Overnight
Reports aus Chicago von der
Digestive
Disease Week 2005
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17.05.2005
Drei Protonenpumpenhemmer verglichen
Esomeprazol hält gastrischen pH-Wert am längsten stabil
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CHICAGO
– Unter langfristiger NSAR-Therapie entwickeln 20 % der Patienten
auch peptische Ulzera. Ulkuskomplikationen wie Blutung und Perforation
erleiden 1 % der Patienten pro Jahr. Mit welchem Protonenpumpenhemmer
schützt man diese Risikopatienten am besten?
Die Frage
nach der effektivsten intragastralen Säuresuppression versuchte Dr.
Jay Goldstein, Universität Illinois, Chicago, an der Digestive
Disease Week 2005 zu beantworten.
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Chicago by
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77 Patienten,
die seit mindestens einem Monat ein nichtsteroidales Antiphlogistikum oder einen
Cox-2-Hemmer einnahmen, bekamen zusätzlich entweder Esomeprazol 40 mg,
Lansoprazol 30 mg oder Pantoprazol 40 mg einmal täglich.
Unter
diesen Standarddosen konnte mit Esomeprazol eine länger anhaltende
Säuresuppression erreicht werden. Der intragastrale pH-Wert blieb
mit Esomeprazol drei Viertel des Tages über vier. Mit Lansoprazol
war dies über zwei Drittel der 24-Stunden-Periode gewährleistet
und mit Pantoprazol in 60 % der Zeit. "Esomeprazol hält mit
17 Stunden den pH-Wert am längsten stabil", so der Experte.
©
Medical Tribune-Online Schweiz (Dr. Anka Stegmeier-Petroianu)
Reizdarm
Frauen haben andere Bauchbeschwerden als Männer
CHICAGO – Neue Therapiemöglichkeiten beim Reizdarmsyndrom,
namentlich die Einführung von Medikamenten, die den Serotonin-Stoffwechsel
beeinflussen, haben das Interesse an geschlechtsspezifischen Unterschieden
bei dieser Erkrankung wieder geweckt.
Es ist einerseits
bekannt, dass Frauen viel häufiger vom Reizdarmsyndrom betroffen sind als
Männer, andererseits scheinen die neuen Medikamente bei Frauen besser zu
wirken als bei ihren männlichen Leidensgenossen.
In
einer internationalen Kooperation untersuchten Prof. Dr. Johann Hammer
aus Österreich und Dr. N. J. Talley, USA, ob sich die Beschwerdesymptomatik
von Frauen von der von Männern unterscheidet. 897 konsekutive Patienten,
davon waren 64 % Frauen, wurden nach validierten Kriterien nach ihrem
Beschwerdemuster befragt.
Es stellte sich heraus, dass manche Symptome, wie Meteorismus und Obstipation,
bei Frauen deutlich häufiger auftraten als bei Männern. Männer
wiederum litten öfter unter Schmerzen, die mit häufigem Stuhlgang
kombiniert waren.
Die
Autoren schlossen daraus, dass sich das Reizdarmsyndrom geschlechtsspezifisch
präsentiert. Als Konsequenz daraus ergibt sich auch, dass die derzeit
üblichen Kriterien für die Diagnose dieses Krankheitsbildes,
seien es nun die Rom-Kriterien oder die Manning-Kriterien,
einen höheren prädiktiven Wert bei Frauen im Vergleich zu
Männern haben.
©
Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Probiotika für Frühgeburten
CHICAGO – Die nekrotisierende Enterocolitis ist die häufigste
gastrointestinale Erkrankung bei Frühgeborenen. Ursächlich
liegt dieser Erkrankung eine Kolonialisierung des Dickdarms mit potentiell
pathogenen Keimen zugrunde. Ist eine frühzeitige, prophylaktische
Supplementation mit Probiotika sinnvoll?
