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Montréal
,
28.6.2002
Mit
Hydrokortison gegen das Chronic-Fatigue-Syndrom
MONTREAL
– Gegen das chronische Fatigue Syndrom ist ein Kraut gewachsen.
Ein zartes zwar, aber immerhin. Dr. A. Cleare und Kollegen, Institute
of Psychiatriy, London, haben nämlich einen milden Hypocortisolimus
bei Patienten mit CFS entdeckt.
In
der Annahme, die niedrigen Kortisolspiegel, die sie im 24-Stunden-Urin
von 120 CFS-Patienten gefunden hatten, stünden in direkter
Beziehung zur Krankheit, unterzogen sie diese Patienten einer plazebo
kontrollierten, randomisierten Studie. 5 bis 10 mg Hydrokortison
täglich erhielten die Patienten der Verumgruppe.
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Bienvenue
zum Jazzfestival
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Die Idee bestach. 28% der Patienten mit Kortisonersatz erreichten die
Müdigkeitssymptome der Normalbevölkerung. In der Plazebogruppe
waren dies 9%. Das Resultat bestätigte sich auch im Spiegel des freien
Urinkortisols. In der Verumgruppe war es angestiegen, in der Plazebogruppe
nicht.
Auch das
Human-Corticotropin-Releasing-Hormon wurde unter die Lupe genommen sowie
ein Insulinstresstest durchgeführt. Die beiden Parameter bewegten
sich weder in der Plazebo- noch in der Verumgruppe vom Fleck. Das heisst,
dass eine niedrig dosierte Kortisonersatztherapie mit Hydrokortison die
Symptome zu beheben vermag, ohne eine kompensatorische Suppression auszulösen,
so die Forscher. Weiter gehende Studien müssen diese Resultate nun
bestätigen.
vh
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Sind
Antidepressiva die Schlafmittel von morgen?
MONTREAL
– Vor allem Antidepressiva mit sedierendem Effekt werden immer mehr
bei primärer Insomnie eingesetzt. Bis jetzt gibt es wenige
klinische Studien, die diesen Einsatz rechtfertigen. Eine weitere
wurde an diesem Kongress vorgestellt.
Während
vier Wochen erhielten Patienten mit pimärer Insomnie nach dem
Zufallspinzip Trimipramin 100 mg, Lometazepam oder Plazebo. Die
Wirkung auf die Schlaflosigkeit wurde objektiv per Polysomnograph
sowie subjektiv mit diversen Rating Scales punkto Tagesmüdigkeit
und Schlafqualität gemessen.
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Musik
in der ganzen Stadt
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Verglichen
mit Plazebo, wirkte das Antidepressivum als Schlafmittel sehr effektiv.
Was die Schlafparameter betrifft, so beeinflusste Trimipramin die REM-Phase
nicht und hinterliess auch keinen Reboundeffekt nach Absetzen der Therapie.
Lormetazepam verkürzte die Wach- sowie die Tiefschlafphase. Dr.
U. Vorderholzer, Department of Psychiatry and Psychotherapy, Universität
Freiburg i.Br., hält deshalb den Einsatz von sedierend wirkenden
Antidepressiva für eine viel versprechende Alternative bei primärer
Insomnie.
vh
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Schlafentzug
hilft Depressiven
MONTREAL
– Es mutet zwar etwas seltsam an, doch Schlafentzug bringt den durcheinander
gebrachten zirkadianen Rhythmus von Depressiven wieder in normale
Bahnen. Vier Stunden Schlaf von 21 bis 1 Uhr nachts heben die Stimmung
der Depressiven.
Studien
mit 12 Post-partum- und PMS-depressiven Frauen zeigten, dass die
depressiven Symptome mit dieser "Wach-Therapie" bei etwa
80% der Patienten um mindestens 50% innerhalb von einem Tag gelindert
werden konnten, berichtete Dr. Barabara Perry, University
of California, San Diego. Die Wirkung hält mindestens sechs
Wochen an, bei 20% der Teilnehmerinnen sogar bis zu zwei Monaten,
so Dr. Parry weiter.
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Beim
Jazz verfliegt die Depression
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Lässt
der Effekt nach, kann die Therapie wiederholt werden. Ab ein Uhr nachts
müssen sich die Patienten dann irgendwie beschäftigen, um nicht
wieder einzunicken. Dr. Parry betonte, dass der Effekt grösser ist,
wenn die Patienten ihre vier Stunden Schlaf zwischen neun und ein Uhr
nachts abhielten als zwischen drei und sieben Uhr morgens.
Die Methode
des Schlafentzugs ist eine gute Alternative für Depressive, die sich
nicht für die antidepressive Pharmakotherapie eignen, wie bei diesen
Frauen. Andere Studien mit dieser "Wachtherapie" haben gezeigt,
dass der Schlafentzug auch bei weiteren Formen der Depression gute Wirkung
zeigt, meinte Dr. Parry abschliessend.
Alle
Themen vom CINP 2002 in der Übersicht
vh
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