Medical Tribune AG



Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Berichte vom Congress of the Collegium Internationale Neuro-Psychopharmacologicum aus Montréal (2002)

 

 


Montréal , 27.6.2002

Diabetes mit Hypertonie schlägt auch noch aufs Gehirn

MONTREAL – Die geistige Beweglichkeit von Hypertonikern sowie Typ-2-Diabetikern ist schlechter als bei ihren gesunden Altersgenossen. Vereinen sich die beiden Störungen im selben Patienten, wirken sie synergistisch auf die lange Leitung.

 
Montréal 2002
Montréals Skyline

Das fanden Dr. S. Balaraja und Kollegen der University Polyclinic of Kuala Lumpur, Malaysia, in ihrer Studie heraus. 60 Hypertoniker, 60 Typ-2-Diabetiker und 60 hypertone Typ-2-Diabetiker wurden dem Abbreviated-Mental-Test (AMT) unterzogen, in dessen Skala 10 Punkte als Maximum erreicht werden können. Wer 7 Punkte und weniger erreichte, galt als beeinträchtigt. Die Patienten wurden zu Beginn, nach 3 Monaten, nach 6 Monaten und nach 12 Monaten getestet.

Verglichen mit den Patienten mit nur einer Krankheit schnitt die kognitive Funktion der zweifach Belasteten viel schlechter ab. Das Risiko für neurokognitive Defizite war insbesondere bei schlecht kontrollierten hypertonen Diabetikern erhöht, so Dr. Balaraja. Warum diese Krankheiten das Gehirn erodieren, kann nur vermutet werden. Die Forscher tippen auf den Endothelschaden in den kleinen Blutgefässen im Gehirn, die beide Erkrankungen zur Folge haben können.

Je früher also die Diagnose und je effektiver die Behandlung, desto dankbarer das Gehirn.

vh


 

Waldsee
Waldsee bei Montréal
 

Hinter Kaufwut kann eine Depression stecken

MONTREAL – Ab und zu überkommt einen die Kaufwut. Passiert dies aber öfter, kann es sich um eine Abhängigkeit handeln. Bevor die ganze persönliche Umgebung des Betroffenen ruiniert ist, sollte man an eine Depression denken.

Die Patienten werden vom Drang nach exzessivem Kaufen förmlich übermannt. Sie können sich nicht dagegen wehren, denn nur der Kauf von Dingen, die sie nicht brauchen, erleichtert die ungeheure Anspannung. Danach folgt unmittelbar das Schuldgefühl. Dr. M. Lejoyeux, Department of Psychiatry, Louis Mourier Hospital, Colombes, Frankreich, sieht da eine Verbindung zur Depression. Er liess 119 Depressive auf eine Anfallskaufwut hin untersuchen. Fast ein Viertel erfüllten die Kriterien, mit ihrem Verhalten sich und ihre Familien zu ruinieren. Diese waren vorwiegend jung, mehrheitlich weiblich und unverheiratet. Auch Kleptomanie, Bulimie, Benzodiazepinabusus oder sonstige Abhängigkeiten waren bei dieser Klientel zu beobachten.

vh


 

Ecstasy: Warten auf das Glück

MONTREAL – Befragt man Ecstasy-Users, warum sie diese Droge konsumieren, lautet die Antwort unisono: "Das gibt ein gutes Gefühl." Ob dem wirklich so ist, zeigte ein so genannter Mood-Test bei 15 gewohnheitsmässigen XTC-Konsumenten.

 
Montréal 2002
Der eiserne Steg von Montréal

Die Stimmung wollte nach Stunden der Einnahme nicht so recht steigen. Auch während dem eigentlichen "Rave" tat sich in dieser Hinsicht nichts. Im Gegenteil: Sie sank leicht, um nach 2 Tagen auf einem Tiefpunkt anzukommen. Nach 7 Tagen war das Ausgangsniveau wieder erreicht, berichtete Prof. Andy Parrot, University of East London, London. Auch Traurigkeit stellte sich ein und zeigte den gleichen zeitlichen Verlauf.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass XTC-User zusätzliche Substanzen sowie Alkohol wild dazumischen. Doch eine weitere Untersuchung, die die Kombination Alkohol, Cannabis und Nikotin berücksichtigte, konnte das versprochene Glück auch nicht herausschälen, beklagte Prof. Parrot. Alle untersuchten Polydrug-Gruppen fühlten sich nach der Einnahme ihrer Drogen-Mixtur nicht besser.

Wie Ecstasy zum Namen "Glückspille" kommt, ist Prof. Parrot ein Rätsel. Was das Ganze noch viel unverständlicher macht, ist die Tatsache, dass bis zu 15% der Excstasy-Konsumenten das sexuelle Interesse verlieren. Ist das das versprochene Glück?

vh

Alle Themen vom CINP 2002 in der Übersicht

 

 





 
[ Home ] [ Sitemap ]
 
hosted by bit-heads GmbH