 |
|
Montréal
,
27.6.2002
Diabetes
mit Hypertonie schlägt auch noch aufs Gehirn
MONTREAL
– Die geistige Beweglichkeit von Hypertonikern sowie Typ-2-Diabetikern
ist schlechter als bei ihren gesunden Altersgenossen. Vereinen sich
die beiden Störungen im selben Patienten, wirken sie synergistisch
auf die lange Leitung.
|
|
Montréals
Skyline
|
Das
fanden Dr. S. Balaraja und Kollegen der University Polyclinic of
Kuala Lumpur, Malaysia, in ihrer Studie heraus. 60 Hypertoniker, 60 Typ-2-Diabetiker
und 60 hypertone Typ-2-Diabetiker wurden dem Abbreviated-Mental-Test (AMT)
unterzogen, in dessen Skala 10 Punkte als Maximum erreicht werden können.
Wer 7 Punkte und weniger erreichte, galt als beeinträchtigt. Die
Patienten wurden zu Beginn, nach 3 Monaten, nach 6 Monaten und nach 12
Monaten getestet.
Verglichen
mit den Patienten mit nur einer Krankheit schnitt die kognitive Funktion
der zweifach Belasteten viel schlechter ab. Das Risiko für neurokognitive
Defizite war insbesondere bei schlecht kontrollierten hypertonen Diabetikern
erhöht, so Dr. Balaraja. Warum diese Krankheiten das Gehirn erodieren,
kann nur vermutet werden. Die Forscher tippen auf den Endothelschaden
in den kleinen Blutgefässen im Gehirn, die beide Erkrankungen zur
Folge haben können.
Je früher
also die Diagnose und je effektiver die Behandlung, desto dankbarer das
Gehirn.
vh
Waldsee
bei Montréal
|
|
Hinter
Kaufwut kann eine Depression stecken
MONTREAL
– Ab und zu überkommt einen die Kaufwut. Passiert dies aber
öfter, kann es sich um eine Abhängigkeit handeln. Bevor
die ganze persönliche Umgebung des Betroffenen ruiniert ist,
sollte man an eine Depression denken.
|
Die Patienten
werden vom Drang nach exzessivem Kaufen förmlich übermannt.
Sie können sich nicht dagegen wehren, denn nur der Kauf von Dingen,
die sie nicht brauchen, erleichtert die ungeheure Anspannung. Danach folgt
unmittelbar das Schuldgefühl. Dr. M. Lejoyeux, Department
of Psychiatry, Louis Mourier Hospital, Colombes, Frankreich, sieht da
eine Verbindung zur Depression. Er liess 119 Depressive auf eine Anfallskaufwut
hin untersuchen. Fast ein Viertel erfüllten die Kriterien, mit ihrem
Verhalten sich und ihre Familien zu ruinieren. Diese waren vorwiegend
jung, mehrheitlich weiblich und unverheiratet. Auch Kleptomanie, Bulimie,
Benzodiazepinabusus oder sonstige Abhängigkeiten waren bei dieser
Klientel zu beobachten.
vh
|
Ecstasy:
Warten auf das Glück
MONTREAL
– Befragt man Ecstasy-Users, warum sie diese Droge konsumieren,
lautet die Antwort unisono: "Das gibt ein gutes Gefühl."
Ob dem wirklich so ist, zeigte ein so genannter Mood-Test bei 15
gewohnheitsmässigen XTC-Konsumenten.
|
|
Der
eiserne Steg von Montréal
|
Die Stimmung
wollte nach Stunden der Einnahme nicht so recht steigen. Auch während
dem eigentlichen "Rave" tat sich in dieser Hinsicht nichts.
Im Gegenteil: Sie sank leicht, um nach 2 Tagen auf einem Tiefpunkt anzukommen.
Nach 7 Tagen war das Ausgangsniveau wieder erreicht, berichtete Prof.
Andy Parrot, University of East London, London. Auch Traurigkeit stellte
sich ein und zeigte den gleichen zeitlichen Verlauf.
Vielleicht
ist das der Grund dafür, dass XTC-User zusätzliche Substanzen
sowie Alkohol wild dazumischen. Doch eine weitere Untersuchung, die die
Kombination Alkohol, Cannabis und Nikotin berücksichtigte, konnte
das versprochene Glück auch nicht herausschälen, beklagte Prof.
Parrot. Alle untersuchten Polydrug-Gruppen fühlten sich nach der
Einnahme ihrer Drogen-Mixtur nicht besser.
Wie Ecstasy
zum Namen "Glückspille" kommt, ist Prof. Parrot ein Rätsel.
Was das Ganze noch viel unverständlicher macht, ist die Tatsache,
dass bis zu 15% der Excstasy-Konsumenten das sexuelle Interesse verlieren.
Ist das das versprochene Glück?
vh
Alle
Themen vom CINP 2002 in der Übersicht
|
|