Die potentiell
pathogenen Keimen sind beim zeitgerecht geborenen, gesunden und mit Muttermilch
ernährten Baby nur in geringem Ausmass vorhanden. Dr. Michael Wilschanski
und Kollegen vermuteten daher, dass eine Veränderung der Bakterienflora
bei Frühgeborenen mittels Probiotika den Darm vor der Entwicklung eine
nekrotisierenden Colitis beschützen kann.
Die
Kollegen untersuchten den präventiven Effekt einer Probiotikamischung,
die verschiedene Bifidobakterienstämme und streptococcus thermophilus
enthielt, mit Plazebo bei 143 Kindern mit einem Geburtsgewicht von
unter 1500 mg. Während in der Plazebogruppe 16,6 % der kleinen
Patienten eine nekrotisierende Colitis entwickelten, trat diese schwere
Colitis nur bei 4,0 % der Kinder auf, die das Probiotikagemisch erhielten.
2 der insgesamt 15 Kinder mit nekrotisierender Colitis verstarben, beide
hatten Plazebo erhalten.
"Eine
frühzeitige, prophylaktische Supplementation mit Probiotika kann
somit die Gefahr einer Enterokolitis reduzieren, möglicherweise
auch helfen, die Mortalität zu verringern," meinte Dr. Wilschanski
optimistisch.
©
Medical Tribune-Online Schweiz (Univ.-Prof. Dr. Johann Hammer)
Hepatitis-C-assoziierte
Fatigue
Eine serotonerge Störung?
CHICAGO – Der selektive Serotoninantagonist Ondansetron
reduziert Fatigue und Depressionen bei Patienten mit chronischer
Hepatitis C. Dies sind die Ergebnisse einer an der Digestive Disease
Week 2005 vorgestellten Studie.
Patienten mit Leberkrankungen leiden häufig an einer Fatigue, der
möglicherweise zentrale Störungen des serotonergen Systems
zugrunde liegen. Bisher gibt es wenige effektive Therapieoptionen. Mit
dem 5-HT3-Antagonisten Ondansetron wurden bereits Therapieerfolge beim
Chronic Fatigue Syndrom und in der Behandlung der Fibromyalgie erzielt,
berichtete Dr. Geoffroy Vanbiervliet. Über die Modulation
am Serotoninrezeptor vom Typ 3 lassen sich Schmerzreize oder Nausea
ausschalten, sowie die intestinale Transitzeit verlängern. Der
genaue Wirkmechanismus gegen Fatigue ist noch nicht bekannt.
Der
Gastroenterologe aus Nizza und Kollegen anderer französischer Zentren setzten
die Substanz bei Patienten mit chronischer Hepatitis C ein, deren Hauptsymptom
chronische Fatigue war. Um an der Studie teilzunehmen, mussten die Patienten
die Schwere der Symptome auf der visuellen Analogskala von 0 bis 10 mindestens
als Vier gewertet haben.
Doppelblind
bekamen 36 Patienten mit Hepatitis C über vier Wochen Ondansetron 4 mg
zweimal täglich oder Plazebo. Über weitere vier Wochen wurden die
Patienten weiter beobachtet. Mit Hilfe eines Messinstruments der Fatigue, dem
Fatigue Impact Scale, und einer Depressionsskala wurden Symptomveränderungen
nach zwei Wochen, einem und zwei Monaten ermittelt.
mehr
Antrieb - weniger Depressionen
Nach
zwei Wochen Therapie mit Ondansetron wurden Fatiguesymptome gegenüber
Plazebo um 30 % reduziert. Das ergab die Auswertung der Selbstbeurteilung
der Patienten gemäss Fatigueskala. Diese Verbesserung der Fatigue
blieb über die gesamte Studiendauer erhalten. Darüber hinaus
zeigten die Hepatitis C-Patienten auch eine Verbesserung der Depressionsskala
um 50 %. Diese Ergebnisse stützen die Hypothese einer Dysregulation
der serotonergen Neurotransmission bei chronischer Fatigue, so der Experte.
©
Medical Tribune-Online Schweiz (Dr. Anka Stegmeier-Petroianu)
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