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Refluxkrankheit
behandeln
Welche
Faktoren bessern die Aussicht auf Heilung?
SAN FRANCISCO – Helicobacter pylori
und erosive Veränderungen des Oesophagus müssen für die
Heilung einer Refluxkrankheit kein schlechtes Vorzeichen sein. Im Gegenteil,
wie die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Peter Malfertheiner an der DDW
berichtete. Sie hatten die Daten einer grossen Langzeitstudie im Hinblick
auf Faktoren analysiert, die die initiale Heilung in der Akutphase beeinflussen,
und fanden sowohl bei H.p.-positiven Patienten als auch bei denen,
die ösophageale Erosionen aufwiesen, ein besseres Ansprechen auf
die Behandlung unter Esomeprazol.
Das primäre Ziel der multizentrischen
ProGERD-Studieninitiative ist es, Patienten mit Refluxkrakheit nach erfolgreicher
Behandlung mit Esomeprazol 20 oder 40 mg über fünf
Jahre klinisch zu verfolgen. Nun richteten Prof. Malfertheiner und Kollegen
ihr Augenmerk auf Variable, die den initialen Heilungsprozess beeinflussen.
Dafür analysierten sie die Daten von 6215 Patienten, davon 53 %
männlich, das mittlere Alter 54 Jahre. Alle Patienten mit Symptomen
einer gastroösophagelaen Refluxkrankheit wurden endoskopiert und
entsprechend der Los Angeles-Klassifizierung in Patienten mit nicht-erosivem
(NERD) oder erosivem (GERD) Reflux eingeteilt. Sie wurden dem entsprechend
entweder mit 20 mg Esomeprazol für 2 respektive bei bis dahin
mangelndem Therapieerfolg für insgesamt 4 Wochen (NERD) oder 40 mg
Esomeprazol für 4 respektive 8 Wochen (GERD) behandelt.
Helicobacter verbessert
Ergebnis
27 % der Patienten waren Helicobacter-positiv.
Sowohl bei den NERD- als auch den GERD-Patienten resultierte aus der Infektion
ein besseres Ansprechen auf die Behandlung. Aber nicht nur der positive
H.-pylori-Status wirkte sich günstig auf die Behandlung aus.
Ebenfalls positiven Einfluss hatte es, wenn erosive Läsionen vorlagen,
konstatierten die Experten. Dagegen erwiesen sich extra-ösophageale
Beschwerden, vorhergehende Anti-Säure-Therapien und schwere Refluxsymptome
als negativ für den Behandlungserfolg.
Der therapeutische Erfolg der Reflux-Behandlung
mit Esomeprazol erhöht sich bei einer Verlängerung des Behandlungsintervalls
(siehe auch Tabelle) auf vier Wochen bei den Patienten mit nicht-erosiven
bzw. auf 8 Wochen bei denen mit erosiven Beschwerden.
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Erfolgreiche Behandlung
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NERD-Patienten
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GERD-Patienten
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2 Wochen
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53,7%
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Nicht untersucht
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4 Wochen
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86,9%
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76,6 %
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8 Wochen
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Nicht untersucht
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90,2 %
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H.p.-positiv
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91,1 % (nach 4 Wochen)
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90,5 % (nach 8 Wochen)
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H.p.-negativ
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85,4 % (nach 4 Wochen)
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85,4 % (nach 8 Wochen)
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Dr. med. Christine Mücke
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Patienten
mit Refluxkrankheit profitieren
Deutliche
Verbesserung der Lebensqualität
SAN FRANCISCO – Die typischen Symptome
einer Refluxösophagitis können den betroffenen Patienten ganz
schön zu schaffen machen und bedeuten nicht selten eine grosse Einschränkung
der Lebensqualität. Deutliche Besserung können Patienten unter
einer Behandlung mit Esomeprazol erfahren, wie Professor Dr. Karsten Lauritsen,
Odense, Dänemark, und Mitarbeiter an der Digestive Disease Week
berichteten.
