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Montréal
, 26.6.2002
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Das
Olympiastadion von Montréal, genannt Knochen
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Antidepressivum
reduziert Post-Infarkt-Mortalität
MONTREAL
– Dass die Überlebensrate nach einem Herzinfakt bei denjenigen
Patienten, die nach dem Ereignis eine Depression entwickeln, massiv
reduziert ist, ist seit jüngerer Zeit ins wissenschaftliche
Rampenlicht gerückt. Die Depression ist zum handfesten kardiovaskulären
Risikofaktor avanciert. Die Frage ist nun, ob eine Depressionsbehandlung
dieses Post-MI-Mortalitätsrisiko reduzieren kann.
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Die eben
fertig gestellte multizentrische SADHEART-Studie (Sertralin Antidepressant
Heart Attack Randomized Trial) stellte sich dieser Frage als Pilotstudie,
weil eine gross angelegte Studie unethisch wäre, so Studienleiter
Prof. Alexander Glassmann, New York. Hauptanliegen waren in dieser
Untersuchung die Wirkung und Sicherheit des in dieser Konstellation verabreichten
Antidepressivums. Was die Mortalitätsreduktion angeht, so können
aufgrund der Resultate Trends abgelesen werden, die in einer gross angelegten
Studie bestätigt werden müssen. Die Publikation der SADHEART-Studie
ist im JAMA vom Juli 2002 zu erwarten.
400 Patienten
mit Herzinfakt oder instabiler Angina erhielten während 24 Wochen
doppelblind randomisiert das Antidepressivum Sertralin in flexibler Dosierung
von 50 bis 200 mg vs. Plazebo. Die 400 Patienten hatten unterschiedlich
schwere Depressionssymptome, waren aber in der Verum- sowie in der Plazebogruppe
gleichmässig verteilt. Die Hälfte der Patienten litt an einer
milden Depression.
Bei MI-Patienten
ohne Depressionsvorgeschichte wirkte das SSRI nicht mehr als Plazebo.
Bei wiederholter Depression lässt sich ein Trend erkennen, so Prof.
Glassmann: Je schwerer und öfter die Depressionen, desto grösser
der Effekt von Sertralin. Die kombinierte Mortalitätsreduktion, die
sich aus Tod, MI, Herzinsuffizienz und Angina zusammensetzt, ergibt in
dieser Studie 23%. Könnte sich diese Reduktion in nun folgenden grossen
Studien bestätigen, wäre etlichen Herzpatienten sehr geholfen.
vh
Nicht
der Alkohol bläst dem Alkoholiker das Gehirn weg
MONTREAL
– Depressionen können nicht nur aufs Gemüt schlagen, sondern
auch die Kognition beeinträchtigen. Bei fast einem Viertel der behandelten
Patienten bleibt die kognitive Dysfunktion bestehen.
Depressive
Symptome finden sich auch oft bei chronischen Alkoholikern. Dr. Orestes
Santos Morales, Memory Clinic, Havana Psychiatric Hospital, wollte
sehen, wie sich die Depression bei Alkoholikern auf die Kognition bezogen
ausprägt. Zwölf alkoholkranke Patienten wurden erst einer neurokognitiven
Untersuchung unterzogen, dann wurden die kognitiven Funktionen gemessen.
Die häufigste Störung war die Reduktion der unmittelbaren Merkfähigkeit.
Mit Rechnen war auch nicht viel los und die Erinnerungsfähigkeit
der Patienten war ebenfalls angeschlagen. Die Handicaps lassen sich korrelieren,
so Dr. Morales: Je stärker die depressive Symptomatik beim Alkoholiker
ausgeprägt ist, desto angeschlagener sind die Denkfunktionen.
vh
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Mit
Pindolol lässt sich die SSRI-Response beschleunigen
MONTREAL
– Bis ein Depressiver auf die Therapie mit den selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmern
anspricht, vergeht eine gewisse Zeit. Mit Pindolol, einem partiellen
Agonisten des 5-HT1A-Rezeptors, kann die Wartezeit verkürzt
werden. Nicht alle SSRIs eignen sich jedoch für die Turbovariante.
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Das
Casino von Montréal
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Dr. P.
Plenge und Dr. E. Mellerup, Laboratory of Neuropsychiatry,
Righospitalet, Dänemark, haben sich der Sache angenommen und getestet,
welches der fünf gängigen SSRIs (Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin,
Paroxetin, Sertralin) sich dafür verwenden lässt.
Dazu massen
sie die Plasmakonzentration an freiem SSRI nach Erstverabreichung oder
im Steady State. Die Substanzen verhindern zwar alle den 5-HT-Uptake,
sind aber in der chemischen Struktur so verschieden, dass auch die Pharmakokinetik
ganz unterschiedlich ist. Und auf die kommt es an, so die Forscher. Der
5-HT-Reuptake muss von Anfang an komplett inhibiert sein. Diese Bedingung
konnte nur Paroxetin erfüllen. Um sich also mit Pindolol kombinieren
zu lassen, scheint sich gemäss ihren Ausführungen Paroxetin
als einziges Antidepressivum der SSRI-Klasse für die Schnellstartvariante
zu eignen.
vh
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