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Montag, 21.05.2012     Medical Tribune Group





 

Berichte von der diesjährigen

Digestive Disease Week (2004)

in New Orleans

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17.5.2004

Schlafapnoe und Fettleber

Leberwerte mit Maske verbessern

NEW ORLEANS - Unter einer nichtalkoholischen Steatose leiden immer mehr adipöse Patienten. Diese sind häufig auch von einer obstruktiven Schlafapnoe betroffen. Welche Korrelation möglicherweise zwischen Fettleber und Schlafapnoe besteht, zeigte eine kanadische Studie, die an der Digestive Disease Week vorgestellt wurde.

Eine Adipositas in Verbindung mit Hyperleptinämie und Insulinresistenz gelten als Risikofaktoren einer nichtalkoholtoxischen Lebererkrankung. Dr. Harminder Singh und Kollegen von der Universität Manitoba konnten zeigen, dass die Prävalenz einer Schlafapnoe für Patienten mit einer nichtalkoholischen Fettleber bei 45 % liegt. Damit weisen Patienten mit einer Steatose ein signifikant höheres Risiko für das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom auf als Patienten, die bei vergleichbarem BMI, "nur" adipös sind (25 bis 35 %).

Von 208 Patienten mit nichtalkoholischer Steatose, die in einer kanadischen Datenbank erfasst waren, litten 93 Patienten auch einer obstruktiven Schlafapnoe. Die Schlafapnoe selbst potenziere die Insulinresistenz und soll so eine pathogenetische Bedeutung in der Enstehung der nichtalkoholtoxischen Fettleber haben, folgerten die Autoren.

Bekämpft man die Schlafapnoe mit einer nächtlichen nasalen Überdruckbeatmung (CPAP), verbessern sich auch die Transaminasewerte, so die Ergebnisse einer anderen Studie.

© Medical Tribune-Online Schweiz (Dr. Anka Stegmeier-Petroianu)


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Neues aus der Reisemedizin

Antibiotikum als Diarrhö-Prophylaxe

NEW ORLEANS – Wer sich nicht allein auf allgemeine Hygieneregeln verlassen will, kann für die schönsten Wochen im Jahr wenigstens gegen Diarrhoe vorbeugen: Das nicht-resorbierbare Antibiotikum Rifaximin eignet sich zur Prophylaxe der Reisediarrhoe, so Professor Dr. Herbert L. Dupont, Infektiologe an der Universität Houston, Texas und Herausgeber eines medizinischen Reiseratgebers. Eine Studie dazu stellte er an der diesjährigen Digestive Disease Week als Abstract vor.


Bis zu 60 % aller Tropen-Reisenden lernen die Reisediarrhoe kennen. Diese ist meistens bakteriellen Ursprungs; häufig sind Wasser oder Lebensmittel mit Escherichia coli kontaminiert. Damit der Urlaub in tropischen und subtropischen Gefilden ungetrübt bleibt, kann man medikamentös nachhelfen. Rifaximin, eine Substanz, die sich bereits in der Behandlung des Reisedurchfalls bewährt hat, könnte auch prophylaktisch eingesetzt werden. Denn es wird nach oraler Einnahme praktisch nicht systemisch resorbiert.

Zu Forschungszwecken nach Mexiko

220 Mexiko-Touristen bekamen in einer randomisierten Doppelblindstudie das nicht-resorbierbare Antibiotikum in einer von drei Dosierungen (200 mg einmal, zweimal oder dreimal täglich) oder ein Plazebo über zwei Wochen verabreicht. In der Plazebogruppe blieben 42 % der Reisenden vom Durchfall verschont, während die Prophylaxe bei über 75 % der Probanden seine Schutzwirkung bewies.

© Medical Tribune-Online Schweiz (Dr. Anka Stegmeier-Petroianu)


Leberfunktion bei chronisch aktiver Hepatitis B

Koffein-Atemtest entlarvt Leberzirrhose

NEW ORLEANS - Ein Atemtest, der die Metabolisierung von Koffein misst, ist eine einfache Methode, eine Zirrhose bei Hepatitis-B-Patienten zu diagnostizieren, so Dr. Gordon Park, Australien, an der Digestive Disease Week 2004.

27 Patienten mit bekannter Hepatitis B Infektion, sowie 20 gesunde Probanden wurden eine Stunde nach oraler Gabe eines mit dem Isotop 13C markierten Koffeinpräparats dem Atemtest unterzogen. Von den untersuchten Hepatitis B-Patienten wiesen 6 bereits eine Leberzirrhose auf.

Der Atemtest konnte zuverlässig zwischen Zirrhotikern einerseits und gesunden Probanden oder Hepatitis B-Infizierten ohne Zirrhose andererseits unterscheiden: Die Patienten, bei denen bereits eine Zirrhose im Frühstadium eingetreten war, metabolisierten die Testsubstanz deutlich schlechter als die anderen Studienteilnehmer. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass eine antivirale Therapie mit Lamivudin an der Zuverlässigkeit der Ergebnisse nichts ändert.

Der Atemtest eigne sich demzufolge zur Überwachung der Leberfunktion auch unter laufender Lamivudin-Therapie, folgerte Dr. Park. Koffein wird am Cytochrom P-450 1A2-Isoenzym der Leber metabolisiert. Mit dem 13C-Koffein-Atemtest ist eine nicht-invasive Beurteilung der Leberfunktion möglich, die möglicherweise konventionellen Leberfunktionstests überlegen ist.

© Medical Tribune-Online Schweiz (Dr. Anka Stegmeier-Petroianu)

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