Nicht nur die endoskopische Untersuchung
konnte 1268 (91,6 %) der insgesamt 1391 beteiligten Reflux-Patienten
nach 4 bis 8-wöchiger Behandlung mit 40 mg Esomeprazol die Heilung
bescheinigen. Diese Ergebnisse, die mit denen vorhergehender Studien in
Einklang stehen, wurden von den Patienten auch subjektiv bestätigt.
Mittels eines speziellen Fragebogens ("The quality of life in reflux
and dyspepsia") wurden folgende Bereiche abgefragt: Gefühle,
Schlaf, Nahrungsaufnahme, physische und soziale Funktionen sowie die Vitalität.
Hatten zu Beginn der Studie noch 80 %
der Patienten in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme über
Sodbrennen und saures Aufstossen geklagt, so war dies nach 8 Wochen für
90,6 % der Patienten kein Problem mehr. Die Anzahl jener, deren Lebensqualität
noch durch das ein oder andere beeinträchtigt wurde, lag zwischen
1 und 6 %.
Der Grossteil der übrigen Patienten
(5,3 %) ging der Auswertung verloren, lediglich 3,2 % aller
Beteiligten waren nach 8-wöchiger Behandlung mit Esomeprazol tatsächlich
nicht geheilt.
Dr. med. Christine Mücke
Drahtloses
Kapsel-Endoskop
So
zuverlässig wie die herkömmliche Dünndarmspiegelung?
SAN FRANCISCO – Bereits an der vergangenen
Digestive Disease Week 2001 hatte die gut zweieinhalb Zentimeter lange
und etwas mehr als einen Zentimeter breite drahtlose Endoskopie-Kapsel
der israelischen Firma Given Imaging Ltd. für Aufsehen gesorgt. In
diesem Jahr wurden gut ein Dutzend Studien präsentiert, in der das
Kapsel-Endoskop seine Vor- und Nachteile zeigt. Es sieht so aus, dass
es für die Diagnostik im Dünndarm brauchbar ist, einige Studien
zeigen sogar Vorteile gegenüber der herkömmlichen Spiegelung.
Vorteil der konventionellen Enteroskopie bleibt, dass der Untersucher
biopsieren kann. Für die Patienten ist das Kapsel-Endoskop verständlicherweise
angenehmer.
Die Studie der Arbeitsgruppe um Dr.
Demedts Ingrid aus Leuven, Belgien, verglich die Videokapsel-Untersuchung
mit der herkömmlichen Dünndarmspiegelung bei unklaren gastrointestinalen
Blutungen. An ihr nahmen zehn Patienten teil. Nach nächtlichem Fasten
wurden den Patienten die Senosoren mit Pflaster am Bauch befestigt Am
Tag drauf und mit dem Empfänger verbunden. Dann wurde die Kapsel
mit etwas Wasser geschluckt. Die natürliche Peristaltik bewegt die
Kapsel innert einiger Stunden durch den Dünndarm.
Die Video-Kapsel förderte Blutungen
bei zwei Patienten an den Tag, ferner die wahrscheinliche Ursache von
Blutungen bei fünf anderen Patienten (multiple/umfangreiche arteriovenöse
Malformationen) sowie eine mögliche Blutungsquelle in Form von hyperämischen
Erosionen bei einem weiteren Patienten. Die Enteroskopie dagegen fand
nur bei zwei Patienten arteriovenöse Malformationen, erkannte aber
drei Läsionen, die bei früheren Untersuchungen nicht gefunden
worden waren. Damit steht für Dr. Demedts das Ergebnis fest: Die
drahtlose Kapsel-Endoskopie erlaubt eine zuverlässigere Untersuchung
des Dünndarms bei unklaren gastrointestinalen Blutungen besser.
In einer ähnlich angelegten Studie
der Arbeitsgruppe um Dr. Maria Mylonaki, London, wurde mit herkömmlicher
Enteroskopie bei 21 von 38 Patienten (55 %) die Blutungsursache erkannt.
