde. Nach 6 Monaten waren 84% der Patienten
unter Pantoprazol und 85% der Patienten, die Esomeprazol erhielten,
nach wie vor beschwerdefrei, das heisst, sie hatten weder Symptome eines
Reflux noch eine Refluxösophagitis.
Auch diese Forschergruppe schloss aus dem Ergebnis ihrer Studie, dass
im klinischen Alltag zwischen Pantoprazol und Esomeprazol kein Unterschied
besteht.
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Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Capsaicin oder was hat Tabasco-Sauce
mit Gastroenterologie zu tun?
Wie
es aussieht, werden wir in den nächsten Jahren mehr über den
Zusammenhang zwischen Tabasco-Sauce oder vielmehr ihrem scharfen Inhaltsstoffes,
Capsaicin, hören. Zumindest wenn es nach Dr. J. Hammer und seiner
österreichischen Arbeitsgruppe geht.
Denn
Capsaicin stimuliert spezifische Rezeptoren an den für die Schmerzleitung
verantwortlichen primär afferenten Nervenbahnen. Das diese Rezeptoren
auch im Magen-Darmtrakt vorhanden sind, ist erst seit kurzem bekannt.
Nun
konnte die österreichische Arbeitsgruppe zeigen, dass dieser Rezeptor
bei Personen mit funktioneller Dyspepsie sensibler reagiert als bei
gesunden Vergleichspersonen. Wurde bei symptomatischen Personen Capsaicin
ins Darmlumen infundiert, so hatten die Patienten bereits nach 20 Minuten
so heftige Symptome, dass die Infusion abgebrochen werden musste. Gesunde
Vergleichspersonen hingegen hielten die Infusion 60 Minuten oder sogar
länger aus, ohne unangenehme Symptome zu entwickeln.
Dr.
Hammer: "Neben der gut etablierten viszeralen Hypersensitivität
gegenüber mechanischen Reizen gibt es somit offensichtlich auch
eine chemische Hypersensitivität." Diese kann in Zukunft sowohl
für diagnositische Zwecke als auch für neue Therapieansätze
eine wichtige Rolle spielen, vermutet der Gastroenterologe.
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Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Die
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