Dabei handelte es sich um 11 Angiodysplasien, 6 frische Blutungen, 1 Ulkus
im Jejunum, 2 Tumoren und 1 Meckel-Divertikel. Bei einer Dünndarmpassage
schiesst das Endoskop ca. 50 OOO Einzelbilder, die der Computer dann
auswertet. Die Kapsel-Endoskopie förderte die Ursache von unklaren
Blutungen bei 12 der 38 Patienten (30 %) zu Tage. Trotz der erheblichen
Differenz zu Ungunsten der Kapsel sieht Frau Mylonaki einen bedeutenden
Vorteil: Die Kapsel schickt natürlich nach dem eigentlichen Untersuchungsobjekt
weiter Bilder, solange Saft auf der Batterie ist. Damit können Zufallsbefunde
zustande kommen, wie z.B. Polypen im Kolon.
Die Kapsel-Endoskopie kann den gesamten
Dünndarm sichtbar machen und damit oberflächliche Läsionen
finden, die von traditionellen Kontraststudien übersehen werden.
Darüber hinaus ist sie weniger invasiv als die übliche Endoskopie.
Diese Vorteile der Kapsel-Endoskopie arbeitete die Studie der Arbeitsgruppe
um Dr. William S. Mow aus Los Angeles heraus. Damit ist sie, so
das Fazit der Forscher, ein nützliches Mittel zur Diagnose und Behandlung
der entzündlichen Darmerkrankung.
Die Video-Kapsel bei
Morbus Crohn
Schliesslich ist noch von der Studie der
Arbeitsgruppe um Dr. Rami Eliakim aus Haifa zu berichten. Sie verglich
die Ergebnisse der drahtlosen Video-Endoskopie mit der Barium-Darstellung
und dem CT bei Patienten mit Verdacht auf Morbus Crohn. Es nahmen insgesamt
7 Patientinnen und 13 Patienten teil.
Bei 70 % der Patienten ermöglichte
die Kapsel-Endoskopie neue Diagnosen zu erstellen, beziehungsweise bestätigte
bestehende Diagnosen oder fand ein erweitertes Ausmass der Krankheit oder
aber schloss den Verdacht auf einen Morbus Crohn aus. Unter der Barium-Methode
waren es lediglich 37 % der Patienten und unter dem CT gerade einmal
32%. Alles in allem fand die Kapsel-Endoskopie alle Läsionen, die
durch Barium oder CT gefunden wurden und darüber hinaus noch 46 %
mehr. Ferner schloss sie Läsionen aus, die unter anderen Methoden
bei 16 % der Patienten festgestellt wurden.
Das Fazit der Forschergruppe aus Israel:
Die Video-Endoskopie ist eine dem Barium oder dem CT überlegene und
höher sensitive Testmethode zur Diagnose und Ausmassbestimmung des
Morbus Crohn.
Kontraindikationen beachten
Bislang sind ca. 2000 Patienten weltweit
mit der Kapsel untersucht worden. Dr. David R. Cave, Brighton, mahnt,
dass auch mit der Kapsel Komplikationen auftreten können. Wer die
Kapsel einsetzt, sollte grundsätzlich die Möglichkeit der chirurgischen
Bergung derselben im Hinterkopf haben. Nicht in Frage kommt die nKapsel
bei dementen Patienten, Schluckstörungen, Strikturen oder Achalasie
der Speiseröhre, bei Verdacht auf Obstruktionen oder Gastroparese.
Darüber sollten die Patienten aufgeklärt werden.
Helicobacter
pylori
Infektionsrate
auch in der Schweiz rückläufig
SAN FRANCISCO – Wie häufig sind
heute in der Schweiz noch Infektionen mit Helicobacter pylori?
Diese Frage beschäftigte eine Schweizer Arbeitsgruppe um Dr. Carl
M. Oneta aus Lausanne, die ihre Ergebnisse an der Digestive Disease
Week 2002 als Poster präsentierte.
In den industrialisierten Ländern
ist die Anzahl der Helicobacter pylori-Infektionen durch verbesserte
Hygiene und Gesundheitsfürsorge rückläufig. Das bestätigt
die hier vorgestellte Studie so auch für die Schweiz. Zwischen 1999
und 2001 wurden 196 Jugendliche hinsichtlich einer H.p.-Infektion
und allfälligen Risikofaktoren gescreent. 176 waren gebürtige
Schweizer, die restlichen 20 Zugewanderte. Im
Vergleich zu einer ähnlichen Untersuchung aus dem Jahre 1999 nahm
die Rate an Helicobacter-pylori-Infektionen von 16,0 % auf
9,7 % ab (p=0,1).
Dabei fanden sich signifikante Unterschiede
zwischen den Einheimischen, bei denen die Infektionsrate bei 7,3 %
lag, und den jugendlichen Immigranten. Von diesen waren 30 % H.p.-infiziert.
Als die wichtigsten Risikofaktoren erwiesen sich demographische Faktoren
wie beispielsweise die Herkunft des Kindes oder der Eltern aus einem Land
mit hohem Risiko für eine solche Infektion.
Dr. med. Christine Mücke
Palliative
Therapie des Rektum-Ca
Die Argon-Plasma-Koagulation
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SAN FRANCISCO - Die
Inzidenz des Rektumkarzinoms nimmt mit steigendem Alter deutlich zu.
Therapie der Wahl ist auch bei alten Menschen die kurative Resektion.
Häufig wird der Tumor aber erst so spät entdeckt, dass den
Patienten nur mehr palliative Massnahmen zur Verhinderung der Entwicklung
eines Ileus angeboten werden können. Palliative Massnahmen umfassen
die operative Anlegung eines Stomas, oder endoskopische Maßnahmen
wie eine thermische Tumordesobliteration mittels Laserkoagulation
oder die Platzierung einer Endoprothese. |
Univ.-Prof. Dr.
Heinz Hammer |
Die Methode
und Erfahrungen an der Universitätsklinik Graz wurden an
der Digestive Disease Week 2002 präsentiert. |
Gerade ältere Patienten
sind häufig für operative Therapiemassnahmen nur mehr bedingt
tauglich oder aber lehnen ein chirurgisches Vorgehen überhaupt ab.
Die Offenhaltung des Darmlumens mit Hilfe einer Endoprothese sowie die
Laserbehandlung sind mit Komplikationen oder hohem technischem Aufwand
verbunden.
Für Patienten mit
obstruierendem Rektumkarzinom steht nun mit der Argon-Plasma-Koagulation
eine neue palliative Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Es handelt
sich dabei um eine elektrothermische Methode zur Tumorkoagulation. Die
Methode funktioniert nach dem Prinzip der Neonröhre: Unter elektrischer
Spannung werden aus der Spitze einer, durch das Koloskop eingeführten,
dünnen Sonde Elektronen freigesetzt und in einer Argon-Gaswolke zum
Gewebe gebracht. Dadurch kommt es zu einer thermischen Verschorfung, also
einer Koagulationsnekrose im Sinne einer Verbrennung. Schon die Verschorfung
selbst führt durch Verdampfung der Gewebsflüssigkeit zu einer
Reduktion der Tumormasse, und damit zur Öffnung des Lumens. Eine
weitere Tumorreduktion erfolgt durch die Abstossung der Nekrose nach einigen
Tagen.
Die Argon-Plasma-Koagulation
hat sich somit als palliative Therapiealternative bei tief sitzenden rektosigmoidalen
Karzinomen bewährt. Diese Methode erfordert keinen grossen technischen
Aufwand und ist unter relativ geringer Belastung auch bei alten Patienten
mit reduziertem Allgemeinzustand durchführbar. Die Patienten haben
unter wiederholten Eingriffen eine hervorragende Lebensqualität und
eine, trotz des lokal weit fortgeschrittenen Tumorstadiums, relativ lange
Lebenserwartung, die im Einzelfall sogar zweieinhalb Jahre übersteigen
kann.
Univ.-Prof. Dr. Heinz F.
Hammer
Feldman`s
Gastroatlas finden Sie hier.
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